Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Gesundheit/Artikel
Entdeckung des Pesterregers - dem Schwarzen Tod auf der Spur
Bildquelle nicht angegeben
Gesundheit

Entdeckung des Pesterregers - dem Schwarzen Tod auf der Spur

Die Pest hat im Laufe der Geschichte immer wieder verheerende Seuchen ausgelöst: Im sechsten Jahrhundert wütete die sogenannte Justinianische Pest, im Mittelalter ging die Krankheit als der "Schwarze Tod" in Europa um und auch in unserer modernen Zeit bedroht die Pest Bevölkerungsgruppen auf der ganzen Welt - erst…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Gesundheit
Artikelbild

Historisch

Die Pest hat im Laufe der Geschichte immer wieder verheerende Seuchen ausgelöst: Im sechsten Jahrhundert wütete die sogenannte Justinianische Pest, im Mittelalter ging die Krankheit als der "Schwarze Tod" in Europa um und auch in unserer modernen Zeit bedroht die Pest Bevölkerungsgruppen auf der ganzen Welt - erst 2017 brach sie etwa in Madagaskar aus.

Heute wissen wir, dass die berüchtigte Erkrankung durch ein Bakterium verursacht wird. Früher allerdings war das nicht so. Weil ihnen das medizinische Wissen fehlte, fanden die Menschen andere Erklärungen für die Seuche. Sie betrachteten sie als Strafe Gottes oder machten im Zuge des Antisemitismus die Juden als Überbringer der Pest aus.

Spurensuche in Hongkong

Auch nachdem Wissenschaftler schließlich entdeckt hatten, dass bestimmte Krankheiten von Bakterien ausgelöst werden, blieb der wahre Verursacher der Pest zunächst ein Geheimnis. Das änderte sich erst, als Ende des 19. Jahrhunderts die dritte große Pest-Pandemie in China ihren Anfang nahm.

Die Kolonialmacht Frankreich will damals ihren Ruf verbessern und schickt den 31-Jährigen Alexandre Yersin nach Hongkong, um den Auslöser der Seuche zu finden. Yersin hat bei den beiden Pionieren der Mikrobiologie Louis Pasteur und Robert Koch gelernt und trifft in China auf starke Konkurrenz: Ein japanisches Forscherteam um den Bakteriologen Kitasato Shibasaburo ist dem Pesterreger ebenfalls auf der Spur.

Artikelbild

Public Domain

Wer wird den Übeltäter als erstes identifizieren? Die Chancen, dass Yersin diesen Wettstreit gewinnt, stehen denkbar schlecht: Er ist weniger gut ausgestattet als die Japaner und wird obendrein von den englischen Kolonialbehörden in seiner Arbeit behindert, die ihm unter anderem den Zugang zu Pestleichen verwehren.

Doch Yersin ist erfinderisch: Nachdem ihn die Untersuchung von Blutproben Erkrankter nicht weitergebracht hat, verschafft sich der Mediziner mithilfe eines Bestatters heimlich Zugang zu Pesttoten. Am 20. Juni 1894 gelingt ihm dann die Sensation - er isoliert den Pestbazillus aus befallenen Lymphknoten und steckt Mäuse und Meerschweinchen mit der Krankheit an.

Aus Nachteil wird Vorteil

Auch sein japanischer Konkurrent behauptet, den Erreger gefunden zu haben. Tatsächlich aber handelt es sich um Pneumokokken, die zufällig in den Proben vorhanden waren. Letzten Endes ist seine schlechtere Ausstattung ein Glück für Yersin. Denn er hat keinen Brutkasten zur Verfügung und muss die Bakterienkulturen bei den herrschenden Außentemperaturen wachsen lassen - rund 27 Grad Celsius. Der Clou: Im 37 Grad warmen Brutkasten der Japaner gedeihen die Pesterreger weniger gut.

Dank Alexandre Yersin ist nun endlich der Verursacher der Pest gefunden. Das verantwortliche Bakterium wird später nach ihm benannt: Yersinia pestis. Doch die Identifizierung des Erregers ist nicht der einzige Erfolg, der dem Forscher in Hongkong gelingt. Er weist auch nach, dass der von ihm entdeckte Keim ebenfalls für das zeitgleich mit der Pest aufgetretene Rattensterben verantwortlich ist.

Artikelbild

istock.com, Hailshadow

Von der Ratte auf den Mensch

Zur vollständigen Entschlüsselung der Infektionskette fehlt damit nur noch ein letzter Schritt - die Verbindung zwischen Ratte und Mensch. Nur drei Jahre nach Yersins Entdeckung stellen Wissenschaftler in Bombay fest, dass die Pest durch Bisse von Rattenflöhen von den Nagern auf den Menschen überspringt.

Yersin und seine Nachfolger haben mit ihren Arbeiten die wesentlichen Grundlagen zur Bekämpfung der Pest geschaffen. Heute ist die Krankheit mithilfe von Antibiotika heilbar. Trotzdem fordert der Yersinia-pestis-Erreger immer wieder Tote - vor allem in Regionen mit schlechter medizinischer Infrastruktur.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Gesundheit

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesundheit.

Alle Gesundheit-Artikel
Normal für wen? Warum ein einziger Zahlenwert in der Medizin zu kurz greift
Gesundheit

Normal für wen? Warum ein einziger Zahlenwert in der Medizin zu kurz greift

15. Oktober 2026

Ein Anatomie-Dozent stellt die Frage, die viele Lehrbücher ausblenden: Wann ist ein Referenzwert wirklich 'normal'? Am Beispiel der Körpertemperatur zeigt sich, warum der Einzelwert Millionen in die Irre führt.

Als die KI den Patienten falsch protokollierte – und der Arzt es nicht bemerkte
Gesundheit

Als die KI den Patienten falsch protokollierte – und der Arzt es nicht bemerkte

13. Oktober 2026

Ein Patient muss einen formellen Antrag stellen, um einen Fehler in seiner KI-generierten Krankenakte zu korrigieren. Der behandelnde Arzt hatte die Notiz zuvor genehmigt. Der Vorfall zeigt: Automatisierte…

Psychische Gesundheit von Politikern: Forschung zeigt kritische Auswirkungen auf Governance
Gesundheit

Psychische Gesundheit von Politikern: Forschung zeigt kritische Auswirkungen auf Governance

12. Oktober 2026

Empirische Studien belegen, dass die mentale Gesundheit politischer Entscheidungsträger keine Privatangelegenheit ist, sondern systemische Folgen für Regierungsführung und institutionelles Vertrauen hat. The…

Schlafapnoe bei Kindern: Studie fordert altersabhängige Diagnosekriterien
Gesundheit

Schlafapnoe bei Kindern: Studie fordert altersabhängige Diagnosekriterien

5. Oktober 2026

Aktuelle Forschung zeigt, dass Symptome und Behandlungserfolg bei pädiatrischer obstruktiver Schlafapnoe je nach Altersgruppe erheblich variieren. Bisherige Diagnostik orientiert sich zu oft an Erwachsenenkriterien.

← Zurück zu GesundheitZur Startseite