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Grippe-Impfung: Zur Corona-Pandemie nochmal wichtiger
Bildquelle nicht angegeben
Gesundheit

Grippe-Impfung: Zur Corona-Pandemie nochmal wichtiger

Alle Jahre wieder kommt mit dem Winter auch die Grippesaison. Neben normalen Erkältungen kursieren dann auch Influenzaviren, die bei manchen Menschen zu schwerwiegenden Erkrankungen führen können. In der vergangenen Grippesaison verzeichnete das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland offiziell mehr als 186.000…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
5 Minuten
Rubrik
Gesundheit
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thinkstock.com, Dandamanwasch

Alle Jahre wieder kommt mit dem Winter auch die Grippesaison. Neben normalen Erkältungen kursieren dann auch Influenzaviren, die bei manchen Menschen zu schwerwiegenden Erkrankungen führen können. In der vergangenen Grippesaison verzeichnete das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland offiziell mehr als 186.000 Grippefälle. Darunter sind weltweit jedes Jahr auch hunderte bis tausende Todesfälle - sogar in Deutschland.

Warum kann Grippe gefährlich werden?

Nach einer Ansteckung mit den Influenzaviren erkranken etwa zwei Drittel der Betroffenen daran. „Typisch für eine Virusgrippe ist ein plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, einem starken Krankheitsgefühl und deutlichen Muskel- und Gelenkschmerzen“, erklärt Wiete Schramm, von der Arbeitsmedizin beim TÜV Rheinland.

Haben die Viren einmal das Immunsystem geschwächt, können auch weitere Krankheitserreger leichter in den Körper gelangen und zu schweren Verläufen führen: „Gefährlich wird es, wenn es zu Komplikationen, beispielsweise einer Lungenentzündung, kommt“ , so die Expertin. Gerade bei älteren Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen kann dies tödlich enden.

Ähnlich wie auch das Coronavirus SARS-CoV-2 werden Grippeviren durch Tröpfcheninfektionen leicht übertragen. Beim Husten oder Niesen gelangen kleinste Tropfen in die Luft und auf umgebende Flächen. Diese werden eingeatmet oder über die Berührung der Hände zum Beispiel über den Mund aufgenommen. Die Hygienemaßnahmen, die uns gegen Covid-19 schützen sollen, sind daher auch gegen die Grippe wirksam: Abstand halten, Hände waschen und der Mund-Nasen-Schutz können auch das Ansteckungsrisiko mit Influenzaviren verringern. Auswertungen zufolge endete im Frühjahr die Grippesaison früher als sonst, weil es durch den Lockdown weniger enge Kontakt zwischen Menschen gab.

Artikelbild

thinkstock.com, OcusFocus

Woraus besteht der Grippe-Impfstoff?

Dennoch raten Experten gerade Älteren und Risikopatienten zu einem vorbeugenden Schutz gegen die Grippe. Denn gegen die Influenzaviren gibt es eine wirksame Schutzimpfung.  Dabei werden abgetötete Erreger gespritzt. Durch sie lernt das Immunsystem schon vor der Infektion die Merkmale der Grippeviren kennen und kann sich so vorbereiten – unter anderem, indem es passende Antikörper produziert. Die modernen Grippe-Impfstoffe sind inzwischen seit langem etabliert und gut verträglich, unerwünschte Nebenwirkungen gibt es nur selten.

Und die Impfung schützt doppelt: Jede nicht erkrankte Person verhindert, dass sich weitere Menschen anstecken. Je mehr Menschen sich also vorab impfen lassen, desto besser kann die Ausbreitung der Krankheitserreger gestoppt werden – und das entlastet auch das Gesundheitssystem.

Wer sollte sich impfen lassen?

Experten raten nicht allen zu einer Grippeimpfung: Der Fokus für die Impfungen liegt insbesondere auf Risikogruppen für schwere Krankheitsverläufe. Demnach sollten sich insbesondere Menschen ab 60 Jahren gegen Influenza impfen lassen. Außerdem gilt die Impfempfehlung für besonders gefährdete Personen wie Erwachsene, Jugendliche und Kinder mit bestimmten chronischen Erkrankungen, Schwangere ab dem 4. Schwangerschaftsmonat und Menschen in Alten- und Pflegeheimen.

Empfohlen wird eine Grippeimpfung zudem für Berufstätige, die viel mit Menschen in Kontakt kommen oder in einem Gesundheitsberuf tätig sind. „Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Herbst eine Grippeimpfung beim Betriebsarzt an - eine Möglichkeit, gut geschützt durch die kalte Jahreszeit zu kommen", so Schramm.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zeigt eine Influenzaimpfung bei jungen Erwachsenen eine Schutzwirkung von bis zu 80 Prozent, bei Älteren zwischen 40 bis 60 Prozent. Der Impfschutz ist meist nicht 100-prozentig, weil die Impfstoffe schon vor Beginn der Grippesaison entwickelt und zusammengestellt werden. Weil man dann noch nicht zuverlässig weiß, welcher Typ von Influenzaviren kursieren wird, enthalten die Vakzinen meist eine Kombination mehrerer abgetöteter Erregerstämme. Dennoch kann es sein, dass die Influenzaviren Mutationen entwickelt haben, so dass der Impfstoff nicht mehr ganz genau passt. Trotzdem lohnt sich die Impfung, denn die Influenza verläuft auch in diesen Fällen bei Geimpften deutlich milder.

Wann sollte man sich impfen lassen?

Die Daten des Robert Koch-Instituts zeigen, dass die meisten Grippeerkrankungen um die Jahreswende auftreten. Daher ist eine Grippeimpfung im Oktober oder November sinnvoll. Der Grund: Nach der Impfung dauert es etwa zwei Wochen, bis der Impfschutz aufgebaut ist. Mit einer Impfung im Herbst ist somit rechtzeitig für den kommenden Erkrankungszeitraum vorgesorgt.

Schutz gewährt die Grippeimpfung für neun bis zwölf Monate. Daher muss die Impfung in jedem Herbst wiederholt werden. Hinzu kommt, dass sich die Influenzaerreger immer wieder verändern. Der verwendete Impfstoff für einen bestmöglichen Schutz wird deshalb in jedem Jahr an die am häufigsten auftretenden Erreger angepasst.

Artikelbild

iStock.com, Geber68

Während der Corona-Pandemie besonders wichtig

Dieses Jahr trifft die Grippewelle mit der Corona-Pandemie zusammen. Experten empfehlen daher, dass sich in diesem Jahr möglichst viele ältere Menschen und Angehörige der Risikogruppen gegen die Grippe impfen lassen.

Eine Grippeimpfung schützt zwar nur vor Influenzaviren und nicht vor einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2, dennoch empfiehlt Schramm die Grippeimpfung gerade in diesem Jahr: „Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sollten wir so gut wie möglich gegen vermeidbare Erkrankungen vorbeugen.“

Den Grund nennt auch die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts: „Im Rahmen der COVID-19-Pandemie ist eine hohe Influenza-Impfquote bei Risikogruppen essentiell, um in der Grippewelle schwere Influenza-Verläufe zu verhindern und Engpässe in Krankenhäusern zu vermeiden.“

Hinzu kommt außerdem: Weil auch die Influenza die Atemwege und Lunge angreift, kann ein an Grippe erkrankter Mensch dem Coronavirus noch weniger entgegensetzen. Das Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 ist daher deutlich erhöht. Wer sich gegen die Grippe impft, verbessert daher auch seine Chancen, gut durch eine Corona-Infektion zu kommen.

Kann die Grippe-Impfung Covid-19 verstärken?

Die Befürchtung, dass Grippe-Impfungen das Immunsystem schwächen und so das Risiko erhöhen könnten, schwer an Covid-19 zu erkranken, ist nach Angaben der Experten dagegen grundlos. Da bei der Influenza-Vakzinen nur abgetötete, nicht vermehrungsfähige Viren verabreicht werden, wird das Immunsystem kaum belastet. Den Forschern vom Robert-Koch-Institut zufolge ist  kein physiologischer Mechanismus bekannt, der einen negativen Einfluss der Grippeimpfung auf Covid-19 plausibel erklären könnte.

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