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Asthma – wenn auf einmal die Luft wegbleibt
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Gesundheit

Asthma – wenn auf einmal die Luft wegbleibt

Endlich ist der Frühling da. Thorsten P. und seine Frau machen eine Radtour. Als sie an einem blühenden Weizenfeld vorbeifahren, fängt es an - das Kribbeln in Nase und Ohren, das Jucken im Hals, die brennenden Augen. Thorsten muss husten und anhalten. Sein Hals zieht sich zusammen. Das Atmen fällt ihm schwer. „Jetzt…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Gesundheit

Endlich ist der Frühling da. Thorsten P. und seine Frau machen eine Radtour. Als sie an einem blühenden Weizenfeld vorbeifahren, fängt es an - das Kribbeln in Nase und Ohren, das Jucken im Hals, die brennenden Augen. Thorsten muss husten und anhalten. Sein Hals zieht sich zusammen. Das Atmen fällt ihm schwer. „Jetzt nur nicht in Panik geraten“, sagt er sich, als er sein Notfallspray im Rucksack sucht. Warum muss jetzt gerade der Reißverschluss klemmen? Nun kommt ihm seine Frau zur Hilfe. „Ganz in Ruhe, Thorsten, ich suche das Spray für dich heraus“, sagt sie und versucht, den Reißverschluss des Rucksacks zu öffnen. Inzwischen hat sich Thorstens Husten verschlimmert. Er ist kurzatmig. Bei jedem schwerfälligen Ausatmen ertönt ein Pfeifgeräusch. Endlich reicht ihm seine Frau das Notfallspray. Thorsten inhaliert einen Sprühstoß und spürt sofort Besserung. „Es ist das blühende Getreidefeld, ich muss weg hier“, sagt er und fährt geradewegs zurück nach Hause. Dort duscht er die Getreidepollen vom Körper und verbringt den Rest des Tages im Haus.

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Jedes zehnte Kind hat Asthma

Thorsten leidet, wie etwa fünf Prozent der Erwachsenen und zehn Prozent der Kinder in Deutschland, unter Asthma bronchiale – vereinfachend auch nur Asthma genannt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Etwa 5.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an ihrer Asthmaerkrankung. In den letzten 60 Jahren hat die Häufigkeit von Asthma in den Industrieländern dramatisch zugenommen. In Europa hält Schottland den traurigen Rekord mit etwa 18 Prozent Asthmatikern in der Bevölkerung. Arme Länder sind genauso von der Ausbreitung der Krankheit betroffen wie reiche. Auch die Schadstoffbelastung der Luft scheint nicht in einem direkten Zusammenhang mit der Anzahl der Asthmatiker zu stehen. Als gesichert gilt allerdings, dass das Rauchen in der elterlichen Wohnung Kinder besonders anfällig für Asthma macht. Auch eine Bronchitis kann das Entstehen von Asthma fördern. Wer unter einer akuten Bronchitis leidet, hat ein etwa neunfach erhöhtes Risiko, auch an Asthma zu erkranken. Wissenschaftler vermuten, dass an diesem Prozess bestimmte Bakterien (Chlamydien) beteiligt sind.

Allergisches und nicht-allergisches Asthma

Unter Asthma versteht man eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege. Bei einem Asthmaanfall verengen sie sich. Der Patient leidet unter Luftnot. Ursache der Luftnot sind die vermehrte Schleimbildung, die Verkrampfung der Bronchialmuskeln und die Flüssigkeitsansammlung in der Bronchialschleimhaut. Doch Asthma ist nicht gleich Asthma. Je nach Auslöser unterscheiden Mediziner zwischen dem allergischen (extrinsischen) Asthma und dem nicht-allergischen (intrinsischen) Asthma. Bei der großen Mehrheit der Asthmatiker liegen Mischformen dieser beiden Asthmatypen vor. Kinder sind eher vom allergischen Asthma betroffen, während Erwachsene auch häufig unter dem nicht-allergischen Asthma leiden.

Allergisches Asthma entsteht häufig im Verlauf von Heuschnupfen. Wenn diese allergisch bedingte entzündliche Erkrankung der Schleimhaut des Nasen-Rachen-Raums auf die unteren Atemwege übergreift, sprechen Mediziner von einem „Etagenwechsel“. Trägt ein Mensch die entsprechende genetische Veranlagung für eine allergische Erkrankung in sich, tritt das allergische Asthma beim Kontakt mit Allergie auslösenden Stoffen (so genannten "Allergenen") auf. An der Ausprägung des allergischen Asthmas sind mehrere Gene beteiligt.

Das nicht-allergische Asthma hingegen kann eine Reaktion des Körpers auf Atemwegsinfektionen, Medikamentenunverträglichkeiten, Einwirkung von toxischen Stoffen wie beispielsweise Lösungsmitteln, besondere körperliche Anstrengung oder auf einen gestörten Rückfluss von Magensäure sein. Auch Raumsprays und Reinigungsmittel zum Sprühen stehen im Verdacht, nicht-allergisches Asthma auszulösen.

Was kann man gegen Asthma tun?

Bei einem Asthmaanfall ist es wichtig, Ruhe zu bewahren! Dann helfen inhalierbare Medikamente, die Betroffene immer bei sich tragen sollten. Auch der so genannte "Kutschersitz" kann einem Asthmatiker beim beschwerlichen Ausatmen helfen und hat sich bei Asthmaanfällen bewährt. Dabei stützt sich der Patient mit den Armen auf den Oberschenkeln oder auf einer Tischplatte ab, damit der ganze Brustkorb das Ausatmen unterstützen kann.

Eine andere Soforthilfemaßnahme ist die "Lippenbremse". Dabei atmet der Patient so langsam wie möglich gegen den Druck seiner locker geschlossenen Lippen aus, wobei sich seine Wangen etwas aufblähen. Das bremst den Atemstrom ab und die Bronchien bleiben geöffnet.

Kann man Asthma verhindern?

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Zahlreiche Studien bestätigten außerdem, dass das Leben in einer bäuerlichen Umgebung Allergien und Asthma verbeugen kann. Dies gilt sogar für Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Kontakt zu Tieren, Getreide oder Heu hatten. Diese Kinder leiden in ihrem späteren Leben nachweislich seltener an allergischen Atemwegs- und Hauterkrankungen. Ein Urlaub auf dem Bauernhof genügt dafür allerdings nicht. Der Schutz ist umso wirksamer, je länger man sich in ländlicher Umgebung aufhält.

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