Crowdsourcing - ist die Masse wirklich klüger
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Crowdsourcing - ist die Masse wirklich klüger

Bild: Foto: Zimmermann, Peter, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Damit eine Masse an Menschen ihre Ideen zusammenbringen kann, muss sie gut vernetzt sein. Deshalb sind Internet, Soziale Netzwerke und Mobiltelefone treibende Kräfte bei dieser Form der Mitgestaltung. Die Logik dahinter: Viele Menschen verschmelzen zu einer Einheit und erreichen bei einer Aufgabe mehr als dieselbe Zahl von Einzelkämpfern sich auch nur erträumen könnte. Das Reizvolle am Crowdsourcing ist, dass jeder mitmachen kann und zum Designer, Forscher oder Erfinder wird. Unternehmen und Organisationen veröffentlichen Probleme oder Fragen im Internet. Die Onlinegemeinde bringt Ideen oder Lösungen ein und am Ende stimmt sie über die besten Vorschläge ab. Meist werden Preise für die Top-Ideen vergeben.

Was ist Crowdsourcing?

Wie funktioniert Crowdsourcing?

Damit eine Masse an Menschen ihre Ideen zusammenbringen kann, muss sie gut vernetzt sein. Deshalb sind Internet, Soziale Netzwerke und Mobiltelefone treibende Kräfte bei dieser Form der Mitgestaltung. Die Logik dahinter: Viele Menschen verschmelzen zu einer Einheit und erreichen bei einer Aufgabe mehr als dieselbe Zahl von Einzelkämpfern sich auch nur erträumen könnte. Das Reizvolle am Crowdsourcing ist, dass jeder mitmachen kann und zum Designer, Forscher oder Erfinder wird. Unternehmen und Organisationen veröffentlichen Probleme oder Fragen im Internet. Die Onlinegemeinde bringt Ideen oder Lösungen ein und am Ende stimmt sie über die besten Vorschläge ab. Meist werden Preise für die Top-Ideen vergeben.

Wo lässt sich Crowdsourcing einsetzen?

Die Möglichkeiten für Crowdsourcing sind fast unbegrenzt: Für das Onlinelexikon Wikipedia tragen Hunderte von Menschen ihr Fachwissen zusammen. Firmen schreiben Wettbewerbe für ein Logo aus. Forscher hoffen auf den frischen Blick von Laien, um Lösungen von komplizierten Problemen zu finden. Teilweise wird eine kluge Idee mit Preisgeldern von mehreren Tausend Euro belohnt. Unternehmen nutzen das Alltagswissen ihrer Kunden, um Autos zu verbessern, den Geschmack von Senf zu verfeinern oder die Kurvenlage eines Snwoboards schnittiger zu machen. Bei Projekten wie Seti@home jagen Crowdsourcer nach Außerirdischen.

Auch in der Katastrophenhilfe ist das Wissen der Masse gefragt. Mit der frei verfügbaren Software des gemeinnützigen Unternehmens Ushahidi können Crowdsourcer Informationen aus Krisengebieten sammeln und diese auf interaktiven Online-Karten veröffentlichen. Nach schweren Naturkatastrophen wie dem Erdbeben in Haiti im Jahr 2010 oder dem Tsunami in Japan im Jahr 2011 sind Hinweise darüber, wo Verletzte versorgt werden müssen, Straßen zerstört sind oder Trinkwasser fehlt von unschätzbarem Wert für die Ersthelfer vor Ort. Sie erhalten so einen Überblick über die Lage und können besser einschätzen, wo ihre Hilfe zuerst benötigt wird. Aber auch andere Informationen lassen sich auf den Karten darstellen, etwa wo gewalttätige Übergriffe auf Frauen stattgefunden haben oder wo die Schweinegrippe ausgebrochen ist.

Warum arbeiten Menschen in ihrer Freizeit freiwillig an anderer Leute Probleme?

Meist erhalten die Crowdsourcer keinen Lohn für ihre Arbeit. Warum opfern sie also ihre Freizeit? Forscher haben herausgefunden, dass der Spaß am Lernen, die Möglichkeit, Wissen mit anderen zu teilen, und die kreative Herausforderung die Crowdsourcer motiviert. Auch die Neugier auf neue Technik ist ein wichtiger Beweggrund. Manchmal sind die Teilnehmer auch einfach unzufrieden mit Produkten und daran interessiert, dass sie besser werden.

Ist die Masse wirklich klüger?

Galt in dem vergangenen Jahrhundert die Masse noch als dumme Herde, die blind und ungebildet ist, so ist sie im Crowdsourcing das Sinnbild für Klugheit und zielgerichtetes Handeln. Viele Experimente scheinen der Schwarmintelligenz Recht zu geben. Ein bekanntes Beispiel ist der Publikumsjoker der Quizsendung "Wer wird Millionär“. Er ist eine große Hilfe, wenn ein Kandidat bei einer Frage nicht weiter weiß. Alle Zuschauer im Saal haben die Möglichkeit abzustimmen, welche Antwort die richtige ist. Die Trefferquote ist hoch, die Weisheit der Masse siegt meist.

Aber nicht immer ist der Schwarm klüger als der Einzelne. Direkte Parallelen zwischen dem Verhalten von Tieren und Menschen zu ziehen, erweist sich als schwierig. Im schlimmsten Fall kann das Gruppenverhalten zu unkritischem Nachahmen führen und dazu, dass man Ideen zustimmt, weil alle anderen es eben auch tun. Kritiker wie der amerikanische Informatiker Jaron Lanier warnen vor einem "Digitalen Maoismus“, der dazu führe, dass das Kollektiv als wichtiger und realer angesehen werde als der einzelne Mensch.

Ist bei Crowdsourcing alles Gold, was glänzt?

Crowdsourcing bringt Probleme mit sich, denn der Schwarm kennt nur das Mehrheitsprinzip. Innovative Ideen von Querdenkern stoßen häufig nicht auf Konsens. Wie wichtig aber die Vision eines Einzelnen ist, der seinen Traum trotz Widerständen unbeirrbar verfolgt, zeigen viele Erfolgsstorys vom Autofabrikanten Henry Ford bis zum Apple-Gründer Steve Jobs. Ein weiterer beliebter Kritikpunkt ist, dass die Leistungen von Künstlern, Erfindern oder Wissenschaftlern keine angemessene Wertschätzung mehr finden, wenn die Crowdsourcer bereitwillig ihr Können kostenlos zur Verfügung stellen.

Und noch einen Punkt bemängeln die Kritiker: Wer die Technik nicht beherrscht oder keinen Internetzugang besitzt, bleibt zurück und ist kein Teil des Schwarms. Dadurch entstehe eine digitale Kluft.

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