Grippe ade!
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Grippe ade!

Bild: Foto: Raimond Spekking, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Besonders im Herbst, wenn unser heimisches Klima den ersten starken Temperaturschwankungen erliegt, plagen sich viele Menschen mit Husten, Schnupfen, Kopf- und Halsschmerzen. Die Ärzte verzeichnen dann jedes Jahr besonders mit dem eintretenden Wetterumschwung einen starken Anstieg an Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten.

Was landläufig als "grippaler Infekt" bezeichnet wird, liefert meistens keinen Grund zur Besorgnis. Eine Vielzahl ungefährlicher Viren ist verantwortlich für diese manchmal auch fiebrig verlaufenden Infektions- und Erkältungskrankheiten. Ein gewöhnlicher grippaler Infekt, der häufig neben Erkältungssymptomen auch von Gliederschmerzen begleitet wird, wird normalerweise innerhalb einer Woche überwunden. Husten Schnupfen und Heiserkeit haben also nichts mit einer echten Grippe, im Fachjargon als Influenza oder Virusinfluenza bezeichnet, zu tun.

Dramatisch kann es für einen Patienten werden, wenn er tatsächlich von einem Grippevirus infiziert wurde. In der Vergangenheit hat diese häufig unterschätzte Virusinfektion im Rahmen von Epidemien Millionen von Opfern gefordert. Zwischen 1918 und 1920 forderte die berüchtigte "spanische Grippe" weltweit 27 Millionen Opfer. 500 Millionen Menschen waren damals an der pandemischen, d. h. weltweit verbreiteten Virusinfluenza erkrankt. Und noch im Winter von 1995/96 schätzt man mehr als 30 000 Tote auf Grund der damalig grassierenden Grippeepidemie in Deutschland.

Was macht eine Virusgrippe so gefährlich?

Das klinische Bild reicht von leichten Atemwegsinfekten bis zu schwerer Lungenentzündung. Im Allgemeinen ist der Infekt heute nicht mehr lebensbedrohlich und kann dank des medizinischen Fortschritts meist erfolgreich behandelt werden.

Dennoch kann es, insbesondere bei Menschen, die durch chronische Grunderkrankungen belastet sind, deren Immunsystem geschwächt ist oder bei älteren Menschen immer wieder zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen, beispielsweise durch fatale Wechselwirkungen mit anderen, bakteriellen Krankheitserregern. Die Grippeviren zerstören die Schleimhautschicht (Epithel) der Atemwege und bereiten auf diese Weise gefährlichen Bakterien wie Staphylokokken, Streptokokken oder Hämophilus influenzae den Weg. Zu den gefürchtetsten Komplikationen gehören so genannte Sekundärinfektionen wie die Herzbeutelentzündung (Myokarditis), eine schwere Lungenentzündung (Pneumonie) oder die Gehirnentzündungen (Encephalitis). Jedes Jahr gibt es in der Haupterkrankungszeit immer wieder Todesfälle. Deshalb darf eine echte Grippe niemals auf die leichte Schulter genommen werden.

Woran erkennt man eine Grippe?

Eine echte Grippe beginnt - im Unterschied zu einem grippalen Infekt - typischerweise plötzlich mit hohem Fieber, hochgerötetem Rachen und geht meist mit Schüttelfrost, Kreislaufproblemen und geschwollenen Augenlidern einher. Auch kleine Blutpünktchen auf dem Gaumen weisen auf eine Grippe hin. In der Regel geht eine Grippe außerdem mit Gliederschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und leichtem bis schwerem Krankheitsgefühl einher. Nicht selten kommt ein starker Husten hinzu.

Aber eine echte Grippe kann auch ohne oder nur mit geringen Symptomen für den Infizierten Menschen verlaufen. Die Betroffenen tragen zwar den viralen Erreger in sich und sind auch ansteckend, erkranken selbst aber kaum oder gar nicht.

Eine echte Grippe tritt in aller Regel als Epidemie auf, das heißt, wie eine Welle breitet sich das Influenza-Virus regional in der Bevölkerung aus. Fast jedes Jahr häufen sich über mehrere Wochen die Grippeerkrankungen, in unseren Breiten verstärkt im Winterhalbjahr, von Dezember bis März.

Erreger der Grippe

Die Grippe ist eine hoch infektiöse Viruserkrankung. Die krankheitserregenden Viren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, das heißt, mit jedem Husten oder Niesen eines an Grippe erkrankten Menschen werden unzählige neue Grippeviren freigesetzt. Wenn eine Grippeepidemie ausgebrochen ist, infiziert sich auf Grund der hohen Ansteckungsrate nahezu jeder Dritte mit dem Grippevirus.

Das Influenza-Virus gehört zur Gruppe der Orthomyxoviridae. Es zeichnet sich durch eine enorme Vielfalt an unterschiedlichen Typen aus. Beim Menschen können wahrscheinlich lediglich Viren des Typs A eine Grippe auslösen. Seit Beginn der 1970er Jahre wurden allerdings über 20 serologisch verschiedene Varianten des Typs A identifiziert. Diese Vielfalt und ständige Veränderungs- und Wandlungsfähigkeit der Viren macht auch noch heute, im modernen medizinischen Zeitalter, die Grippe und ihre Bekämpfung zu einer steten Herausforderung.

Die Impfung

Jeder gesunde und widerstandsfähige Mensch entwickelt einen natürlichen Immunschutz gegen die Grippeviren, der allerdings nur über wenige Monate anhält und nur gegen die jeweils akute Variante des Erregers gerichtet ist. Auch der Immunschutz durch eine Grippeschutzimpfung hält nur eine begrenzte Zeit an. Daher muss die Impfung zum höchstmöglichen Schutz jährlich vor Beginn der Grippesaison wiederholt werden. Die Impfung erfolgt mit inaktivierten Krankheitserregern. Die Schutzwirkung beginnt rund zwei Wochen nach der Impfung und hält während der ganzen Grippesaison an. Sie schützt natürlich nicht vor Erkältungen und grippalen Infekten.

Als Schutz vor einer Grippeerkrankung empfiehlt das renommierte Robert-Koch-Institut eine Impfung, die für Risikogruppen und gefährdete Personenkreise von den Krankenkassen bezahlt wird. Für Menschen, die sich erfolgreich gegen die Virusinfektion impfen lassen wollen, ist es wichtig, sich rechtzeitig und gegen die wahrscheinlich aktuellsten Grippeviren impfen zu lassen.

Die Grippeschutzimpfung ist eine Vorbeugemaßnahme, die eine Erkrankung zwar nicht hundertprozentig, jedoch weitestgehend verhindert. Und selbst wenn die Infektion auf Grund eines veränderten Virus ausbricht, wird ihr Krankheitsverlauf in der Regel durch eine Grippeimpfung abgemildert. Die Wirksamkeit der Impfung hängt neben der individuellen Immunantwort davon ab, wie weit der Impfstoff die aktuell im Umlauf befindlichen Varianten des Influenza-Virus vom Typ A berücksichtigt. Um eine möglichst hohe Übereinstimmung des Impfstoffs mit den akut zirkulierenden Virusvarianten zu Gewährleisten, sammelt und überwacht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit alle medizinischen Influenza-Daten. Dazu werden die weltweit auftretenden Viren gezüchtet und genetisch und molekularbiologisch untersucht. Unter Berücksichtigung des Auftretens und der Ausbreitung der Erkrankungen empfiehlt die WHO daraufhin jährlich neu die aktuelle und regional unterschiedliche Zusammensetzung des Grippe-Impfstoffes. Das örtliche Gesundheitsamt kann über die jeweils empfohlene Schutzimpfungen informieren.

Wenn eine Grippewelle erst einmal ausgebrochen ist, ist es häufig zu spät, sich noch gegen die Erreger impfen zu lassen. Da die Herstellung des Impfstoff zwischen zehn und zwölf Wochen in Anspruch nimmt, kann es in akuten Phasen auch zu einem Mangel an Impfstoff kommen. Deshalb bietet den gefährdeten Personen eine Grippeschutzimpfung im Herbst, im September oder Oktober, den bestmöglichen Schutz vor der Virusinfektion.

Als besonders gefährdete Personengruppen gelten Menschen, deren Gesundheitszustand bereits durch andere Erkrankungen belastet ist. Dazu gehören Diabetiker sowie chronisch Herz-, Nieren-, Leber- und Lungenkranke, Menschen mit Anämien, Immundefekten und Tumorerkrankungen. Da es bei älteren Menschen häufiger zu Komplikationen kommt, sollten sich auch Personen über 60 Jahren impfen lassen. Außerdem wird Menschen, die beispielsweise durch berufsbedingten Publikumsverkehr Kontakt mit vielen verschiedenen Menschen haben wie Lehrer, Busfahrer oder medizinisches Personal, eine Grippeschutzimpfung angeraten.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen der Grippeschutzimpfung treten nur selten auf. Gelegentlich werden örtliche Hautreaktionen wie Rötung und Schwellung (Impfreaktionen) beobachtet. Selten kann es wenige Stunden nach Verabreichung des Impfstoffs zu Unwohlsein mit Mattigkeit, leicht erhöhter Temperatur und leichten Kopf- und Gliederschmerzen kommen. Diese allgemeinen Immunreaktionen gehen in aller Regel nach ein bis zwei Tagen wieder zurück.

Da der Impfstoff aus befruchteten Hühnereiern gewonnen wird, darf die Impfung nicht bei Menschen mit einer starken Allergie gegen Hühnereiweiß durchgeführt werden. Der zuständige Arzt wird Sie eingehend informieren.

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