Das Exzerpieren (lat. excerpere "herausklauben, auslesen") ist eine immer noch effektive Methode zum Erarbeiten von Textinhalten (Lesetechnik) und somit als Vorstufe zum Schreiben von Arbeiten (Hausarbeit) unverzichtbar. Das Exzerpt als ein Protokoll des Gelesenen kann sowohl wörtliche Zitate als auch sinngemäße Wiedergaben und Zusammenfassungen enthalten. Es ist eine individuelle Auswertung des Gelesenen, d. h., Sie bestimmen, was Sie für wichtig genug halten, es aufzuschreiben.
Vorgehensweise
Sie können nicht gleichzeitig lesen und Ihre eigene Arbeit schreiben. Deshalb leistet ein Exzerpt als Zusammenfassung der gelesenen und ausgewerteten Quellen wichtige Dienste.
Sehen Sie sich zunächst das Inhaltsverzeichnis, Namens- und Sachregister sowie die Einleitung des zu exzerpierenden Buches an. Damit können Sie abschätzen, ob das Buch relevant für Ihre Arbeit ist; sie brauchen also nicht das ganze Buch zu lesen.
Wenn Sie mittels rationeller Lesetechniken (Lesetechnik) bzw. den oben beschriebenen Techniken ein Buch angehen, bleibt Ihnen später mehr Zeit zur gründlichen Bearbeitung der tatsächlich wichtigen Bücher.
Übernehmen Sie wörtliche Zitate (Zitieren), so überprüfen Sie anschließend noch einmal Wortlaut und Zeichensetzung. Bei sinngemäßer Wiedergabe des Gelesenen benutzen Sie möglichst eigene Formulierungen. Auf diese Weise merken Sie schnell, wenn Sie etwas nicht richtig verstanden haben und noch einmal überdenken müssen. Der Sinn des Gelesenen soll klar erkennbar sein und nicht verfälscht werden. Wenn Sie diese Regeln beachten, erhalten Sie ein fundiertes Exzerpt und damit eine wertvolle Grundlage für Ihre weitere Arbeit (Hausarbeit).
Inhalt
Ein Exzerpt enthält wichtige Zitate, Gedankengänge, Aussagen und Argumente. Halten Sie wörtliche Zitate fest, so müssen die genauen Quellenangaben notiert werden; dazu gehört neben Autor, Erscheinungsjahr, Titel, Erscheinungsort usw. auch die Seitenzahl. Das erspart Ihnen später aufwändiges Suchen, wenn Sie das Zitat (Zitieren) in Ihre Arbeit aufnehmen möchten.
Bei sinngemäßen Wiedergaben empfiehlt es sich, auch den Zusammenhang mit zu notieren, evtl. Gegenargumente/Antithesen mit festzuhalten und von den eigenen Standpunkten zu unterscheiden. Das hilft Ihnen später, wenn Sie in Ihrer Arbeit eigene Argumentationslinien aufbauen wollen.
Wenn Sie nur einen Teil eines Buches bzw. einer Zeitschrift lesen, vermerken Sie es mit. Auch das vermeidet späteres Suchen.
Verwendung
Oft können Sie Bücher und Zeitschriften nur schwer ausleihen. Sie werden deshalb auch immer wieder viele Texte kopieren müssen. Sicher ist das Markieren (Markieren) in der Kopie wichtig, es ersetzt aber nicht das Exzerpieren, weil Sie dabei die Gedanken nicht mit eigenen Worten wiedergeben.
Exzerpte werden von jeder Literaturquelle einzeln angefertigt und so abgelegt, dass sie immer wieder umgeordnet, ergänzt und systematisiert werden können. Sie können eigene Gedanken, Anmerkungen und Verweise anfügen. Dazu eignen sich größere Karteikarten, DIN-A4-Blätter oder eine Datenbank auf dem Computer (Merktechniken). Gute Exzerpte werden gepflegt, es wäre also unpraktisch, sie alle hintereinander in ein Buch oder Heft zu schreiben.
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Fragen
1) Welchen Sinn hat ein Exzerpt?
2) Wann sollten Sie wörtliche Zitate festhalten?
3) Warum sollten Sie möglichst viel in eigenen Worten formulieren?
4) Warum muss man Exzerpte pflegen?
Antworten
1) Exzerpieren ist die Vorstufe zum Schreiben von Arbeiten. Das Gelesene wird bewertet und wichtige Gedanken, Zitate usw. festgehalten.
2) Wenn Sie für Ihre Arbeit wichtige Zitate finden, sollten Sie sie wörtlich mit Quellenangaben festhalten und als solche kennzeichnen. Sie können die Zitate später direkt in Ihre Arbeit übernehmen.
3) Das Formulieren und Wiedergeben mit eigenen Worten ist ein wichtiger Schritt zum Verstehen des Gelesenen und Verfassen der eigenen Arbeit.
4) Exzerpte können immer wieder ergänzt, aktualisiert und bearbeitet werden, nur dann sind sie wirklich sinnvoll.
Bibliografie
K. Bünting, A. Bitterlich, U. Pospiech: Schreiben im Studium. Ein Trainingsprogramm, Berlin 1996
H. Knauf, F. Schmithals: Tutorenhandbuch, Neuwied 2000
R. Schräder-Naef: Rationeller Lernen lernen, Weinheim, Basel 1994



