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Genie und Wahnsinn - Sind Linkshänder intelligenter?
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Gesundheit

Genie und Wahnsinn - Sind Linkshänder intelligenter?

Wer alles „mit links“ macht, ist in der Minderheit – zumindest in der menschlichen Spezies. Rund zehn bis 15 Prozent aller Menschen bevorzugen heute mindestens bei einigen Tätigkeiten ihre linke Hand. Der Anteil der Linkshänder variiert allerdings je nach Kultur und Bevölkerungsgruppe zwischen drei und 29 Prozent.…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Gesundheit
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Wer alles „mit links“ macht, ist in der Minderheit – zumindest in der menschlichen Spezies. Rund zehn bis 15 Prozent aller Menschen bevorzugen heute mindestens bei einigen Tätigkeiten ihre linke Hand. Der Anteil der Linkshänder variiert allerdings je nach Kultur und Bevölkerungsgruppe zwischen drei und 29 Prozent. Wie stark sich die Linkshändigkeit bei einem Menschen ausgeprägt, ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Viele schreiben zwar mit rechts, machen aber alles andere mit links, andere nutzen beide Hände fast gleich stark, wieder andere sind ausschließliche Linkshänder.

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Was haben Obama, Einstein und Goethe gemeinsam?

Doch obwohl die Linkshänder insgesamt gesehen in der Minderheit sind, scheinen sie in einer bestimmten Gruppe von Menschen überproportional stark vertreten zu sein: Bei den Kreativen, den Genies und auch vielen erfolgreichen Politikern. So war Napoleon Bonaparte Linkshänder und auch unter den Präsidenten der USA gab es in den letzten gut 100 Jahren auffällig viele Linkshänder. Auch Barack Obama unterzeichnet seine Dokumente mit links.

Während man über die Intelligenz und Genialität von Politikern noch streiten kann, sind die "Lefties" auch auffallend oft unter berühmten Wissenschaftlern, Musikern, Dichtern und Universalgelehrten vertreten. So soll Leonardo da Vinci Linkshänder gewesen sei, aber auch Goethe, Mozart, Napoleon, der Schriftsteller Franz Kafka und der Microsoftgründer Bill Gates. Sind Linkshänder vielleicht intelligenter?

Mehr Linkshänder unter den "Ausreißern"

Chris McManus vom University College London, einer der bekanntesten Händigkeitsforscher weltweit, ist dieser Frage nachgegangen. Er untersuchte dafür 11.000 Kinder in England auf ihre Händigkeit und ihren Intelligenzquotienten hin. Dabei fand er zunächst nichts Aufregendes: Der durchschnittliche IQ von Links- und Rechtshändern war im Prinzip identisch – glaubte McManus zunächst.

„Aber sobald man sich die beiden Extreme anschaute, stimmte das nicht mehr“, so der Forscher. Denn sowohl unter den hochbegabten als auch unter den stark zurückgebliebenen Kindern gab es wesentlich mehr Linkshänder als unter normal begabten Kindern. „Der durchschnittliche IQ ist also der gleiche, aber die Verteilung ist eine andere“, so McManus. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen auch die alljährlich in den USA durchgeführten Mathematik-Einstufungstests für Schüler. Auch hier  häufen sich Linkshänder am unteren und am obersten Ende der Skala.

Erfolgreich im Beruf

Im Berufsleben scheint Linkshändigkeit jedenfalls keineswegs ein Nachteil zu sein: Linkshänder mit hohem Bildungsabschluss verdienen in den USA 10 bis 15 Prozent mehr als ihre rechthändigen Kollegen, wie eine Studie zeigt. In Großbritannien liegen die Gehälter bei den männlichen Linkshändern um durchschnittlich fünf Prozent über denen ihrer rechtshändigen Gegenparts.

Warum, ist unklar. Es könnte aber vielleicht daran liegen, dass Linkshänder früh lernen müssen, neue Ideen und Lösungen zu entwickeln um in einer Rechtshänderwelt klarzukommen. Das wiederum könnte ihre Kreativität und ihren Erfindungsgeist fördern. Also doch das Potenzial für Genialität? Vielleicht.

Häufiger Schizophrenie?

Aber möglicherweise auch das Potenzial für die Kehrseite des Genies, den Wahnsinn. Denn britische Forscher haben bereits 2007 entdeckt, dass ein bestimmtes Gen sowohl die Händigkeit als auch die Symmetrie des Gehirns beeinflusst. Die bei Linkshändern häufiger vertretene Variante gleicht die normalerweise stark ausgeprägte Arbeitsteilung des Gehirns etwas aus und sorgt so für mehr Symmetrie in den Hirnfunktionen.

Das klingt zunächst wie etwas Gutes. Doch leider kann zu viel Symmetrie auch schaden. Forscher vermuten, dass eine höhere Hirnsymmetrie auch das Risiko für eine Schizophrenie erhöht. Doch das bedeutet nicht, dass jeder Linkshänder nun befürchten muss, schizophren zu werden. Denn es gibt viele Faktoren, die einen Menschen anfälliger für Schizophrenie machen – und dieses Gen ist nur eine von vielen. Wer Linkshänder ist, sollte sich daher keine Sorgen machen: Bisher ist das alles ein rein statistischer Zusammenhang – ein Zahlenspiel.

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