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6. März 2014: 115 Jahre Aspirin
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Gesundheit

6. März 2014: 115 Jahre Aspirin

Heute ist Aspirin für viele das Standardmittel gegen Kopfschmerzen und Co: Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) gehören zu den weltweit am häufigsten verordneten und frei verkauften Medikamenten überhaupt. Die Geschichte dieses Wirkstoffs begann vor 115 Jahren in einem Labor in Wuppertal.
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Gesundheit
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Schon in der Antike wussten die Menschen, dass ein Sud aus Weidenrinde gegen Schmerzen und Fieber hilft. Denn in ihnen ist der Wirkstoff Salicin enthalten, der im Körper zu Salicylsäure umgesetzt wird. Und noch ein anderer Naturstoff enthält dieses Schmerzmittel: das sogenannte Bibergeil, ein Sekret aus der Analdrüse des Bibers. Dieses Sekret wurde bis ins 19. Jahrhundert gegen Krämpfe eingesetzt. Doch den Wirkstoff künstlich herzustellen, gelang lange Zeit nicht. Es entstanden zu viele schädliche Nebenstoffe oder die Substanz zerfiel.

Synthese und Patentanmeldung

Der Durchbruch geschah dann 1897 in Wuppertal: In einem Labor des Chemie-Unternehmens Bayer gelang es dem Chemiker Felix Hoffmann erstmalig, die Acetylsalicylsäure, den Wirkstoff von Aspirin, in chemisch reiner und haltbarer Form zu synthetisieren. Zwei Jahre später wird Aspirin in die Warenzeichenrolle des Kaiserlichen Patentamtes in Berlin eingetragen. Zunächst kommt das Schmerzmittel als Pulver auf den Markt, ist aber bereits ein Jahr später als eines der ersten Medikamente überhaupt in der klassischen Tablettenform erhältlich.

Das Schmerzmittel aus Deutschland wird schnell zum Exportschlager, stellt zahlreiche Rekorde auf und wird zum Synonym für Schmerzmittel. So wird Aspirin schnell zu einem der am meisten verkauften und am besten erforschten Arzneimittel der Welt: Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Acetylsalicylsäure. Zudem steht der Wirkstoff Acetylsalicylsäure seit über dreißig Jahren auf der "Liste der unentbehrlichen Arzneimittel" der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Selbst bei der ersten Mondlandung war der Wirkstoff dabei, denn neben Neil Armstrong flog auch eine Schachtel mit dem bewährten Schmerzmittel an Bord der Raumfähre Apollo 11 mit ins All.

Wirkungsweise

Doch wie lindert Aspirin Schmerzen, Fieber und Entzündungen? Diese Frage blieb lange Zeit ungeklärt. Erst 1971 entdeckte der britische Pharmakologe John Robert Vane, dass die Acetylsalicylsäure die Bildung von Prostaglandinen im Körper hemmt. Diese Botenstoffe wirken entzündungsverstärkend und fördern damit auch Fieber und Schmerzen. Wie Vane feststellte, hemmt ASS zwei Enzyme, die Cyclooxygenasen COX-1 und COX-2 und senken die Konzentration des Botenstoffs im Gewebe. Da dieser normalerweise die Schmerzrezeptoren empfindlicher macht, führt eine Blockade seiner Produktion zu einer Hemmung der Schmerzwahrnehmung und Weiterleitung.

Wegen seines Effekts auf die Prostaglandine wirkt ASS aber nicht nur gut gegen leichte bis mittlere Schmerzen, sondern gleichzeitig auch fiebersenkend und entzündungshemmend. Die Entschlüsselung des Wirkprinzips der Acetylsalicylsäure wurde elf Jahre später mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt.

Nachteil des Wirkprinzips von ASS ist allerdings, dass eine Form der Cyclooxidase, COX-1, auch für den Schutz unserer Magenschleimhaut benötigt wird. Da ASS diesen Stoff jedoch unwirksam macht, gehören Magenblutungen oder Reizungen der Magenschleimhaut zu den häufigsten Nebenwirkungen dieser Präparate. Außerdem eignet sich ASS nicht dazu, Schmerzen durch offenen Wunden zu lindern. Denn das Mittel wirkt auch gerinnungshemmend und stört dadurch die Wundheilung. Hier sind dann andere Schmerzmittel ohne Acetylsalicylsäure sinnvoller.

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