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Boreout-Syndrom: Wenn Langeweile krankmacht
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Gesundheit

Boreout-Syndrom: Wenn Langeweile krankmacht

Laut dem Stressreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aus dem Jahr 2012 fühlen sich immerhin rund dreizehn Prozent der Angestellten hierzulande fachlich und fünf Prozent mengenmäßig im Job unterfordert. Diese gelangweilten Arbeitnehmer stellen einer Studie der US-amerikanischen…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Gesundheit
Artikelbild

Cyano 66 / thinkstock

Laut dem Stressreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aus dem Jahr 2012 fühlen sich immerhin rund dreizehn Prozent der Angestellten hierzulande fachlich und fünf Prozent mengenmäßig im Job unterfordert. Diese gelangweilten Arbeitnehmer stellen einer Studie der US-amerikanischen Unternehmensberatung Sirota zufolge eine weitaus größere Belastung für Firmen dar als gestresste Mitarbeiter: Nämlich dann, wenn die Langeweile sie krankmacht.

Unterforderung als Problem

Experten sprechen in einem solchen Fall vom sogenannten Boreout-Syndrom. Geprägt haben diesen Begriff die Schweizer Unternehmensberater Peter Werder und Philippe Rothlin mit ihrem Buch "Diagnose Boreout". Im Jahr 2007 stießen sie damit die öffentliche Debatte um ein Phänomen an, das als Krankheitsbild erst langsam erforscht wird. Sie beschrieben Arbeitnehmer, die an Langweile oder Unterforderung im Job leiden – und dabei ähnliche Symptome wie Burnout-Patienten zeigen.

Forscher unterscheiden drei wesentliche Merkmale, die ein Boreout-Syndrom charakterisieren können: Langeweile, Unterforderung und Desinteresse. Wer im Berufsalltag extrem unterfordert ist, hat kontinuierlich das Gefühl, weitaus mehr leisten zu können als verlangt wird. Oftmals geht das mit Lust- und Ratlosigkeit einher – der Betroffene weiß nicht, was er mit seiner Zeit anfangen soll. Auch eine mangelnde Identifikation mit dem Job bedingt mitunter ein Boreout.

Unzufriedenheit wird zum Dauerzustand

Sowohl die Quantität als auch die Qualität der zugeteilten Aufgaben können dabei die Weichen für diesen Zustand stellen. Denn Langeweile entsteht nicht nur, wenn der Mitarbeiter zu wenig Arbeit bekommt. Auch wenn seine Fähigkeiten den Anspruch der tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten überschreiten, kann der Job schnell zur Qual werden.

Häufig wird das Krankheitsbild Boreout demnach dann hervorgerufen, wenn Routine und geringe geistige und körperliche Auslastung den Arbeitsalltag dominieren. Der Arbeitnehmer ist gewillt zu arbeiten, aber die ihm entsprechenden Aufgaben und beruflichen Herausforderungen fehlen. Unzufriedenheit wird auf diese Weise zum Dauerzustand.

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