Die Entdeckung der Diabetes-Therapie
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Die Entdeckung der Diabetes-Therapie

Bild: Foto: Amirhossein Ashrafzadeh, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Über 2000 Jahre gab ein geheimnisvolles Gebrechen Rätsel auf. Besonders auffällig war der ständige Drang der Patienten zum Wasserlassen, wobei sie völlig auszehrten.Im 2. Jahrhundert nannte ein griechischer Arzt die Krankheit Diabetes (Harnruhr): "Fleisch und Bein schmilzt in Urin zusammen", beschrieb Aretaios von Kappadokien. "Nach einem elenden, schmerzvollen Leben erfolgt schleunig der Tod."Im Mittelalter sprach man vom "Honig-Urin" der Erkrankten. Mit Erstaunen vermerkten die Ärzte, dass das seltsame Leiden 1871 während der grassierenden Hungersnot im belagerten Paris verschwand.1889 entdeckten zwei Deutsche - Joseph von Mering und Oskar Minkowski - zufällig einen medizinischen Zusammenhang mit der Bauchspeicheldrüse. Hunde, denen man das Organ entfernt hatte, wiesen plötzlich Zucker im Urin auf.Daraufhin bemühten sich mehrere Forscher, ein Blutzucker senkendes Sekret zu gewinnen. Die Präparate konnten aber nicht an Menschen angewendet werden, da sie nicht rein genug waren.

Über 2000 Jahre gab ein geheimnisvolles Gebrechen Rätsel auf. Besonders auffällig war der ständige Drang der Patienten zum Wasserlassen, wobei sie völlig auszehrten.

Im 2. Jahrhundert nannte ein griechischer Arzt die Krankheit Diabetes (Harnruhr): "Fleisch und Bein schmilzt in Urin zusammen", beschrieb Aretaios von Kappadokien. "Nach einem elenden, schmerzvollen Leben erfolgt schleunig der Tod."

Im Mittelalter sprach man vom "Honig-Urin" der Erkrankten. Mit Erstaunen vermerkten die Ärzte, dass das seltsame Leiden 1871 während der grassierenden Hungersnot im belagerten Paris verschwand.

1889 entdeckten zwei Deutsche - Joseph von Mering und Oskar Minkowski - zufällig einen medizinischen Zusammenhang mit der Bauchspeicheldrüse. Hunde, denen man das Organ entfernt hatte, wiesen plötzlich Zucker im Urin auf.

Daraufhin bemühten sich mehrere Forscher, ein Blutzucker senkendes Sekret zu gewinnen. Die Präparate konnten aber nicht an Menschen angewendet werden, da sie nicht rein genug waren.


Am 31. Oktober 1920 um 2 Uhr nachts schreibt der Kanadier Frederick Grant Banting an einer Vorlesung für Medizinstudenten. Plötzlich hat der Inhaber einer wenig erfolgreichen orthopädischen Praxis eine Idee. Er will das lebenswichtige Hormon aus den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse gewinnen.


Banting stellt den Gedanken seinem Professor vor. Dieser hält ihn für undurchführbar. Daraufhin geht er zum Direktor des Physiologischen Instituts von Toronto, John MacLeod. Er erhält die Erlaubnis, in einem leerstehenden Labor während der Urlaubszeit entsprechende Versuche anzustellen.


Zusammen mit dem Medizinstudenten Charles Herbert Best gelingt es Banting, aus Kalbsföten Insulin in einer klinisch verwertbaren Qualität zu isolieren. Am 27. (nach anderen Quellen 30.) Juli 1921 gelingt es den beiden erstmals, den Blutzuckerspiegel eines Hundes mithilfe intravenöser Injektion entscheidend zu senken.


Nach weiteren erfolgreichen Tierversuchen testen Banting und Best das neue Medikament an sich selbst. Dabei war neben der Wirksamkeit insbesondere die Toxizität im Blickpunkt, die durch injiziertes Fremdeiweiß verursacht wurde.


Als erster Patient bekommt im Januar 1922 ein 13jähriger die Insulinspritze. Der Zustand des Jungen scheint aussichtslos; er liegt bereits wegen Überzucker im Koma. Die Rettung gleicht einem Wunder.


Dies war der Durchbruch in der Diabetes-Therapie. Insulin gab Tausenden von Menschen Hoffnung, die zuvor als sichere Todeskandidaten galten. 1923 erhielt Banting den Nobelpreis für Medizin zusammen mit John MacLeod. Sein Forscherkollege Best wurde bei der offiziellen Preisverleihung nicht bedacht.

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