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Uta Fenske: Es ist richtig, dass viele Frauen sich von der Pille abgewendet haben. 2007 haben noch 55 Prozent der verhütenden Frauen die Pille genommen. Heute sind es noch knapp 38 Prozent. Dafür wird das Kondom beliebter, inzwischen wird es häufiger als die Pille zur Verhütung benutzt.
Die Gründe, warum Frauen die Pille nicht nehmen, sind sicher vielfältig. Insbesondere seit 2018 lässt sich bei Frauen eine sehr kritische Einstellung zur hormonellen Empfängnisverhütung beobachten. Diese resultiert aus dem Nachdenken über die tägliche Medikamentennutzung. Schließlich sind sie es, die tagtäglich Hormone schlucken und unter Nebenwirkungen wie Verstimmungen, Depressionen, Kopfschmerzen, Libidoverlust – um nur einige zu nennen – leiden können.
Bemerkenswert ist, dass sich die kritische Haltung gegenüber der Pille bei sexuell aktiven Männern ebenfalls sehr verändert hat. Eine Studie zum Verhütungsverhalten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 2023 hat ergeben, dass 64 Prozent der sexuell aktiven Männer der Aussage zustimmen, dass die Pille „negative Auswirkungen auf Körper und Seele“ hat. Die Tatsache, dass sich die Ansichten von Frauen und Männern bei der Beurteilung der Pille stark angenähert haben, ist meines Erachtens ein Zeichen dafür, dass unsere Gesellschaft gleichberechtigter wird.



