Ernährungsmythen: Wie gesund sind Light-Produkte?
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Ernährungsmythen: Wie gesund sind Light-Produkte?

Bild: Foto: Kris D from Metropolia Silesia, Upper Silesia ( Oberschlesien ), CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

"Zero", "light" oder "leicht": Im Supermarkt locken jede Menge kalorienreduzierte Produkte. Beschriftet mit verheißungsvollen Adjektiven versprechen sie alle das Eine: Genuss ohne Reue und eine schlanke Linie ohne Verzicht. Aber stimmt das auch? Oder sitzen wir da einem weiteren Ernährungsmythos auf?

Für Menschen, die abnehmen oder einfach ein bisschen auf ihre Linie achten wollen, sind Light-Varianten auf den ersten Blick eine praktische Alternative zu den herkömmlichen Produkten. Sie scheinen kalorienarm und gesund zu sein. Schließlich enthalten sie wenig Fett und das macht bekanntlich dick – oder?

Mehr Kalorien als man denkt

Tatsächlich sind viele Light-Produkte gar nicht so leicht, wie die Hersteller es uns weißmachen wollen. Zwar haben sie in der Regel einen geringeren Energiegehalt als ihr herkömmliches Pendant, sind aber trotzdem meist nicht ohne. Insbesondere "leichte" Snacks wie Chips, Kekse oder Eis strotzen mitunter sogar fast genauso vor Kalorien wie ihr konventionelles Vorbild. Das fand vor einiger Zeit die Stiftung Warentest heraus.

Der Grund: Bei energiereduzierten Light-Produkten muss nur eine Zutat um mindestens 30 Prozent gemindert sein. So kann ein Light-Joghurt zwar aus fettarmer Milch hergestellt sein und daher weniger Fett enthalten. Dafür aber kann umso mehr Zucker drin sein – und das treibt die Kalorienbilanz in die Höhe.

Mehr essen durch "Light"

Diese versteckten Kalorien aber sind ein Problem: Wer denkt, ein vermeintlich "leichtes" Lebensmittel vor sich zu haben, isst unbewusst oft mehr davon. Das Gefühl, dies guten Gewissens tun zu können, verleitet dazu. Schließlich steht ja "light" drauf. Durch die größere Menge nehmen wir dann schlimmstenfalls sogar mehr Kalorien zu uns, als wenn wir das nicht kalorienreduzierte Variante gegessen hätten.

Ein weiteres Problem: Gerade Fett macht länger und besser satt als Zucker. Essen wir ein fettreduziertes Light-Produkt, bekommen wir unter Umständen früher wieder Hunger und fühlen uns auch nicht so gesättigt. Auch das kann dazu führen, dass wir mehr und häufiger essen – und damit den erhofften Effekt der Light-Produkte ins Gegenteil verkehren.

Ungesunde Süßstoffe?

Viele Light-Produkte enthalten zudem große Mengen an künstlichen Süßstoffen als Zuckerersatz. Die sind zwar praktisch kalorienfrei, können aber dennoch unerwünschte Nebeneffekte haben. So gibt es Hinweise darauf, dass Süßstoffe wie Aspartam, Saccharin oder Sucralose schon nach kurzer Zeit eine Glukose-Intoleranz auslösen können, eine Vorform von Diabetes. Light-Limonaden stehen außerdem im Verdacht, das Risiko für Gefäßerkrankungen zu erhöhen.

Der Grund dafür: Die Süßstoffe beeinflussen die Zusammensetzung unserer Darmflora – und das wiederum kann beträchtliche Auswirkungen auf unserer Gesundheit haben. Denn je nachdem, welche Bakterien sich in unserem Darm tummeln, nehmen wir beispielsweise bestimmte Nährstoffe unterschiedlich stark auf. Außerdem beeinflusst die Darmflora unser Immunsystem und unseren Stoffwechsel und kann auf diesem Wege bestimmte Krankheiten fördern oder verhindern.

Statt nur auf Light-Produkte zu setzen, lohnt sich deshalb ein Blick auf Lebensmittel, die von Natur aus leicht sind – zum Beispiel Wasser, Obst, Gemüse oder Quark. Diese sind kaum verarbeitet, enthalten keine potenziell schädlichen Süßstoffe und sind kalorienärmer als viele Produkte aus den Light-Sortimenten.

Mehr Informationen zu gängigen Ernährungsmythen gibt es im scinexx-Dossier "Ernährungsmythen - Essens-Irrtümer im Faktencheck".

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