Die Milch ist schuld?
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Die Milch ist schuld?

Bild: Foto: Nevit Dilmen (talk), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Laktose ist der in Milch und Milchprodukten enthaltene Milchzucker. Er ist ein so genanntes Disaccharid, also ein Zweifachzucker, der bei der Verdauung mithilfe des Enzyms Laktase in die beiden Einfachzucker Galaktose (Schleimzucker) und Glukose (Traubenzucker) aufgespalten wird. Dieser Prozess findet im Dünndarm statt. Fehlt das Enzym oder wird es blockiert (z.B. durch Sorbitol), gelangt der Milchzucker in den Dickdarm und wird dort von Bakterien vergoren. Das kann zu Völlegefühl, Blähungen, Krämpfen, Erbrechen und wässrigen Durchfällen führen. Bleibt der Laktasemangel symptomfrei, spricht man von einer Malabsorption. Erst wenn es zu Verdauungsproblemen kommt, spricht man von einer Intoleranz.

Vom Normalzustand in den Ausnahmezustand

Laktose ist der in Milch und Milchprodukten enthaltene Milchzucker. Er ist ein so genanntes Disaccharid, also ein Zweifachzucker, der bei der Verdauung mithilfe des Enzyms Laktase in die beiden Einfachzucker Galaktose (Schleimzucker) und Glukose (Traubenzucker) aufgespalten wird. Dieser Prozess findet im Dünndarm statt. Fehlt das Enzym oder wird es blockiert (z.B. durch Sorbitol), gelangt der Milchzucker in den Dickdarm und wird dort von Bakterien vergoren. Das kann zu Völlegefühl, Blähungen, Krämpfen, Erbrechen und wässrigen Durchfällen führen. Bleibt der Laktasemangel symptomfrei, spricht man von einer Malabsorption. Erst wenn es zu Verdauungsproblemen kommt, spricht man von einer Intoleranz.

Je nach Alter und Veranlagung bildet der menschliche Körper mehr oder weniger Laktase. Am höchsten ist die Laktaseproduktion bei Säuglingen, nach dem Ende der Stillzeit nimmt sie stetig ab. Dass Erwachsene Milchzucker schlecht vertragen, ist also der Normalzustand. Nur in Nordeuropa und in Nordamerika kann ein Großteil der Erwachsenen Milchzucker verdauen. Grund ist eine Genmutation, die vor ca. 8.000 Jahren erstmals auftrat, zu jener Zeit also, in der die Menschen in Europa sesshaft wurden und Milchvieh hielten. Forscher vermuten einen evolutionären Vorteil in der so genannten Laktasepersistenz: wer über das Säuglingsalter hinaus Milch verträgt, kommt besser durch den Winter und andere Mangelzeiten.

Nachweis von Laktoseunverträglichkeit

Für den Nachweis einer Laktoseunverträglichkeit gilt ein H2-Atemtest als Goldstandard. Andere Verfahren sind ungenau oder können falsche Ergebnisse liefern. Für den Test trinkt der nüchterne Patient eine Laktoselösung. Danach wird in regelmäßigen Abständen die Atemluft auf Wasserstoff-Partikel untersucht. Der Atemtest basiert auf der Tatsache, dass bei einem Laktasemangel der Milchzucker nicht im Dünndarm aufgespalten wird, sondern in den Dickdarm gelangt, wo durch Bakterien unter anderem Wasserstoff freigesetzt wird. Dieser gelangt über die Blutbahn in die Lunge und kann dann in der Atemluft nachgewiesen werden. Da es zahlreiche Ursachen für Verdauungsbeschwerden gibt, sollte man zur Abklärung einen Facharzt aufsuchen, zumal eine Unverträglichkeit selten allein kommt. Je nach Symptomatik wendet man sich an einen Gastroenterologen (Schwerpunkt Verdauung), an einen Dermatologen (Schwerpunkt Haut) oder an einen HNO-Arzt bzw. Allergologen (Schwerpunkt Atemwege).

Milchzucker vs. Milcheiweiß – Unverträglichkeit vs. Allergie

Nicht zu verwechseln mit Laktoseintoleranz ist die Milcheiweißunverträglichkeit, auch Kuhmilchallergie genannt. Die Symptome ähneln sich zum Teil, die Ursachen sind jedoch grundverschieden. Denn eine Allergie ist eine immunologische Abwehrreaktion gegen tierische oder pflanzliche Eiweiße. Milch enthält 25 verschiedene Proteine, die Allergien auslösen können (so genannte Allergene). In Europa sind Schätzungen zufolge rund zwei bis drei Prozent der Säuglinge und Kleinkinder und rund ein Prozent der Erwachsenen betroffen.

Therapie, laktosearme Ernährung - Alternativen zu Kuhmilch

Wurde eine Laktoseintoleranz festgestellt, sollte man sich nach Absprache mit dem Arzt zunächst möglichst laktosearm ernähren bzw. gegebenenfalls Laktasepräparate einnehmen, um eine Malabsorption zu vermeiden. Schaf-, Ziegen- oder Stutenmilch fallen als Alternative zu Kuhmilch aus, da der Laktosegehalt aller Tiermilcharten ähnlich ist. Am ehesten sind Reis-, Hafer-, Soja- oder Mandelmilch als Ersatz geeignet – vorausgesetzt, man verträgt die entsprechenden Inhaltsstoffe. Im nächsten Schritt geht es um die Verbesserung der Darmflora. Komplett auf Laktose verzichten müssen nur die wenigsten, in der Regel gibt es eine Restaktivität des Enzyms Laktase, so dass bei entsprechender Diät die individuelle Toleranz aufgebaut werden kann.

Einordnung der Laktosegehalte

laktosefrei < 0,01 g/100 g

streng laktosearm < 0,1 g/100 g

laktosearm < 1 g/100 g

Quelle: Lebensmittelchemischen Gesellschaft (LChG)

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