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Gehirnjogging – So bleiben die grauen Zellen fit
Bildquelle nicht angegeben
Gesundheit

Gehirnjogging – So bleiben die grauen Zellen fit

Man bezeichnet Senioren und Seniorinnen, die im hohen Alter geistig leistungsfähig sind, oftmals als Super-Ager. Grundsätzlich braucht es keine besondere Veranlagung, um ebenfalls ein Super-Ager zu sein. Gewiss kann die genetische Disposition bestimmte Krankheiten wie Demenz begünstigen, die einem Dasein als…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Gesundheit
Artikelbild

iStock.com, metamorworks

Man bezeichnet Senioren und Seniorinnen, die im hohen Alter geistig leistungsfähig sind, oftmals als Super-Ager. Grundsätzlich braucht es keine besondere Veranlagung, um ebenfalls ein Super-Ager zu sein. Gewiss kann die genetische Disposition bestimmte Krankheiten wie Demenz begünstigen, die einem Dasein als Super-Ager im Wege stehen. Doch ein aktiver und gesunder Lebenswandel kann die genetische Disposition unter Umständen neutralisieren. Letzten Endes kann man es drehen und wenden, wie man will: Gehirnjogging ist eine Möglichkeit zur Verbesserung der Aussichten auf eine langanhaltende und hohe geistige Leistungsfähigkeit. Doch welche Übungen helfen wirklich und welche sind eher eine Belastung und zu meiden?

Kreuzworträtsel: Ein Evergreen des Gehirnjoggings

Das Kreuzworträtsel steht so sehr wie kein anderes Denkspiel symbolisch für das Gehirnjogging: Im Fokus des Spiels steht der Einsatz von Fähigkeiten, wie beispielsweise des Erinnerungsvermögens und der Lernfähigkeit. Ebenfalls gefragt ist eine gewisse Kreativität, schließlich muss zum Finden von Lösungen um die Ecke gedacht werden: Welches Wort könnte mit diesem Hinweis gemeint sein? Fremdsprachenkenntnisse, ein breiter Wortschatz in der deutschen Sprache und Kenntnisse aus verschiedenen Fachbereichen sind bei der Ermittlung von Lösungen hilfreich. Sollte der passende Begriff mal fehlen, dann gibt es Hilfen für Kreuzworträtsel im Internet, die bei der Lösungsfindung helfen. So bleibt der Spaß langfristig aufrechterhalten.

Vergleicht man die Anforderungen des Lösens von Kreuzworträtseln mit der geistigen Leistungsfähigkeit, so fällt eine interessante Parallele auf. Der Persönlichkeitspsychologe Raymond B. Cattell unterschied zwischen zwei Komponenten der menschlichen Intelligenz: der fluiden Intelligenz, die als Verarbeitungsgeschwindigkeit zusammengefasst werden könne, und der kristallinen Intelligenz, die von der menschlichen Sozialisation abhängig sei. Laut Cattell unterliege vermutlich die fluide Intelligenz altersbedingten Abbauprozessen. Nun der Clou: Ausgerechnet die fluide Intelligenz lässt sich steigern, indem sie trainiert wird. Zwar sei ein Anteil von rund 40 % der fluiden Intelligenz voraussichtlich genetisch vorbestimmt, doch der Rest sei durch zielgerichtetes Training optimierbar. Das Abrufen von Informationen aus dem Arbeitsgedächtnis sei dabei eine wirksame Praxis im Training.

Bei diesem Abruf von Informationen helfen u. a. Spiele. Wieso das Kreuzworträtsel seit Jahrzehnten ein Paradebeispiel fürs Gehirnjogging ist, zeigt indirekt ein Blick auf die Alternativen:

Diese und viele weitere Spiele sind ohne Einwände zum Gehirnjogging geeignet. Sie helfen beim Ausbau sowie Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit. Allerdings sind im Vergleich zum Kreuzworträtsel entweder die Regeln komplizierter (siehe Scrabble und Schach), digitale Barrieren für ältere Personen ohne Smartphone gegeben (siehe Apps) oder die Übungen eintöniger (siehe Sudoku). Somit verwundert es kaum, wieso Kreuzworträtsel seit Jahrzehnten das beliebteste Gehirnjogging sind.

Artikelbild

thinkstock.com, Julia_Sudnitskaya

Abwechslung beim Gehirnjogging ist dennoch wichtig!

Trotz der praktischen Eigenschaften von Kreuzworträtseln und deren unbestreitbarer Eignung fürs Gehirnjogging bietet es sich an, auch andere Übungen durchzuführen. Denn nach mehrjähriger Praxis tritt bei jedem Spiel eine gewisse Routine ein. Insbesondere Personen, die bereits über ein umfassendes Vokabular und viel Allgemeinwissen verfügen, sind früher oder später bei Kreuzworträtseln unterfordert. Diese Unterforderung ist nicht im Sinne des Gehirnjoggings, das stets fordern, aber nie unter- oder überfordern sollte.

Dementsprechend gilt die Empfehlung, sich durch Abwechslung geistig fit zu halten: eine Zeit lang helfen die Kreuzworträtsel, irgendwann bietet sich der Umstieg auf ein alternatives Training an. Diese Alternative kann in Sudoku, speziellen Apps oder Brettspielen bestehen. Bei der Wahl des Gehirntrainings genießen die Anwender viele Freiheiten.

Außerdem bieten sich bei den Herausforderungen des Alltags Chancen zum Gehirnjogging: Wer beispielsweise immer nur Navigationsgeräte nutzt, hat ein leichtes Spiel und trainiert sein Gehirn nicht. Wie wäre es zur Abwechslung mal mit dem „altmodischen Weg“, sich per Karte zu navigieren? Dies fordert das Gehirn gewiss, im Besonderen das räumliche Vorstellungsvermögen ist hierbei gefragt. Mit dem räumlichen Vorstellungsvermögen schließt sich ein Kreis, denn dieses ist ein Bestandteil der eingangs erwähnten fluiden Intelligenz.

Artikelbild

iStick.com, Maselkoo99

Multitasking: Vorsicht vor Überlastungen

Auch wurde eingangs angedeutet, dass Gehirnjogging für die geistige Leistungsfähigkeit belastend sein kann. Ein Risiko hierfür ergibt sich beim Multitasking. Die Grundidee hinter dem Multitasking ist gut: Zwei oder drei Dinge zu derselben Zeit zu erledigen, trainiert mehrere Gehirnareale. Diese Rechnung geht jedoch nicht immer auf…

Wie im Artikel über Medien-Multitasking erläutert, kann das gleichzeitige Fernsehen und Surfen das Gedächtnis beeinträchtigen. Diese Erkenntnisse basieren auf einer Studie von Kobayashi, Oishi et al. (2020). Eine mutmaßliche Erklärung für die Beeinträchtigung des Gedächtnisses ist, dass es sich um passive Aktivitäten handelt, bei denen nicht selbst einer Übung nachgegangen wird. Dadurch sind verschiedene Gehirnareale nicht gefordert, sondern ähnliche Areale überfordert.

Multitasking lohnt sich, wenn überhaupt, am ehesten bei eigens durchgeführten Aktivitäten, die ein gewisses Maß an Konzentration erfordern. Denn das, was nicht konzentriert ausgeübt wird – siehe das gleichzeitige Fernsehen und Surfen – versinkt am ehesten im Unterbewusstsein und verfehlt die angestrebte Wirkung. Zudem kann es sich überlastend auswirken, zu häufig Multitasking zu praktizieren. Grund hierfür ist die mögliche Auslösung von Stress. Multitasking hat also nur so lange die gewünschte Wirkung, wie man es nicht als Stress empfindet.

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