Herzinfarkt – ein Thema für Frauen
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Herzinfarkt – ein Thema für Frauen

Bild: Foto: EACC80, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Herzinfarkt gilt als eher "männliche Krankheit". Wie gefährdet sind Frauen? Ein Experteninterview zum Thema Herzinfarkt

Fragen an Frau Prof. Dr. Ingeborg Siegfried und Frau Dr. Antje Müller-Schubert:

Warum haben Sie das Thema Herzinfarkt auf Frauen fokussiert?

Dr. Siegfried: Der Herzinfarkt galt bislang als Männerkrankheit, aber immer mehr jüngere Frauen erleiden Herzinfarkte.

Dr. Müller-Schubert: Neuesten wissenschaftlichen Daten zufolge sind es Frauen, die öfter an den Folgen eines Herzinfarkts versterben.

Woran liegt es, dass Frauen häufiger am Herzinfarkt sterben?

Dr. Siegfried: Besonders jüngere Frauen mit Herzinfarkt haben eine höhere Mortalität. Der Grund dafür ist nicht genau bekannt, dies ist Thema aktueller Forschungsarbeiten.

Werden Frauen mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen?

Dr. Siegfried: Bei Frauen treten häufig untypische Beschwerden bei Herzinfarkt auf. Deshalb werden diese von den betroffenen Frauen und auch von den Ärzten falsch eingeordnet.

Dr. Müller-Schubert: Es ist so, dass die Symptome für den Herzinfarkt vor vielen Jahrzehnten zu eng gefasst wurden: sie wurden nämlich ausschließlich an Männern erhoben! Was Jahrzehntelang vernachlässigt und unbekannt war, waren die Symptome bei Frauen. So kam es, dass Frauen mit Oberbauchbeschwerden zur Gallendiagnostik und eventuell sogar zur Operation kamen, obwohl die Ursache ein Herzinfarkt war. Wird allerdings diese Anfangshürde überstanden, so ist die Diagnostik für Männer und Frauen absolut gleich.

Wie kann die Patientin sicher gehen, dass ihr Arzt auch die weiblichen Aspekte des Herzinfarkts kennt?

Dr. Siegfried: Leider ist die besondere Symptomatik bei betroffenen Frauen noch nicht hinreichend bekannt. Es sind Informationskampagnen über dieses Thema geplant, welche über die Ergebnisse der derzeit laufenden Forschungsprojekte breit gefächert aufklären werden.

Worauf sollte eine Patientin also achten, wenn sie zum Arzt geht?

Dr. Müller-Schubert: Es ist unerlässlich, den Arzt/die Ärztin mit dem wichtigen Informationen zu versorgen: Herzkrankheiten in der Familie, Rauchen, Pille, Stressbelastung, Ernährung, öfter auftretende Herzbeschwerden. Das versetzt den Arzt/die Ärztin in die Lage, die richtige Diagnose zu stellen.

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