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Bühne frei fürs Wissenschaftstheater!
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Lernen & Familie

Bühne frei fürs Wissenschaftstheater!

Der Kuppelbau verfügt über einen 700 Quadratmeter großen 3D-Screen, einen drehbaren Zuschauerraum und eine Hightech-Bühne, auf der es die Veranstalter buchstäblich krachen lassen können. Die vielen Möglichkeiten machen den Science Dome zu einem multifunktionalen Veranstaltungsort: Hier präsentiert die experimenta…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
5 Minuten
Rubrik
Lernen & Familie
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experimenta GmbH

Der Kuppelbau verfügt über einen 700 Quadratmeter großen 3D-Screen, einen drehbaren Zuschauerraum und eine Hightech-Bühne, auf der es die Veranstalter buchstäblich krachen lassen können. Die vielen Möglichkeiten machen den Science Dome zu einem multifunktionalen Veranstaltungsort: Hier präsentiert die experimenta den Besuchern speziell produzierte 360-Grad-Filme, Livexperimente, verschiedene Arten von Shows – und Wissenschaftstheater.

Buchstäblich spielerisch vermittelt

„Was wir bei der experimenta vermitteln wollen, ist bei diesem Konzept auf besondere Weise verpackt: Beim Wissenschaftstheater sind die Inhalte und Botschaften in Geschichten eingebunden, die Schauspieler auf der Bühne live präsentieren“, sagt Katrin Riedlinger, die mit ihrem Team für die Konzeption und Entwicklung der Shows zuständig ist. Wie sie erklärt, soll das Wissenschaftstheater neben der Wissensvermittlung vor allem die Begeisterung wecken, die Welt zu entdecken. „Der Science Dome bietet dabei die Möglichkeit, den Bühnenstücken einen Wow-Faktor zu verleihen – wir können alle Register ziehen, die unsere Hightech-Anlage zu bieten hat“, sagt der für den Science Dome zuständige Bereichsleiter Kenan Bromann.

Für das Wissenschaftstheater besitzt die experimenta ein eigenes Ensemble, die eine schauspielerische oder naturwissenschaftliche Ausbildung haben oder eine Kombination aus beiden Aspekten. Sie spielen abwechselnd die Figuren, um die sich die täglich präsentierten Stücke drehen. Im Fall der ersten Produktion sind sogar Gesangskünste gefragt: Bei „Mondpirat und Spiegelei“ ist auch Musik im Spiel. „Wir haben dieses Stück in Zusammenarbeit mit einer Kinder-Musik Autorin entwickelt“, sagt Riedlinger. Das etwa 40 Minuten lange Stück ist vor allem für die jungen Besucher der experimenta konzipiert. „Aber ältere Zuschauer, die sich ihr inneres Kind erhalten haben, kann das Stück natürlich auch begeistern“, betont Riedlinger.

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Die Geschichte handelt von einer kleinen Piratin, die möglichst kostbare Schätze erbeuten will. Mit ihrem Schiff startet sie deshalb zu einer fantastischen Reise, die sie zum Mond und bis zur Sonne bringt. Die Zuschauer nimmt sie auf ihr Abenteuer mit – sie werden ebenfalls zu Weltraumpiraten. Gold und Juwelen finden sie auf der spannenden Reise zwar nicht, aber dennoch werden sie reich – die Abenteurer häufen einen Wissensschatz an.

Für das Ambiente der spielerischen Weltraumerkundung lässt der Science Dome spektakuläre virtuelle Welten entstehen. „Im Bühnen-Modus kommen dabei etwa Lasershow-Elemente, Regen, Kunstnebel und dreidimensionale Höreindrücke zum Einsatz“, sagt Bromann. Um gemeinsam mit dem Darsteller in den Weltraum zu fliegen, wird dann der ganze 150 Sitze umfassende Zuschauerbereich innerhalb von 70 Sekunden vom Bühnen- in den Kuppel-Show-Modus gedreht. Dabei tauchen hochaufgelöste Projektionen die Besucher erneut in eine faszinierende Parallelwelt ein.

Wie Riedlinger betont, ist der Live-Charakter ein wichtiger Aspekt der Show und auch, dass die Darsteller die Zuschauer in die Handlung einbeziehen. Dies entspricht einem wichtigen Ziel der experimenta – Involvement heißt das Stichwort. Dieser Begriff aus der Psychologie beschreibt das Gefühl, persönlich angesprochen und beteiligt zu sein. „Unsere Stücke haben eine Geschichte als Fundament, aber kein starres Format – die Schauspieler formen den Ablauf der Show in einem gewissen Rahmen anhand der Reaktionen der Zuschauer. Dadurch können sie die Show auch ein wenig an die jeweilige Altersstruktur des Publikums anpassen. "Durch die unterschiedlichen Darsteller in unserem Team in Kombination mit dem Publikum entwickelt sich jede Vorstellung etwas anders“, sagt Riedlinger.

Eine „geladene“ Geschichte ist in Arbeit

Als nächste Show mit Storytelling ist ein Stück in Arbeit, bei der die Veranstalter ein buchstäbliches Potenzial des Science Domes ausreizen werden – das elektrische: Bei der geplanten Hochspannungs-Show werden die Tesla-Spulen der Anlage zum Einsatz kommen. Mit ihnen lassen sich auf der Bühne gezielt Blitze schleudern. Im Zaum gehalten werden sie dabei durch Effekte wie beim Faradayschen Käfig, sodass niemand Angst haben muss, getroffen zu werden. „Die Sicherheit hat bei uns natürlich oberste Priorität, betont Bromann. Die Hochspannungs-Show ist deshalb für die schon etwas größeren Besucher der experimenta konzipiert, denn auf die knalligen Effekte in der Dunkelheit reagieren die ganz Kleinen vielleicht ängstlich“.

Neben dem Science Dome wird auch das sogenannte Experimentaltheater zu einem Veranstaltungsort für schauspielerisch verpackte Shows. Dabei handelt es sich um einen weiteren Raum der experimenta, in dem Experimente speziell für Kinder von 3 bis 10 Jahren live präsentiert werden können – unter Einbeziehung der Besucher. Als erste Show mit Schauspiel-Charakter können sie hier „Den Weg des Wassers“ erleben. „Bei diesem Format werden die Besucher von den Darstellern besonders animiert, sich einzubringen“, sagt Riedlinger. Im Rahmen der Geschichte „komponieren“ die Teilnehmer gemeinsam mit dem Darsteller eine Wassersymphonie: Mit einfachen Gegenständen erzeugen sie im Experimentaltheater die verschiedenen Klangbilder, die Wasser verursachen kann – vom Prasseln bis zum Gluckern.

Internationales Festival „Science & Theatre“

„Wir befinden uns nun in der spannenden Anfangsphase der Entwicklung des Wissenschaftstheaters bei der experimenta - wir haben noch viele Ideen und Pläne“, sagt Riedlinger. Klar scheint: Prinzipiell lässt sich jedes wissenschaftliche Thema dramaturgisch verpacken und dadurch reizvoll gestalten. Für die Entwicklung des Wissenschaftstheaters setzt sich die experimenta auch noch in einer anderen Weise ein: Gemeinsam mit dem Theater Heilbronn veranstaltet das Science Center ein fünftägiges Veranstaltungsprogramm im November: Das internationale Festival „Science & Theatre“.

„Gruppen aus ganz Europa sind dazu nach Heilbronn eingeladen, die sich mit dem Thema Wissenschaft und Theater befassen“, sagt Bromann. Im Fokus des Festivals stehen Inszenierungen, die mit ethisch-moralischen Fragestellungen im Bereich von Forschung und Wissenschaft zu tun haben. Dazu wird es Aufführungen im Science Dome geben sowie im Theater Heilbronn. Flankiert wird das Festival von einem Rahmenprogramm aus weiteren Vorführungen, Vorträgen von Wissenschaftlern und Diskussionsrunden. Außerdem wird es einen Wettbewerb geben: Autoren konnten Wissenschafts-Theaterstücke einsenden, die dann von einer Fachjury beurteilt werden. „Das Gewinner-Stück wird dann später ins Programm des Science Domes einfließen“, sagt Bromann.

Man darf also gespannt sein, wie sich das interessante Genre weiterentwickeln wird. „Ich würde mich freuen, wenn sich das Wissenschaftstheater zu einem Markenzeichen der experimenta und des Theaters Heilbronn entwickelt“, sagt Riedlinger abschließend.

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