Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Gesundheit/Artikel
55 Jahre Antibabypille
Bildquelle nicht angegeben
Gesundheit

55 Jahre Antibabypille

Enovid – so lautete der Name des Präparats, das vor mehr als einem halben Jahrhundert in den USA als erste Antibabypille auf den Markt kam. Frauen war es damit ab 1960 erstmals möglich, mithilfe von Hormonen in Tablettenform oral zu verhüten. Theoretisch wäre das schon ab 1957 möglich gewesen. Seitdem wurde die von…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Gesundheit
Artikelbild

thinkstock.com, Usere6035d91_515

Enovid – so lautete der Name des Präparats, das vor mehr als einem halben Jahrhundert in den USA als erste Antibabypille auf den Markt kam. Frauen war es damit ab 1960 erstmals möglich, mithilfe von Hormonen in Tablettenform oral zu verhüten. Theoretisch wäre das schon ab 1957 möglich gewesen. Seitdem wurde die von den Physiologen Gregory Pincus und John Rock entwickelte Pille nämlich bereits vermarktet – allerdings ausschließlich als Medikament gegen Menstruationsbeschwerden. Die Zulassung als Mittel zur Empfängnisverhütung erfolgte erst drei Jahre später. Nur ein Jahr danach gab es die erste Antibabypille auch in Westdeutschland zu kaufen, 1965 schließlich in der DDR. Und obwohl konservative Vertreter aus der Politik sowie die römisch-katholische Kirche gegen das in ihren Augen unmoralische neue Medikament Sturm liefen und die Pille zunächst nur Verheirateten verschrieben wurde, schluckten von Jahr zu Jahr immer mehr Frauen die kleinen Dragees – der Beginn einer noch immer währenden Erfolgsgeschichte.

Den Weg für die Geburt der Pille geebnet hatten wissenschaftliche Entdeckungen zu Beginn der 1950er Jahre. Damals war dem Chemiker Carl Djerassi gemeinsam mit zwei Kollegen die Herstellung des Hormons Norethisteron gelungen. Der synthetische Botenstoff wirkte wie natürliche Gestagene des Körpers, besser bekannt als Schwangerschaftshormone. Diese werden während einer Schwangerschaft gebildet, um in dieser Zeit einen weiteren Eisprung zu verhindern. Diesen Effekt konnte man nun erstmals künstlich erzielen und auf dieser Grundlage ein orales Verhütungsmittel entwickeln. Djerassi brachte seine Entdeckung deshalb den Namen „Mutter der Pille“ ein.

Dreifacher Schutz vor Schwangerschaft

Künstlich hergestellte Gestagene sind auch heute noch der wichtigste Inhaltsstoff der Pille. Meistens werden sie in Kombination mit einem Stoff aus der zweiten Gruppe der weiblichen Sexualhormone verwendet, den sogenannten Östrogenen. Eine Ausnahme bildet die Minipille: Sie enthält ausschließlich Gestagen.

Die Hormone in der Pille schützen den Körper gleich dreifach vor einer Schwangerschaft: Zum einen hemmen sie den Eisprung, sodass der gesamte Zyklus der Frau aus unfruchtbaren Tagen besteht. Außerdem verschließen sie den Spermien den Weg durch den Gebärmutterhalskanal und sorgen zusätzlich dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut nur ungenügend aufgebaut wird. Wird doch einmal ein Ei befruchtet, hat es so kaum eine Chance, sich in der Gebärmutter einzunisten.

Diese Eigenschaften machen die Pille bei richtiger Anwendung zu einem der sichersten Mittel gegen eine unbeabsichtigte Empfängnis. Ihr Pearl-Index liegt bei 0,1 bis 0,9. Dieser Wert gibt die Verhütungssicherheit an und besagt, wie viele von 100 Frauen, die regelmäßig Geschlechtsverkehr haben, trotz korrekter Verhütung schwanger werden. Von 1.000 Frauen werden mit der herkömmlichen Pille pro Jahr somit zwischen einer und neun ungewollt schwanger. Zum Vergleich: mit dem Kondom sind es laut Pearl-Index 20 bis 120 Frauen.

Beliebter Begleiter mit Nebenwirkungen

Vor allem weil sie so zuverlässig und relativ unkompliziert umzusetzen ist, ist die Verhütung mit der Pille für über die Hälfte der Frauen in Deutschland schon seit mehreren Jahrzehnten die Methode der Wahl. Daneben sprechen für den Griff zur Pille eine oft schwächere und kürzere Menstruation sowie ein offenbar langfristig gemindertes Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

Doch die Antibabypille hat auch Nachteile. So schützt sie anders als das Kondom nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV/ Aids und kann unangenehme und mitunter sogar gefährliche Nebenwirkungen haben. Diese können je nach Zusammensetzung des Präparats und individueller Verträglichkeit sehr unterschiedlich sein – von Übelkeit, über Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen und Libidoverlust bis hin zu einem erhöhten Risiko für Thrombosen und Embolien. Insgesamt ist die Pille heute jedoch um einiges harmloser als noch bei ihrer Einführung vor 55 Jahren. Denn die Pille von Pincus war im Vergleich zu aktuellen Präparaten eine heftige Hormonbombe: Ein einziges Dragee enthielt damals eine so hohe Hormondosis wie heute eine ganze Monatspackung.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Gesundheit

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesundheit.

Alle Gesundheit-Artikel
Normal für wen? Warum ein einziger Zahlenwert in der Medizin zu kurz greift
Gesundheit

Normal für wen? Warum ein einziger Zahlenwert in der Medizin zu kurz greift

15. Oktober 2026

Ein Anatomie-Dozent stellt die Frage, die viele Lehrbücher ausblenden: Wann ist ein Referenzwert wirklich 'normal'? Am Beispiel der Körpertemperatur zeigt sich, warum der Einzelwert Millionen in die Irre führt.

Als die KI den Patienten falsch protokollierte – und der Arzt es nicht bemerkte
Gesundheit

Als die KI den Patienten falsch protokollierte – und der Arzt es nicht bemerkte

13. Oktober 2026

Ein Patient muss einen formellen Antrag stellen, um einen Fehler in seiner KI-generierten Krankenakte zu korrigieren. Der behandelnde Arzt hatte die Notiz zuvor genehmigt. Der Vorfall zeigt: Automatisierte…

Psychische Gesundheit von Politikern: Forschung zeigt kritische Auswirkungen auf Governance
Gesundheit

Psychische Gesundheit von Politikern: Forschung zeigt kritische Auswirkungen auf Governance

12. Oktober 2026

Empirische Studien belegen, dass die mentale Gesundheit politischer Entscheidungsträger keine Privatangelegenheit ist, sondern systemische Folgen für Regierungsführung und institutionelles Vertrauen hat. The…

Schlafapnoe bei Kindern: Studie fordert altersabhängige Diagnosekriterien
Gesundheit

Schlafapnoe bei Kindern: Studie fordert altersabhängige Diagnosekriterien

5. Oktober 2026

Aktuelle Forschung zeigt, dass Symptome und Behandlungserfolg bei pädiatrischer obstruktiver Schlafapnoe je nach Altersgruppe erheblich variieren. Bisherige Diagnostik orientiert sich zu oft an Erwachsenenkriterien.

← Zurück zu GesundheitZur Startseite