Ist Technik die Zukunft der menschlichen Natur?
Lernen & Familie

Ist Technik die Zukunft der menschlichen Natur?

Bild: Foto: Basotxerri, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Naturwissenschaft und Technik sind kein Selbstzweck, sie sollen Nutzen stiften. Doch wie nah kann (soll, muss, darf) Technik uns kommen? Was bedeutet es, wenn sie uns, ganz buchstäblich, auf den Leib rückt? Wir fragen nach der Natur eines Fortschritts, der sich – vom Antidepressivum bis zur plastischen Chirurgie, von der Gentherapie bis zum Nanoroboter – anschickt, Körper und Geist als legitime Wirkungszone zu reklamieren. Verbessert, ja optimiert werden soll der Mensch auf diese Weise, bis hin zur Unsterblichkeit. Was aber meint die provozierende Rede vom Optimieren eigentlich? Welche Bilder, Hoffnungen und Verheißungen, aber auch: welche Interessen und Unwägbarkeiten stehen hinter den Entwürfen einer „Hybrid-Anthropologie“, in der Menschliches und Technisches in bislang ungekanntem Ausmaß ineinander übergehen? Werden die am technologischen Horizont aufscheinenden Möglichkeiten des Gattungsumbaus – etwa im Zusammenwirken von Nanotechnologie, Biotechnologie, Informationstechnologie und Kognitionsforschung – der gesellschaftlichen und der biologischen Evolution bald den Rang ablaufen? Oder ist es an der Zeit, post- und transhumanistischen Vervollkommnungsutopien einen menschlichen „Artenschutz“ entgegenzustellen und uns aufs Neue als vernunft- und kulturbegabte Spezies zu bestimmen?

Das Thema

Naturwissenschaft und Technik sind kein Selbstzweck, sie sollen Nutzen stiften. Doch wie nah kann (soll, muss, darf) Technik uns kommen? Was bedeutet es, wenn sie uns, ganz buchstäblich, auf den Leib rückt? Wir fragen nach der Natur eines Fortschritts, der sich – vom Antidepressivum bis zur plastischen Chirurgie, von der Gentherapie bis zum Nanoroboter – anschickt, Körper und Geist als legitime Wirkungszone zu reklamieren. Verbessert, ja optimiert werden soll der Mensch auf diese Weise, bis hin zur Unsterblichkeit. Was aber meint die provozierende Rede vom Optimieren eigentlich? Welche Bilder, Hoffnungen und Verheißungen, aber auch: welche Interessen und Unwägbarkeiten stehen hinter den Entwürfen einer „Hybrid-Anthropologie“, in der Menschliches und Technisches in bislang ungekanntem Ausmaß ineinander übergehen? Werden die am technologischen Horizont aufscheinenden Möglichkeiten des Gattungsumbaus – etwa im Zusammenwirken von Nanotechnologie, Biotechnologie, Informationstechnologie und Kognitionsforschung – der gesellschaftlichen und der biologischen Evolution bald den Rang ablaufen? Oder ist es an der Zeit, post- und transhumanistischen Vervollkommnungsutopien einen menschlichen „Artenschutz“ entgegenzustellen und uns aufs Neue als vernunft- und kulturbegabte Spezies zu bestimmen?

Die Teilnahmebedingungen

Mit unserem Essay-Wettbewerb möchten wir insbesondere junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anregen, über Kontexte und Auswirkungen ihrer zunehmend spezialisierten Forschung nachzudenken. Teilnehmen kann deshalb ein jeder aus aller Welt, der nicht älter als 40 Jahre ist (Geburtsjahrgang 1966 und jünger). Die Antwort auf unsere Preisfrage sollte die Form eines Essays annehmen, mithin ebenso eigenständig wie allgemeinverständlich, ebenso kompakt wie beziehungsreich ausfallen. Die Essays müssen in deutscher Sprache verfasst sein, ihr Umfang darf maximal 20.000 Anschläge (= Zeichen ohne Leerzeichen) betragen. Die eingereichten Texte dürfen bis zum Tag der offiziellen Preisverleihung weder veröffentlicht, Dritten zur Veröffentlichung angeboten, noch bei anderen Wettbewerben eingereicht worden sein. Die Essays sind in einem verschlossenen Umschlag in zweifacher maschinenschriftlicher Ausfertigung einzureichen; sie dürfen keinen Hinweis auf die Autorin bzw. den Autor enthalten. Name und Adresse des Absenders sind auf einem vom verschlossenen Umschlag getrennten Begleitschreiben beizufügen. Essays, die per E-Mail übersandt werden, müssen als Attachement geschickt werden. Die Geschäftsstelle des Wettbewerbs wird die eingehenden Texte kodieren und in dieser anonymisierten Form der aus namhaften Wissenschaftlern zusammengesetzten Wettbewerbs-Jury übergeben.

Einsendeschluss ist der 31. Juli 2006 (Datum des Poststempels).

Die Einsendungen sind zu richten an:

Forschungszentrum Karlsruhe GmbH in der Helmholtz-Gemeinschaft

Stabsabteilung Öffentlichkeitsarbeit

Stichwort „Preisfrage“

Postfach 3640

76021 Karlsruhe.

Oder per E-Mail an justus.hartlieb@oea.fzk.de.

Weitere Informationen im Internet unter www.fzk.de/essaywettbewerb.

Die Preise

Es werden drei Preise vergeben: ein erster Preis in Höhe von 5000 Euro, ein zweiter Preis in Höhe von 2500 Euro und ein dritter Preis in Höhe von 1500 Euro.

Die Wettbewerbsphasen

Die drei Preisträger des Wettbewerbs werden eingeladen, ihre Texte auf einem Abschluss-Symposium vorzustellen, das in der zweiten Novemberhälfte 2006 in Karlsruhe stattfindet. Zu diesem Symposium eingeladen werden auch andere Einsender, deren Texte von der Jury als besonders interessant bewertet worden sind. Die Essays aller Teilnehmer des Symposiums werden darüber hinaus in einem Tagungsband abgedruckt. Alle Beiträger dieses Tagungsbandes erhalten ein Autorenhonorar in Form einer Beteiligung am Verkaufserlös des Buches.

Schirmherrschaft

Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung.

weiter zu Seite 2

Mehr aus Lernen & Familie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Lernen & Familie.

Alle Lernen & Familie-Artikel
Universität Regensburg: Eine Zusatzmessung halbiert Fehlerrate von Quantenbits
Lernen & Familie

Universität Regensburg: Eine Zusatzmessung halbiert Fehlerrate von Quantenbits

4. November 2026

Forscher aus Regensburg zeigen: Eine einzige zusätzliche Messung vor Rechenoperationen senkt die Fehlerrate von Quantenbits um mehr als die Hälfte – ein möglicher Baustein für künftige Quantencomputer.

Universität Hohenheim und Max-Rubner-Institut suchen Rezeptur mit weniger Nitrit in Wurst
Lernen & Familie

Universität Hohenheim und Max-Rubner-Institut suchen Rezeptur mit weniger Nitrit in Wurst

3. November 2026

Seit Oktober 2025 gelten in der EU strengere Grenzwerte für Nitrit und Nitrat in Wurst und Schinken. Ein deutsch-belgisches Forschungsteam sucht nun Rezepturen, die trotzdem sicher und schmackhaft bleiben.

Bessere Noten in Deutsch: Mit diesen Tipps klappt es Schritt für Schritt
Lernen & Familie

Bessere Noten in Deutsch: Mit diesen Tipps klappt es Schritt für Schritt

21. Oktober 2026

Bessere Noten in Deutsch gelingen, wenn man die eigenen Schwächen genau kennt, regelmäßig übt, Textanalysen strukturiert aufbaut und sich bei Bedarf gezielt Unterstützung holt. Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten…

Medizinstudium in Deutschland: Wie die Studienplatzvergabe wirklich funktioniert
Lernen & Familie

Medizinstudium in Deutschland: Wie die Studienplatzvergabe wirklich funktioniert

14. Oktober 2026

Einen festen Numerus clausus, den man vor der Bewerbung nachschlagen könnte, gibt es für Humanmedizin in Deutschland nicht. Die Grenzwerte, die nach jeder Vergaberunde kursieren, sind das Ergebnis eines mehrstufigen…

← Zurück zu Lernen & FamilieZur Startseite