Ein internationales Scoping-Review hat 327 verschiedene politische Interventionen identifiziert, die über verbesserte Wohnbedingungen die Gesundheit der Bevölkerung fördern sollen – doch belastbare Evidenz für deren tatsächliche gesundheitliche Wirkungen bleibt dünn. Die Analyse basiert auf 37 Evidenz-Reviews und Berichten und deckt Maßnahmen aus Praxis und akademischer Literatur ab.
Das zentrale Ergebnis: Trotz jahrzehntelanger Forschung zu den Gesundheitsfolgen schlechter Wohnverhältnisse fehlt es an systematischer Evaluation der Maßnahmen, die diese Verhältnisse verbessern sollen.
Welche Interventionstypen dominieren? Besonders häufig vertreten sind wirtschaftliche und soziale Regulierungen – etwa Mietpreisregulierung, Kontrolle des privaten Vermietungssektors und Änderungen in Stadtplanungsprozessen – sowie die direkte Bereitstellung oder Aufwertung von Sozialwohnungen. Diese drei Instrumententypen sind deutlich häufiger anzutreffen als andere politische Ansätze wie Steuerpolitik oder öffentliche Informationskampagnen.
An den Interventionen sind insgesamt 32 verschiedene Akteurstypen beteiligt – aus dem öffentlichen und privaten Sektor –, die für Genehmigung, Finanzierung, Umsetzung und Durchsetzung zuständig sind.
Wo ist die Evidenz stark – und wo fehlt sie? Die Wirksamkeitsbelege variieren erheblich. Gut dokumentiert sind Effekte bei physischen Wohnraummodifikationen, wirtschaftlichen Regulierungen und Steuerpolitik. Schwächer ist die Evidenzlage für Sozialwohnungsprogramme, öffentliche Informationskampagnen und soziale Regulierungen. Gesundheitliche Ergebnisse entlang vollständiger Wirkungsketten sind nur selten dokumentiert.




