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Was macht der Weihnachtsmann eigentlich zu Ostern?
Wir wollten einmal wissen, was der Weihnachtsmann eigentlich zu Ostern macht - und haben dafür unsere Reporterin Marie Schäfers in den hohen Norden geschickt: nach Finnland. Der Weihnachtsmann, so viel ist jetzt klar, sucht auf keinen Fall Eier. Lieber geht er fischen und in die Sauna. Ein Besuch beim echten Weihnachtsmann in Finnland.
Die Attraktion: der Weihnachtsmann in Finnland
Joulupukki, der Weihnachtsmann in Finnland, ist eine lokale Attraktion für finnische Kinder und Touristen aus aller Welt. In Hochzeiten kommen drei Gruppen am Tag. Von September bis April läuft das Programm, auch über Ostern. Dann geht der Weihnachtsmann mit den Kleinen fischen, nimmt sie mit in sein Mökki – sein Ferienhaus – erklärt ihnen die heimische Flora und Fauna und sammelt Ideen für neue Geschenke.
"Nach Weihnachten ist schließlich vor Weihnachten", sagt Joulupukki. Früher – in einem anderen Leben – da hieß er Pentti Raivio und bereiste zusammen mit Frau Lisa die Welt als Papierfabrikant. Nach dem Arbeitsleben wollte er etwas machen, das anderen Freude bereitet. So ließ er sich den Bart wachsen und wurde Joulupukki, Santa Claus, der Weihnachtsmann in Finnland. Alles andere ist ihm nicht mehr so wichtig. Auch nicht Ostern.
Eier suchen? Nein danke!
Statt Eier zu suchen, geht er lieber in den Wald, sammelt Birkenzweige, bindet sie zu Bündeln zusammen. Sie sind zum Schlagen gemacht, nicht für ungehorsame Kinder, sondern für die Behandlung in der Sauna. Es ist eines der wenigen Hobbys, das sich der Weihnachtsmann gönnt. Sitzen, schwitzen und sanfte Schläge, die die Blutzirkulation anregen. Danach macht er das, was viele Rentner tun, wenn sie gerade nicht ihrem Hobby frönen – er geht seiner Frau ein bisschen auf die Nerven, gibt beim Backen mehr oder weniger wertvolle Tipps.
Wenn keine Besucher mehr in sein Haus kommen und die Kinder aus dem Dorf Ferien haben, fährt Joulupukki in den Urlaub. London ist dieses Jahr geplant. Inkognito versteht sich. Die Haare bindet er dann zu einem Zopf zusammen, den Bart stutzt er, setzt sich eine Baseball-Kappe auf und verkneift sich zwei Wochen lang das "Ho-ho-ho". Und wenn ihm dann ein bemaltes Ei vorgesetzt wird, will er es essen. Auch wenn dem Weihnachtsmann aus Finnland Zimtsterne natürlich lieber wären.