Jobwechsel: Männer machen Karriere – Frauen machen mit
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Jobwechsel: Männer machen Karriere – Frauen machen mit

Bild: Foto: WrackAce, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein eigenes Büro, eigene Mitarbeiter, doppelt so viel Geld wie zuvor und einen Firmenwagen – das ist ein verlockendes Angebot. Doch es gibt einen Haken: Für diesen Job wäre ein Umzug in eine andere Stadt nötig. Wer ein solches Angebot erhält, der muss als Single nur darüber nachdenken, was er selbst gerne möchte und ob ihn der neue Job reizen würde. Anders ist dies, wenn man in einer Beziehung lebt oder verheiratet ist: Dann hat auch der Partner oder die Partnerin ein Wörtchen mitzureden. Doch wie werden sie sich entscheiden?

Ein eigenes Büro, eigene Mitarbeiter, doppelt so viel Geld wie zuvor und einen Firmenwagen – das ist ein verlockendes Angebot. Doch es gibt einen Haken: Für diesen Job wäre ein Umzug in eine andere Stadt nötig. Wer ein solches Angebot erhält, der muss als Single nur darüber nachdenken, was er selbst gerne möchte und ob ihn der neue Job reizen würde. Anders ist dies, wenn man in einer Beziehung lebt oder verheiratet ist: Dann hat auch der Partner oder die Partnerin ein Wörtchen mitzureden. Doch wie werden sie sich entscheiden?

Genau das wollten Forscher genauer wissen: Wer ist bereit, im Zweifelsfall bei der eigenen Karriere zurückzustecken und geht mit - und wer weigert sich? Marion Büttgen und Jan Ullrich von der Universität Hohenheim baten 1.400 Fach- und Führungskräfte und ihre Partner, sich die Situation eines solchen Jobwechsels hineinzuversetzen. Die große Frage war: Würden sich Männer und Frauen jeweils anders entscheiden?

Klischeehaftes Rollenbild - auch heute noch

Und tatsächlich: Es gibt offensichtlich deutliche Unterschiede, je nachdem ob der Mann oder die Frau das verlockende Job-Angebot in der Ferne bekommt. Während Männer einem berufsbedingten Umzug generell eher positiv entgegenblicken, denken Frauen, die ein solches Angebot bekommen, mehr an die möglichen Konsequenzen für ihren Partner. Bekommt er dagegen das Jobangebot, sind sie zudem viel eher bereit, ihre eigene Karriere zu opfern und im Beruf zurückzustecken – solange der Mann den lukrativen Job ergattert und das Geld heranschafft.

"Die Ergebnisse waren für uns teilweise überraschend", gesteht die Expertin für Unternehmensführung. "Solch ein klischeehaftes Rollenbild hätte ich vielleicht vor 30 Jahren erwartet, nicht aber in unserer heutigen Zeit. Trotzdem scheinen die Klischees vom heimeligen Luxusweibchen und dem aufstrebenden Alphamännchen auch heute noch in den Köpfen vieler Menschen verankert und akzeptiert zu sein."

Frauen ist das Einkommen ihres Mannes wichtig

Denn wie sich zeigte, spielt das Geld eine wichtige Rolle - für beide Geschlechter. "Eines unserer Ergebnisse war, dass materialistische Frauen höhere Erwartungen an die Karriere ihres Partners stellen als materialistische Männer an die Karriere ihrer Frauen", berichtet Büttgen. "Auch ist es Frauen wichtiger, dass ihr Partner im Falle eines Umzugs am neuen Wohnort einen neuen und passenden Job findet." Die Männer machen sich über die künftigen Jobchancen ihrer Frau dagegen weniger Gedanken.

"Es zeigt sich deutlich, dass die Karriere des Mannes als wichtiger angesehen wird als die Karriere der Frau", ergänzt Ullrich. Offenbar sehen dies sowohl viele Männer als auch Frauen noch immer so. "Ein Grund dafür könnte die Familienplanung sein, die für Frauen meist einen größeren Karriereeinschnitt bedeutet", vermutet der Experte. Frauen gehen offenbar davon aus, dass sie im Falle eines Kindes ohnehin diejenigen sind, die zuhause bleiben. Wenn sie durch einen Umzug den Job verlieren, erscheint ihnen das dann nicht so schlimm.

Er ist zuversichtlich, sie eher pessimistisch

Auch in der Selbsteinschätzung zeigten sich deutliche Unterschiede bei den Geschlechtern: Erhielt die Frau das fiktive Jobangebot, war sich ihr Partner fast immer sicher, auch am neuen Wohnort sofort einen neuen und passenden Job zu finden. Das spricht für ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein: Mann weiß was er kann – und das ist ja auch gut so. Ihre Frauen sahen das jedoch oft ganz anders: "Frauen sind eindeutig skeptischer eingestellt bezüglich der Jobchancen ihrer Männer", sagt Ullrich.

Das kann zweierlei bedeuten, so die Experten: Entweder sind Frauen zu pessimistisch – oder Männer zu sehr von sich überzeugt. "Konfliktpotenzial bringen beide Szenarien", weiß Ullrich.

Experten raten: Mehr reden

So problematisch das Bild jedoch scheint, gibt es eigentlich eine einfache Lösung: "Unsere Befragung hat gezeigt, dass die Paare sich zu wenig mit einander unterhalten, ihren Partner gar nicht richtig einschätzen können", sagt Büttgen. Dabei sei es sehr hilfreich, sich ruhig schon im Vorfeld einmal über das ‚was wäre wenn‘ zu unterhalten. "Oder zumindest dann, wenn es soweit ist, komplett offen mit den eigenen Erwartungen und Ängsten zu sein", so die Expertin.

Dies gelte nicht nur für die Paare – sondern auch für die Unternehmen. "Bei einer geplanten Versetzung wäre es auch für das Unternehmen sinnvoll, den Partner des Mitarbeiters von Anfang an in die Planung mit einzubeziehen und möglichst auch bei der Jobsuche zu unterstützen", meint Büttgen. Damit zeigt ein Arbeitgeber nicht nur Verständnis, sondern kann auch finanziell einsparen: Einen Mitarbeiter zurückzuholen, weil sich dessen Partner am neuen Standort nicht wohl fühlt oder er keinen passenden Job findet, ist wesentlich teurer, als den Partner von Anfang an mit zu berücksichtigen.

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