Israels Sechstagekrieg an drei Fronten
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Israels Sechstagekrieg an drei Fronten

Bild: Foto: Flocci Nivis, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

In den Morgenstunden des 5. Juni 1967 beginnt Israel unter Ausnutzung des Überraschungsmoments einen Präventivkrieg gegen seine arabischen Nachbarn Ägypten, Syrien und Jordanien. Nachdem alle Bemühungen um eine Entschärfung des israelisch-arabischen Konflikts in den ersten Junitagen gescheitert waren, beginnt der dritte israelisch-arabische Krieg seit der Gründung des Staates Israel im Mai 1948.

Unmittelbarer Auslöser des Krieges war die Sperrung des Golfs von Akaba durch Ägypten im Mai 1967. Damit war für Israel der Zugang von der Hafenstadt Elath zum Roten Meer versperrt. Kurz darauf gestattete der jordanische König Hussein irakischen Truppen den Durchmarsch nach Israel, PLO-Chef Shukeiri forderte zum „Heiligen Krieg“ gegen Israel auf. Schon in den Monaten zuvor hatte der ägyptische Staatspräsident Gamal Abd An Nasser zur völligen "Vernichtung des Staates Israel" und zum "Heiligen Krieg" der Moslems gegen das Land der Juden aufgerufen. Am 7. April schossen israelische Jagdbomber über Syrien sechs syrische Jagdbomber ab und seit Mai zogen Israel und Ägypten Truppen an ihren Grenzen zusammen. Die Ausgangsposition Israels zum Zeitpunkt der Offensive war strategisch denkbar ungünstig: Das Land ist an seiner schmalsten Stelle nur 14 km breit, hat aber eine Landgrenze von 951 km und eine Küstenlinie von 251 km zu verteidigen. Um zu verhindern, dass die an den Grenzen aufmarschierten arabischen Armeen gleichzeitig angreifen und das Land in mehrere Teile schneiden würden, befürwortete der Oberbefehlshaber der Armee, Moshe Dayan, den Angriff.

Der Ausbruch des Krieges

Unter der strategischen Leitung Dayans, der am 2. Juni von Ministerpräsident Levi Eschkol zum Verteidigungsminister ernannt worden war, verzeichneten die israelischen Truppen schon in den ersten Tagen erhebliche Geländegewinne. Mit dem Ende des Sechstagekriegs kontrollierte die israelische Armee vom Jordan bis zum Suezkanal ein Territorium, das viermal so groß ist wie Israel. Die gesamte Halbinsel Sinai und der Gazastreifen befanden sich in israelischer Hand, genauso wie die syrischen Golanhöhen. Im Krieg mit Jordanien hatte Israel die Westbank und Ost-Jerusalem eingenommen. Am Ende des Krieges verfügte Israel nach den Worten von Dayan erstmals über "optimale strategische Grenzen". Für die Vereinigten Arabischen Republiken (VAR) bedeutete der Krieg hohe Verluste an Menschenleben. Etwa 8000 Soldaten waren gefallen oder verwundet. Den Israelis, die 679 Soldaten verloren und 2563 Verletzte zählten, fiel Kriegsmaterial, darunter Hunderte von Sowjetpanzern, in die Hände. Die zahlenmäßig weit unterlegenen Israelis gewannen den Dreifrontenkrieg gegen Ägypten, Syrien und Jordanien u.a. aufgrund minutiöser Planung zur Sicherung der Luftherrschaft schon am ersten Kriegstag. Außerdem waren die Israelis im Gegensatz zu den Arabern hervorragend an den modernen Waffensystemen ausgebildet und verfügten über eine schlagkräftige Panzertruppe.

Das Eingreifen der UNO

Am 5. Juni hatte Nasser den für die internationale Schifffahrt bedeutsamen Suezkanal geschlossen und ihn durch die Versenkung von Schiffen unpassierbar machen lassen. Nasser erklärte, der Kanal werde erst wieder eröffnet, wenn das Gebiet östlich von Suez von den Israelis geräumt sei. Ein Beschluss der arabischen Länder, allen Staaten, die Israel in irgendeiner Form unterstützt haben, kein Erdöl mehr zu liefern, traf ab 6. Juni die USA und Großbritannien. Am 15. Juli beschloss die UN in New York eine Jerusalem-Resolution, die gegen die administrative Wiedervereinigung der Stadt durch Israel protestiert.

Am 22. November 1967 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat die grundlegende „Nahost-Resolution“ 242. Sie forderte den Rückzug der israelischen Truppen „aus besetzten Gebieten“, die Anerkennung und territoriale Unverletzlichkeit aller nahöstlichen Staaten (also auch Israels), freie Durchfahrt durch alle internationalen Wasserstraßen und eine gerechte Regelung des Flüchtlingsproblems. Das Problem der arabischen Palästinenser wurde also nur als Flüchtlings- und nicht als nationales Problem behandelt.

Der Verlauf des Blitzkrieges

5. Juni, Montag: Um 9 Uhr Ortszeit (7.00 Uhr MEZ) brechen schwere Kämpfe an der israelisch-ägyptischen Grenze aus. Israelische Mirage- und Mystère-Jagdbomber steigen von Flugplätzen bei Tel Aviv auf und fliegen in 150 m Höhe über das Mittelmeer auf ägyptisches Gebiet. Sie unterfliegen damit das ägyptische Radar. Mit leichten Spezialbomben zerstören sie die am Boden stehenden ägyptischen Flugzeuge. Gegen Syrien und Jordanien werden ebenfalls Luftangriffe geflogen.

6. Juni, Dienstag: Israelische Panzer stoßen vor. Am Morgen fallen Jenin in Jordanien, ebenso die Festung Latrun. Am frühen Nachmittag werden Gaza und Bir-Lah-Fam eingenommen. In der Wüste Negev rücken zwei Panzerkolonnen nach Nitzana und Kuntilla vor. Nach Einnahme von El-Arish biegt eine Kolonne Richtung Abu Aweigla ab. Die schweren ägyptischen Panzer werden vernichtet.

7. Juni, Mittwoch: Die israelischen Truppen nehmen kampflos Sharm El Sheik ein und nähern sich dem Suezkanal auf 40 km. Jericho wird besetzt. Um 20 Uhr MEZ stellt Jordanien die Kämpfe ein.


8. Juni, Donnerstag: Trotz ägyptischen Widerstands erreichen die Israelis am Abend den Suezkanal. Gleichzeitig heben sie die Sperre des Golfs von Akaba auf. Die Vereinigten Arabischen Republiken (VAR) erklären den Waffenstillstand, der jedoch von Syrien gebrochen wird.


9. Juni, Freitag: Auf der Halbinsel Sinai wird weitergekämpft. Abends sind israelische Verbände etwa 12 km weit in die Ebene von Galiläa eingedrungen.


10. Juni, Samstag: Israelische Truppen dringen 20 km tief auf syrisches Gebiet vor. Um 19.45 Uhr kommt es zur Einstellung der Gefechte an allen Fronten.

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