Die Situation auf dem Arbeitsmarkt wird zunehmend unübersichtlicher, täglich entstehen neue Berufsbilder. Das Angebot an Weiterbildungsseminaren und Motivationskursen, die fit für diese neue Herausforderung machen sollen, gleicht einem Dschungel. Was aber sind eigentlich die Kriterien, nach denen Arbeitgeber heute ihre Angestellten auswählen und wie kann man entsprechende Kompetenzen erwerben?
Ehrliche Selbsteinschätzung ist wichtig
Keine Frage, mit dem wirtschaftlichen Wandel verändern sich auch die Qualifikationsanforderungen. Zunächst aber zählt immer noch die grundlegende berufsspezifische Kompetenz. Einfacher gesagt: Wer beispielsweise Automechaniker werden will, sollte wissen, was ein Otto-Motor ist. Angesichts der vielen neuen Berufsbilder verlangt das jedoch eine ehrliche Selbsteinschätzung: Wer noch nie etwas mit Datenverarbeitung zu tun hatte, dem wird es schwer fallen, den DV-Eignungstest bei Siemens zum „IT Application Manager“ zu bestehen. Schätzen Sie also Ihre Talente und Kompetenzen richtig ein. Das erspart Ihnen viel Zeit und Frustration in unternehmensinternen Vorauswahltests. Außerdem legen Personalentscheider heute Wert darauf, dass Sie Ihre Stärken und Schwächen realistisch beurteilen können. Authentizität ist gefragt, und wenn Sie diese nicht bieten, nützt Ihnen Ihre fachliche Qualifikation unter Umständen wenig.
Viele Unternehmen erwarten Sozial- vor Fachkompetenz
In puncto Kernkompetenzen setzen moderne Unternehmen ihre Prioritäten heute häufig anders als früher. Viele geben inzwischen der Sozialkompetenz den Vorrang; erst dann kommt die durch Zeugnisse, Referenzen und interne Auswahlverfahren belegte Fachkompetenz. Ein Grund dafür ist, dass einige Unternehmen hinter ihre roten Zahlen geschaut haben. Dabei erkannte man als Hauptursache für die schlechte Bilanz oft eklatante Defizite im zwischenmenschlichen Bereich. Erst sank das Betriebsklima, dann die Umsatzkurve.
Traum-Job durch Praktikum
Wer heute auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähig bleiben will, muss ein hohes Maß an Eigenverantwortung für die Gestaltung der Aus- und Weiterbildung an den Tag legen. Bevor Sie ihr Geld aber in zweifelhafte Maßnahmen investieren, sollten Sie wissen, was Ihr zukünftiger Arbeitgeber eigentlich von Ihnen erwartet.
Ein Auslandsaufenthalt zum Beispiel ist sicherlich immer noch „ein Pfund, mit dem man wuchern kann“, ist er doch ein Hinweis auf Ihre Flexibilität und Mobilität. Die Bedeutung von Praktika nimmt weiter zu, da sie den Bewerber nicht nur auf seine zukünftigen Aufgaben vorbereiten, sondern darüber hinaus ein optimales Mittel sind, ihn im Arbeitsumfeld zu bewerten. Allgemein herrscht immer noch die Meinung vor, Praktika sollte man bis zum Alter von 24 hinter sich gebracht haben. Will man sich jedoch beruflich verändern, bieten sie gute Möglichkeiten: Sie sind häufig der Einstieg bei einem neuen Arbeitgeber, und zwar nicht nur für Studenten. Qualifizierte Personalentwicklung ist angesichts der immer spezifischer werdenden Jobprofile aber vor allem eine unternehmensinterne Angelegenheit: Fachtrainings und Seminare versprechen einen guten „return on invest“.



