Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Gesundheit/Artikel
Gefährlicher Erreger: 50 Jahre Marburg-Virus
Bildquelle nicht angegeben
Gesundheit

Gefährlicher Erreger: 50 Jahre Marburg-Virus

Als im August 1967 ein schwerkranker Patient in die Marburger Universitätsklinik gebracht wird, vermuten die Ärzte zunächst eine heftige Sommergrippe. Doch die Symptome werden immer schlimmer: Das Fieber steigt, der Patient bekommt Durchfall und schließlich starke innere Blutungen, die vor allem den Magen-Darm-Trakt…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Gesundheit
Artikelbild

CDC, Frederick Murphy

Als im August 1967 ein schwerkranker Patient in die Marburger Universitätsklinik gebracht wird, vermuten die Ärzte zunächst eine heftige Sommergrippe. Doch die Symptome werden immer schlimmer: Das Fieber steigt, der Patient bekommt Durchfall und schließlich starke innere Blutungen, die vor allem den Magen-Darm-Trakt und die Lungen angreifen. Und er ist nicht der Einzige mit solchen Beschwerden - der nächste Kranke kommt, dann noch einer, dann noch einer. Bis zum Ende des Monats lagern 19 Patienten auf der Isolierstation.

Spätestens jetzt ist den Medizinern klar: Sie haben es mit einer gefährlichen Krankheit zu tun. Als Verursacher im Verdacht steht zunächst das Gelbfieber-Virus - doch diese Vermutung entpuppt sich als falsch. Auch andere mögliche Krankheiterreger können im Laufe der Untersuchungen ausgeschlossen werden. Schließlich bleibt als einzige Erklärung: Hier muss ein bisher unbekannter Feind am Werk sein.

Fadenförmiges Virus

Während die Patienten im Krankenhaus um ihr Leben kämpfen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Der Erreger muss so schnell wie möglich identifiziert werden. Im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) reisen Spezialisten für exotische Tropenkrankheiten ins beschauliche Marburg. Doch nicht nur am Ausbruchsort selbst wird nach dem Unbekannten gefahndet. Insgesamt untersuchen acht Laboratorien weltweit Blut- und Gewebeproben der Kranken und führen Tierversuche durch.

Auf die Schliche kommen Wissenschaftler dem Erreger schließlich dann doch dort, wo er ausgebrochen ist. Werner Slenczka vom Institut für Virologie in Marburg und seinen Kollegen gelingt es, den Übeltäter aus Blutproben im Labor infizierter Meerschweinchen zu isolieren und inaktiv zu machen. Diese Proben schicken sie an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Dort zeigt sich am 20. November, knapp drei Monate nach Beginn des Ausbruchs, ein großes, fadenförmiges Virus unter dem Mikroskop: Es bekommt den Namen Marburg-Virus.

Artikelbild

Rod Waddington in flickr / CC BY-SA 2.0

In der Zwischenzeit sind nicht nur Menschen in Marburg erkrankt - auch in Frankfurt und Belgrad ringen im Jahr 1967 Patienten ums Überleben. Von den 31 Infizierten sterben schließlich sieben. Doch wie haben sie sich mit dem tödlichen Virus angesteckt? Auffällig ist, dass fast alle Patienten Wissenschaftler sind, die mit Affen arbeiten - und zwar Tieren, die nicht aus Deutschland stammen.

Sämtliche in Marburg Erkrankte etwa sind Angestellte eines pharmazeutischen Unternehmens, das eine große Anzahl grüner Meerkatzen für die Herstellung von Impfstoffen benötigt und dafür Tiere aus Uganda importiert hat. Es stellt sich heraus: Die Affen haben den Erreger aus ihrer Heimat mitgebracht und dann die Menschen, die mit ihnen in Kontakt waren, angesteckt. Es ist das erste Mal, dass ein Virus aus Afrika nach Deutschland eingeschleppt wird und hier Todesopfer fordert.

Tierisches Reservoir

Heute weiß man mehr über den damals unbekannten Exoten: Er kann durch direkten Kontakt zu infizierten Menschen oder Tieren übertragen werden und hat seinen Ursprung mit ziemlicher Sicherheit in Äquatorialafrika. Dort infiziert er normalerweise tierische Wirte, in denen er sich erfolgreich vermehren kann. Die Identität seines natürlichen Reservoirs ist zwar noch nicht zweifelsfrei geklärt. Infrage kommen aber neben Affen vor allem Flughunde.

Auf den Menschen springt das Marburg-Virus dagegen bisher nur durch Zufall über. Nach 1967 ist das in Südafrika, Kenia, dem Kongo und Uganda passiert. Der bisher größte Ausbruch fand im Jahr 2004 in Angola statt: Damals erkrankten 163 Personen, von denen nur dreizehn überlebten. Eine von einer Uganda-Reise zurückgekehrte Touristin hat den Erreger 2008 zudem erneut nach Europa, in die Niederlande gebracht. Sie steckte aber keine weiteren Menschen an.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Gesundheit

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesundheit.

Alle Gesundheit-Artikel
Normal für wen? Warum ein einziger Zahlenwert in der Medizin zu kurz greift
Gesundheit

Normal für wen? Warum ein einziger Zahlenwert in der Medizin zu kurz greift

15. Oktober 2026

Ein Anatomie-Dozent stellt die Frage, die viele Lehrbücher ausblenden: Wann ist ein Referenzwert wirklich 'normal'? Am Beispiel der Körpertemperatur zeigt sich, warum der Einzelwert Millionen in die Irre führt.

Als die KI den Patienten falsch protokollierte – und der Arzt es nicht bemerkte
Gesundheit

Als die KI den Patienten falsch protokollierte – und der Arzt es nicht bemerkte

13. Oktober 2026

Ein Patient muss einen formellen Antrag stellen, um einen Fehler in seiner KI-generierten Krankenakte zu korrigieren. Der behandelnde Arzt hatte die Notiz zuvor genehmigt. Der Vorfall zeigt: Automatisierte…

Psychische Gesundheit von Politikern: Forschung zeigt kritische Auswirkungen auf Governance
Gesundheit

Psychische Gesundheit von Politikern: Forschung zeigt kritische Auswirkungen auf Governance

12. Oktober 2026

Empirische Studien belegen, dass die mentale Gesundheit politischer Entscheidungsträger keine Privatangelegenheit ist, sondern systemische Folgen für Regierungsführung und institutionelles Vertrauen hat. The…

Schlafapnoe bei Kindern: Studie fordert altersabhängige Diagnosekriterien
Gesundheit

Schlafapnoe bei Kindern: Studie fordert altersabhängige Diagnosekriterien

5. Oktober 2026

Aktuelle Forschung zeigt, dass Symptome und Behandlungserfolg bei pädiatrischer obstruktiver Schlafapnoe je nach Altersgruppe erheblich variieren. Bisherige Diagnostik orientiert sich zu oft an Erwachsenenkriterien.

← Zurück zu GesundheitZur Startseite