Heller Hautkrebs - unterschätzte Gefahr
Gesundheit

Heller Hautkrebs - unterschätzte Gefahr

Bild: Foto: Daniel Lobo, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Mit rund 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Hautkrebs das häufigste Krebsleiden in Deutschland. Bei jeder siebten Erkrankung handelt es sich dabei um das gefährliche maligne Melanom, den schwarzen Hautkrebs. Zu spät erkannt, verläuft diese Art von Hautkrebs häufig tödlich. Doch auch der harmlosere, weiße Hautkrebs sollte nicht unterschätzt werden.

iStock.com, OGphoto

Mit rund 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Hautkrebs das häufigste Krebsleiden in Deutschland. Bei jeder siebten Erkrankung handelt es sich dabei um das gefährliche maligne Melanom, den schwarzen Hautkrebs. Zu spät erkannt, verläuft diese Art von Hautkrebs häufig tödlich. Doch auch der harmlosere, weiße Hautkrebs sollte nicht unterschätzt werden.

Beide Krebsformen entstehen meist durch die ultraviolette Strahlung der Sonne. Denn sie kann Schäden am Erbgut der Zellen verursachen und so deren Entartung fördern. In Maßen ist Sonnenlicht für unseren Körper zwar sogar lebenswichtig. Doch wer sich zu häufig und zu lange ungeschützt in die Sonne begibt, gefährdet seine Gesundheit.

Neue Volkskrankheit?

Genau dies tun offenbar immer mehr Menschen, wie der aktuelle Hautkrebsreport der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt. Demnach haben die Fälle von schwarzem Hautkrebs zwischen 2009 und 2015 um 30 Prozent zugenommen - der helle Hautkrebs nahm sogar um 50 Prozent zu. Besonders häufig waren Männer und ältere Menschen betroffen.

"Der helle Hautkrebs entwickelt sich zu einer Volkskrankheit", kommentiert Tim Steimle von der TK. "Zwar ist er nicht so gefährlich wie das maligne Melanom. Dennoch ist es sehr wichtig, dass heller Hautkrebs frühzeitig erkannt wird. Umso schonender kann er dann behandelt werden. In seltenen Fällen kann eine Art des hellen Hautkrebses, das Plattenepithelkarzinom, auch Metastasen bilden."

iStock.com, AnreyPopov

Vorsorge ist wichtig

Erste Anzeichen des weißen Hautkrebses sind kleine, helle Flecken auf der Haut. Wer solche verdächtigen Stellen bemerkt, sollte frühzeitig zum Hausarzt oder Dermatologen gehen. Doch nicht nur dann: Auch ohne einen konkreten Verdacht empfiehlt es sich, alle zwei Jahre am Hautkrebsscreening teilzunehmen. Dieses Vorsorgeangebot nahm zwischen 2015 und 2017 allerdings nur jeder fünft TK-Versicherte in Anspruch, wie der Bericht enthüllt.

"Wir raten den Versicherten, den Anspruch auf das kostenlose Hautscreening wahrzunehmen, um Hautkrebs frühzeitig zu erkennen", erklärt Steimle. Ab 35 Jahren gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf diese Leistung - manche Krankenkassen übernehmen auch schon für jüngere Menschen die Kosten für das Screening.

Gute Heilungschancen

Rechtzeitig erkannt, kann der weiße Hautkrebs sehr gut behandelt und in den meisten Fällen geheilt werden. Am besten ist aber natürlich, der Krebs entsteht erst gar nicht. Daher gilt: Die Haut sollte immer gut mit Sonnencreme und Kleidung vor der Sonne geschützt werden - besondere Vorsicht ist in der starken Mittagssonne und bei Kindern geboten.

Wichtig zu wissen: Diese Regeln gelten nicht nur für Menschen, die sehr anfällig für Sonnenbrände sind. "Auch wer wenig Sonnenbrände hat, kann später am hellen Hautkrebs erkranken", betont Steimle. Denn die Haut vergisst nicht: "Wir haben je nach Hauttyp ein größeres oder kleineres Sonnenkonto - und das ist irgendwann einfach voll."

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Mehr aus Gesundheit

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesundheit.

Alle Gesundheit-Artikel
Gesundheitsreform 2026: Was sich für Patienten beim Zahnersatz verändert
Gesundheit

Gesundheitsreform 2026: Was sich für Patienten beim Zahnersatz verändert

29. Oktober 2026

Ab 2027 ändern sich die Festzuschüsse beim Zahnersatz: Der Anteil der gesetzlichen Krankenkassen sinkt von 60 auf 50 Prozent der Regelversorgung, auch die Bonusheft-Zuschüsse werden reduziert. Was Patienten zur…

Makrophagen-Signal TIMD4 hält chronische Darmentzündung am Laufen
Gesundheit

Makrophagen-Signal TIMD4 hält chronische Darmentzündung am Laufen

22. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie das Molekül TIMD4 in Makrophagen den AMPK-Signalweg aktiviert und dadurch Chemokin-Produktion unterdrückt. Ein Peptid-Nanopartikel könnte diese Effekte abschwächen.

Wissenswertes zum Thema: Oralchirurgie und Zahnimplantologie
Gesundheit

Wissenswertes zum Thema: Oralchirurgie und Zahnimplantologie

20. Oktober 2026

Oralchirurgie und Zahnimplantologie beschäftigen sich mit chirurgischen Eingriffen im Mund- und Kieferbereich. Dieser Beitrag ordnet die Fachgebiete, erklärt den Ablauf einer Weisheitszahn-OP und zeigt, worauf bei der…

Gut versorgt von Anfang an: Nährstoffe bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit
Gesundheit

Gut versorgt von Anfang an: Nährstoffe bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit

20. Oktober 2026

Viele Frauen beschäftigen sich erstmals intensiv mit ihrer Nährstoffversorgung, sobald ein Schwangerschaftstest positiv ausfällt. Dabei entscheidet sich ein wichtiger Teil der frühkindlichen Entwicklung in den ersten…

← Zurück zu GesundheitZur Startseite