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Für den Winter gewappnet: Tipps zum Heizen und Lüften
Bildquelle nicht angegeben
Gesundheit

Für den Winter gewappnet: Tipps zum Heizen und Lüften

Fast zwei Drittel der Nebenkosten in Privathaushalten stammen vom Heizen in der kalten Jahreszeit. Entscheidend ist dabei, wie gut das Haus oder die Wohnung gedämmt ist. Aber auch unabhängig davon, lässt sich Geld sparen: Wer effizient heizt, kann unnötig hohe Kosten um 150 bis 250 Euro im Jahr senken. Das sind bis…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
5 Minuten
Rubrik
Gesundheit
Artikelbild

iStock,com, Mariakray

Fast zwei Drittel der Nebenkosten in Privathaushalten stammen vom Heizen in der kalten Jahreszeit. Entscheidend ist dabei, wie gut das Haus oder die Wohnung gedämmt ist. Aber auch unabhängig davon, lässt sich Geld sparen: Wer effizient heizt, kann unnötig hohe Kosten um 150 bis 250 Euro im Jahr senken. Das sind bis zu 20 Prozent der jährlichen Heizkosten. Die Devise beim Heizen lautet: Zu viel Wärme erhöht die Kosten.

Die Temperatur auf die goldene Mitte drosseln

Beim effizienten Heizen sei die Mitte das Maß der Dinge, so Experten des vom Umweltministerium geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau. „Das Thermostat sollte auf Stufe zwei oder drei stehen“, erklärt Frank Hettler, Beteiligter an dem Programm. Dabei unterscheidet er je nach Wohnraum: In Wohn-, Kinder- und Arbeitszimmer ist eine Temperatur von 19 bis 21 Grad ausreichend - das entspricht Stufe drei auf dem Thermostat. Seltener, kürzer oder hauptsächlich zum Schlafen genutzte Räume – wie Flure, Küche und Schlafzimmer -  kommen mit einer Temperatur von 16 bis 18 Grad aus: Das Thermostat sollte hier auf Stufe zwei stehen. Vermeiden sollte man dabei in allen Räumen einen Wärmestau an den Heizkörpern, der durch zu nah platzierte Möbel oder überhängende Gardinen entstehen kann.

Besonders kostensparend ist es, die Zimmertemperatur an die Tageszeit sowie an An- und Abwesenheiten anzupassen. Die Experten empfehlen, die Heizung auf 15 bis 16 Grad herunter zu regeln, bevor man schlafen oder außer Haus geht. Das Thermostat sollte dann zwischen Stufe eins und zwei stehen. Wer diesen Tipp immer eine Stunde vor der Bettruhe befolgt, spare rund 25 Prozent der nächtlichen Kosten, so die Rechnungen der Spezialisten.

Ein weiterer Rat: Die Heizungsregelung im Keller ermöglicht es, eine niedrigere Temperatur für die Nachtstunden einzustellen. So kann man die Vorlauftemperatur, mit der die Heizkörper versorgt werden, beispielsweise um 15 bis 20 Grad absenken. Beim Heizen gilt also – wie bei so Vielem – die Planung macht´s.

Artikelbild

pixabay.com, ri

Höher, heißer, aber nicht effizienter

Von den hohen Stufen des Thermostats rät Hettler generell ab: „Stufe vier und fünf sollten Bewohner vermeiden. Sie erhitzen den Raum viel zu stark, das erhöht die Kosten“, erklärt Hettler. Und was Viele nicht wissen: Die Stufen auf dem Thermostat am Heizkörper entsprechen einer Zieltemperatur - nicht der Aufwärmgeschwindigkeit. Höhere Stufen heizen den Raum nicht schneller auf, sondern erhitzen ihn lediglich auf höhere Temperaturen – zum Beispiel heizt der Raum bei Stufe fünf auf 28 Grad auf . Und das hat es in sich, wissen die Fachleute. Übersteigt die Raumtemperatur den Bedarf um nur ein Grad, steigen die Heizkosten bereits um sechs Prozent an.

Als entscheidender Nebeneffekt senkt bedarfsgerechte Heizen auch die aufkommenden CO2-Emissionen: Wer zu hoch aufheizt, verbraucht unnötig Energie. Ratsam ist es auch, die Heizungsanlage mit alternativen Energieträgern zu unterstützen: Photovoltaik oder Solarthermie oder eine Wärmepumpe, die die natürliche Wärme aus der Erde nutzt, können einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Weder zu warm, noch zu kalt

Die Heizung wenig bis gar nicht zu nutzen - um noch mehr Kosten und Energie zu sparen - sei keine gute Alternative, so die Fachleute. Selbst während eines Winterurlaubs sollte es in normal genutzten Räumen zu Hause nicht kälter als 15 Grad werden. Denn Kälte lässt die Feuchtigkeit, die durch Menschen, Tiere aber auch Pflanzen entstehen, an kalten Stellen der Wände leichter kondensieren und erhöht die Schimmelgefahr. Eine eingeschaltete Heizung auf niedriger Stufe mindert das Pilzrisiko und erhöht damit die Wohnqualität und die Gesundheit der Bewohner.

Statt aufs Heizen zu verzichten, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und Geld zu sparen, raten die Experten eher in funktionstüchtige Heizkörper zu investieren. Denn Mängel an der Heizung lassen den Energieverbrauch und die Heizkosten enorm ansteigen.

Artikelbild

iStock.com, Yaraslau Saulevich

Auch im Winter gut durchlüften

Nicht nur das Heizen, sondern auch das Lüften spielt im Winter eine wichtige Rolle: Denn das sorgt für sauerstoffreiche Frischluft und verringert gelichzeitig das Schimmelrisiko. „Viele denken, durch ein gekipptes Fenster ließe sich für frische Raumluft sorgen, ohne die wohlige Wärme zu verlieren. Doch das ist ein Trugschluss“, sagt Klaus Keßler von der KLiBA Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg-Rhein-Neckar-Kreis. „Das Gegenteil ist der Fall: Kippen zieht den Luftaustausch in die Länge. In dieser Zeit kühlen die Wände um die Fenster aus, die Räume werden kalt und müssen anschließend mit viel Heizenergie wieder aufgewärmt werden.“

Effizienter ist mehrminütiges Stoß- oder Querlüften, denn die verbrauchte Raumluft wird so schnell gegen frische Luft getauscht. Kurz darauf sind die Zimmer wieder wohlig warm. Am besten sei es, gegenüberliegende Fenster gleichzeitig weit zu öffnen, raten die Experten. Besonders Küche und Bad sollten mehrmals am Tag einen solchen Durchzug erhalten, bei anderen Wohnräumen reicht das Lüften meist morgens, mittags und abends. Zu Beginn der kalten Jahreszeit lohnt es sich zudem, die Heizkörper zu entlüften.

Um das Lüften der Räume zu vereinfachen, empfehlen die Spezialisten Lüftungsanlagen: Sie lüften automatisch und sorgen so durchgängig für den Abtransport verbrauchter, feuchter Luft und die Zufuhr frischer, sauerstoffreicher Luft mit weniger Luftfeuchte. Somit erzielen sie automatisch eine optimale Luftqualität. Die Geräte sind zudem häufig mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet, dadurch halten die Anlagen die Räume warm und sparen Heizenergie. Auch Lärm von außen wird durch die Lüftungsanlagen deutlich gemindert.

Lüftung auch gegen Viren

Mechanische Lüftungsanlagen haben aber noch mehr Vorteile: Je nach Filterart schützt die Anlage zum Beispiel vor Feinstaub und Pollen. Auch Aerosole in der Luft – winzig kleine, schwebende Partikel, in denen Viren enthalten sein können – bleiben so nicht unnötig lange im Raum. Denn die Lüftungsanlagen führen ständig Frischluft in die Räume und saugen die möglicherweise mit Viren belastete Abluft aus der Wohnung. Das erhöht den Außenluftanteil in den eigenen vier Wänden und reduziert damit die Gefahr, dass sich Personen über Aerosole mit Greippe- oder Coronaviren infizieren. Automatische Lüftungen verringern so die Ansteckungsgefahr, wenn beispielsweise Freunde, Nachbarn, Verwandte oder auch die Reinigungskraft im Haus sind.

Um die Gefahr konsequent zu minimieren, haben die Experten noch einen Rat: Wer eine Lüftungsanlage besitzt, sollte die Außenluftvolumenströme erhöhen und Umluftanteile - soweit in den Anlagen möglich - reduzieren. Zusätzlich ist es hilfreich, die Betriebszeit der Lüftungsanlage gegebenenfalls auszuweiten: Dafür schaltet man die Anlage vor und nach der üblichen Nutzungszeit an, um eine bessere Grundlüftung zu erzielen. Aber Achtung: Die Lüftung ist eine ergänzende Maßnahme und kein Ersatz für die Einhaltung AHA-Regeln.

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