Etagenwechsel: Aus Allergie wird Asthma?
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Etagenwechsel: Aus Allergie wird Asthma?

Bild: Foto: Marie Simon, Public domain, via Wikimedia Commons

Allergien führen nicht selten zu akuten Atemproblemen. So sind eine behinderte Nasenatmung oder reizende Hustenattacken bei Heuschnupfen nicht untypisch. Doch kann aus einer Allergie eine chronische Atemerkrankung wie Asthma entstehen? Tatsächlich droht Allergikern der Etagenwechsel – die Beschwerden zeigen sich dann dauerhaft.

Etagenwechsel: Was ist damit gemeint?

Vom Etagenwechsel wird gesprochen wenn sich allergische Symptome in tiefere Bereiche der Atemwege verlangen und dabei eine chronische Ausprägung annehmen. Bei Patienten mit Heuschnupfen befinden sich die Allergene z.B. im Bereich der oberen Atemwege. Werden allergische Reaktionen in diesem Stadium nicht adäquat behandelt, verlagern sich beteiligte Allergene auf die inneren Atemorgane. Damit wechseln sie die Etage. Von diesem Zeitpunkt an treten immense Gewebsschäden der Bronchien auf.

Dabei tendieren bestimmte Risikogruppen häufiger zu einem Etagenwechsel. Insbesondere genetische Veranlagen spielen hier eine Rolle. Sind beide Eltern Atopiker, wird das Kind mit einer 50%-igen Wahrscheinlichkeit ebenso unter allergischem Asthma leiden. Aktuell vermuten Forscher, dass auch Passivrauchen sowie eine Frühgeburt das Risiko einer Erkrankung an allergischem Asthma erhöhen. Fundierte, wissenschaftliche Belege gibt es hierzu noch nicht ausreichend.

Experten betonen jedoch, dass sich ein Etagenwechsel nicht bei jedem Allergiker vollzieht, aber gleichzeitig auch nicht unbeachtet bleiben sollte. Ärzte kritisieren, dass 90 % der Allergiker nicht angemessen behandelt werden. Nach Angaben der WHO gehört Heuschnupfen zu einem der größten Risikofaktoren für die Entwicklung von Asthma bronchiale.

Von der Allergie zum Asthma

Allergisches Asthma hat seinen Ursprung meist im frühen Kindes- oder Jugendalter. So belegen Studienergebnisse, dass circa ein Drittel aller Schulanfänger mit Heuschnupfen später an allergischem Asthma leiden wird. Dabei gilt zu beachten, dass vor dem sechsten Lebensjahr eine klare Diagnose einer Allergie nicht möglich ist. Im Gegensatz dazu können allergische Reaktionen in jedem Alter plötzlich auftreten.

Sobald Betroffene mit Allergenen in Kontakt kommen, werden typische Anzeichen von allergischem Asthma ausgelöst. Im Gegensatz dazu ignoriert das Immunsystem gesunder Kinder und Erwachsener diese eigentlich harmlosen Allergene. Der Verursacher dieser Überreaktion ist der Antikörper Immunglobulin E (IgE). Die andauernden allergische Symptome reizen die Atemwege sodass es zu chronischen Entzündungen kommt.

Allergene im Alltag:

  • Blütenpollen
  • Tierhaare
  • Schimmelpilze
  • Hausstaub (-milben)
  • Schimmelpilze
  • Ernährung: Erdnüsse

Typische Symptome von allergischem Asthma

Im Gegensatz zu Allergien leiden Patienten bei allergischem Asthma unter einem anhaltenden Entzündungszustand der Bronchien. Schätzungen zur Folge leiden circa 5 bis 15 % aller Europäer unter allergischem Asthma. Zu den typischen Symptomen von Asthmatikern gehört ein stets zäher Schleim auf den Atemwegen oder eine sich verkrampfende Atemmuskulatur.

Erste Anzeichen wie beispielsweise ein pfeifender Husten kündigen einen bevorstehenden Etagenwechsel an. Durch die vermehrte Freisetzung von Entzündungszellen kommt es infolgedessen zu den typischen Anzeichen von Asthmatikern. Hierzu zählen auch die Bronchienverengung, Schleimhautödeme. Im fortgeschrittenen Stadium können asthmatische Reaktionen bereits bei Kontakt mit eigentlich nicht Allergenen.

Effektive Prävention rechtzeitig beginnen

Führende Fachgesellschaften entwickelten einen Leitfaden zur gezielten Allergieprävention. Als wohl effektivste Präventionsmethode zählt die Ernährung von Säuglingen mit Muttermilch. Dabei ist es empfehlenswert, das Baby mindestens bis zum sechsten Lebensmonat ausschließlich zu stillen und danach mit der Einführung von Beikost zu beginnen. Dennoch beginnt eine effektive Vorbeugung von Allergien bereits während der Schwangerschaft. Zum einen sollten Schwangere weder rauchen noch passivrauchen. Andererseits ist auf eine schadstofffreie Umgebung zu achten. Hierzu zählt auch das gesundheitsfördernde Raumklima. Beispielsweise lässt sich die Bildung von gefährlichen Schimmelpilzen durch regelmäßiges Lüften der Wohnräume vermeiden.

Die Anreicherung der Ernährung mit Fisch kann einen weiteren Beitrag zur Allergieprävention leisten. Von Sojaprodukten zur Prävention raten Ärzte jedoch ab. Demgegenüber spielt ein stabiles, psychosoziales Umfeld im Kleinkindalter eine wesentliche Rolle bei der Vorbeugung von Allergien. Hierzu zählt auch der Besuch einer Kindertagesstätte vor dem dritten Lebensjahr oder größere Geschwister sind diesbezüglich vorteilhaft.

Studien belegen zudem, dass im Gegensatz zum Kaiserschnitt eine natürliche Geburt Kinder ab dem ersten Atemzug vor effektiv vor Allergien schützt. Nicht unbeachtet sollte zudem der Hinweis der Leitlinie in Bezug auf Impfungen sein. Demnach haben diese keinen Anteil an der Allergieprävention. Darüber hinaus bestätigen Ärzte, dass jede Art einer Pollenallergiebehandlung als effektive Präventionsmethode gegen Asthma gilt. Je früher die ärztliche Betreuung beginnt, desto effektiver die Präventionsmaßnahme.

Beispielsweise zählt die Hyposensibilisierung zu einer bewährten Therapie. Es handelt sich hierbei um eine wissenschaftlich fundierte Methode, Allergene langfristig auszuschalten. Dieser Effekt wird durch die Verabreichung einer starken Dosis des entsprechenden Allergens erreicht. Zu beachten gilt, dass sich die Hyposensibilisierung nicht für jeden Patienten eignet und die Therapie besonders gut anschlägt, desto früher sie eingesetzt wird.

Mein Allergie Portal, 2013

Focus, 2014

Süddeutsche Zeitung, 2014

121doc, 2015

Lungeninformationsdienst, 2012

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