Gesundheitswissen: Warum uns Alkohol alt aussehen lässt
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Gesundheitswissen: Warum uns Alkohol alt aussehen lässt

Bild: Foto: LeFagnard, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Mit einem Sekt anstoßen, mal ein Bierchen beim Fernsehabend oder ein Glas Wein zum leckeren Essen: Alkohol in Maßen schadet nicht. Doch wer auf Dauer und mehr als nur mal ein Gläschen trinkt, dem sieht man es oft schon am Gesicht an: Die Haut wirkt faltig und gerötet, das Gesicht leicht aufgedunsen. Aber warum eigentlich?

Ob Wein, Sekt oder Bier: Für viele gehören diese alkoholischen Getränke zum gesellschaftlichen Leben einfach dazu. Doch was viele nicht wissen: Regelmäßiger Alkoholgenuss schadet nicht nur unserer Leber, er raubt uns auch unser jugendliches und vitales Aussehen. Falten, Rötungen, Fettpölsterchen – das sind nur die harmloseren alkoholbedingten Veränderungen des äußeren Erscheinungsbildes. Wir erklären, was mit unserem Äußeren geschehen kann, wenn mehr als ein Glas Weißwein im Spiel ist.

Von rosig zu unschön gerötet

In geselliger Runde trinkt man gerne gemeinsam die ein oder andere Flasche Wein. Es wird geplaudert und gelacht – die Wangen glühen. Aber warum tun sie das? Tatsächlich hängt es mit dem Alkohol zusammen, dass wir rosige Wangen bekommen. Die feinen Äderchen in unserer Haut erweitern sich, das Gesicht wird stärker durchblutet und erscheint darum rosiger.

Kurzfristig ist da ja eigentlich nicht schlecht, denn dieser gefäßerweiternde Effekt des Alkohols lässt uns frischer aussehen. Doch auf Dauer kehrt sich das schnell um: Die Gesichtshaut erscheint dann dauerhaft gerötet, gerade auf Nase und Wangen sind viele kleine, rote Äderchen zu erkennen. Der Grund dafür: Es kommt zu einer dauerhaften Erweiterung der Hautgefäße, zudem platzen die Äderchen leicht und sind dann auf der Haut als feine Linien zu sehen.

Mehr Falten und Schuppen

Nach durchzechter Nacht bringt der Blick in den Spiegel nicht viel Freude. Ein schlaffes, fahles und aufgedunsenes Gesicht mit von dunklen Augenringen umgebenen Augen schaut uns entgegen. Die Ursache dafür: Alkohol entzieht unserer Haut Wasser. Als Folge machen sich Fältchen, Schuppen und Pigmentflecken breit – wir wirken vorzeitig gealtert.

Und auch indirekt schadet Alkohol der Haut: Weil auch die Darmschleimhaut bei dauerhaften Alkoholkonsum geschädigt wird, kann unsere Verdauung einige Vitamine nicht mehr so gut aus der Nahrung aufnehmen. Das aber zeigt sich auch an der Haut. Denn gerade die Vitamine A und sind für die Regeneration der Haut unabdinglich. Fehlen sie, kommt es vermehrt zu Schuppenbildung und Rissen. Übrigens wirkt sich ständiger Alkoholkonsum auch negativ auf die Nägel aus: Sie werden brüchig und streifig, der Nagelmond verfärbt sich rötlich.

Warzen, Pickel und Co

Der negativen Folgen nicht genug, beeinträchtigt Alkohol noch auf eine dritte Weise unser Aussehen: Weil er die Immunabwehr schwächt, ist die Haut nicht mehr so gut gegen Viren, Bakterien und Pilze geschützt. Dadurch werden Hautleiden wie Akne und Schuppenflechte verstärkt, auch Rosazea, eine entzündliche Erkrankung mit Knötchen und Eiterpickeln, wird durch Alkoholkonsum gefördert. Gleichzeitig erleichtert der Alkohol die Infektion mit Warzenviren oder Herpes.

Und schließlich bringt der Alkohol auch unseren Hormonhaushalt durcheinander. Das führt dazu, dass die Haut vermehrt Talg produziert und dadurch der Hang zur Pickelbildung steigt. Das Ergebnis ist dann eine unreine, grobporige Haut mit Warzen und Pickeln – nicht gerade sehr erstrebenswert.

Auf das richtige Maß kommt es an

Alkohol schädigt also unser größtes Organ – die Haut. Die Folgen von Alkohol können dauerhaft sein. Es ist also wichtig, die Reißleine zu ziehen, bevor der Alkohol Raubbau mit Körper und Haut führt. "Rechtzeitiges Reflektieren des Trinkverhaltens kann zu einem bewussteren Lebensstil verhelfen, der dann letztlich auch unserer Haut zu Gute kommt", rät der Darmstädter Suchtberater Walter Reimund. "Das heißt aber nicht, dass auf das Gläschen Aperol am Samstagabend völlig verzichtet werden muss."

Wer sich nicht sicher ist, ob er vielleicht doch schon zu oft zum Bier oder Wein greift, der kann sein Trinkverhalten überprüfen – entweder durch eine Art Trinktagebuch oder beispielsweise mit dem Online-Selbsttest der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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