Behinderung
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Behinderung

Bild: Foto: Qwesy, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Was bedeutet es eigentlich behindert zu sein?

Die Bedeutung, die hinter dem Wort „Behinderung" steht, lässt sich schwer in Worte fassen. Schaut man sich nur den Begriff an, ist es einfach: Ein Behinderter ist ein Mensch, der aus gesundheitlichen Gründen auf die Hilfe von anderen Menschen angewiesen ist. Doch Behinderung hat viele Gesichter und dahinter verbergen sich viele, oft traurige Geschichten. Ebenso ist es mit der Hilfe, die jemand braucht. Denn: Nicht immer kann man eine Behinderung sehen, nicht immer ist sie offensichtlich, aber der Wunsch vieler Behinderten ist es, ein möglichst „normales" Leben zu führen.

Welche offensichtlichen Behinderungen gibt es?

Klar, wenn jemand im Rollstuhl sitzt, ist er behindert. Offensichtliche Behinderungen wirken oft schockierend auf andere und man traut sich gar nicht richtig hinzuschauen. Doch auch wenn man den Rollstuhl sehen kann, so kennt man doch noch nicht den Grund für die Behinderung. Möglich ist, dass ein Mensch im Rollstuhl sitzt, weil seine Muskeln von einer ernsthaften Krankheit befallen sind, die sie schwächen. Aber möglich ist auch, dass er einen Unfall hatte, bei dem die Wirbelsäule beschädigt wurde. Manchen Kindern steht ihre Behinderung ins Gesicht geschrieben. Sie sehen anders aus und benehmen sich anders. Viele von diesen behinderten Kindern sind es schon von Geburt an. Sie bringen ihre Behinderung mit auf die Welt. Da gibt es beispielsweise die Kinder mit Down Syndrom. Die Ursache für ihre Behinderung ist ein Fehler in den Genen. Down-Kinder (auch Mongoloide genannt) sind sehr freundlich und nett. Sie sind jedoch nicht so schnell wie andere und brauchen gezielte Hilfe, um lesen, schreiben und rechnen zu lernen. Einziges offensichtliches Merkmal ihrer Behinderung sind die schräg gestellten Augen.

Welche „verborgenen" Behinderungen gibt es bei Kindern?

Behinderung ist ein dehnbarer Begriff. Im Prinzip könnte man darunter auch alle Erkrankungen zusammenfassen, die ein „normales" Leben nicht möglich machen. In diesem Sinne sind beispielsweise auch Kinder mit angeborenen Herzfehlern oder Kinder, die Krebs haben, behindert. Das bedeutet, dass sie ein Leben unter ganz bestimmten, fest vorgegebenen Regeln führen müssen. Häufig müssen sie regelmäßig Medikamente nehmen, um ihre Krankheit im Griff zu halten oder dürfen nur eine ausgewählte Nahrung zu sich nehmen.

Sind alle Behinderungen angeboren?

Nein, das sind sie nicht. Viele Behinderungen, auch bei Kindern entstehen erst im Laufe der Jahre oder treten plötzlich, beispielsweise als Folge eines Unfalls auf. Unfälle, an denen Kinder beteiligt sind, gibt es leider sehr oft - und noch viel trauriger ist es, dass viele ihrer bleibenden Behinderungen nicht hätten sein müssen.
Wer beispielsweise ohne Helm aufs Fahrrad steigt, ist sehr leichtsinnig. Bei einem Unfall kommt man dann nur selten mit leichten Verletzungen davon. Ist der Kopf betroffen, kann eine lebenslange Behinderung der Fall sein.
Auch ganz schön gefährlich ist das Inline-Skaten ohne die empfohlene Schutzkleidung. Sind Knie oder Handgelenke nach einem Sturz erst mal verletzt, können lebenslange Schmerzen die Folge sein.

Nicht wegschauen, sondern helfen!

Wenn wir behinderten Menschen im Alltag begegnen, schauen wir lieber weg als hin. Es ist uns Nicht-Behinderten irgendwie peinlich, gesund zu sein. Das ist eigentlich ziemlich dumm, denn wir können Vieles, was Behinderte nicht können: beispielsweise helfen. Am meisten hilft man, wenn man sein Verhalten nicht künstlich verändert, sondern sich so verhält wie immer. Falsche Rücksichtnahme oder gar Mitleid können Behinderte nämlich gar nicht gut ertragen. Eine körperliche Behinderung kann jeden treffen, besonders Sportunfälle können fatale Folgen haben.
Man sollte besser versuchen, den Menschen hinter der Behinderung zu entdecken. Denn behinderte Kinder sind keine Sorgenkinder, sondern ganz besondere Menschenkinder.

Integrative Schulen – gemeinsam stark!

Um behinderte Kinder bestmöglich fördern zu können, schickt man sie in besondere Kindergärten oder spezielle Schulen. Das ist gut und richtig, doch manche Experten behaupten, dass ein Stück normales Leben dabei verloren geht. Einen Mittelweg zwischen spezieller Förderung und gemeinschaftlichem Lernen versucht man an den so genannten “Integrativen Schulen“. Dort gibt es kleinere Klassen, in denen neben nicht-behinderten auch behinderte Kinder auf der Schulbank sitzen. Der positive Nebeneffekt: Beide Seiten können voneinander lernen!

Buch-Tipps

Gertrud Teusen
Kinderwissen. Lernen, Staunen, Begreifen.
Bertelsmann Lexikon Verlag September 2003
160 Seiten
9,95 €
von 6 - 10 Jahren
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