Kinder und Geld: Wie viel Taschengeld ist richtig?
Lernen & Familie

Kinder und Geld: Wie viel Taschengeld ist richtig?

Bild: Foto: UnknownUnknown (Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung), Public domain, via Wikimedia Commons

In unserer Gesellschaft spielt Geld eine wichtige Rolle – ob wir wollen oder nicht. Ob Essen Trinken oder der Gang ins Kino: Alles kostet etwas. Und klar ist auch, dass wir tunlichst versuchen sollten, unsere Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht zu halten. Umso wichtiger ist es daher, dass schon Kinder und Jugendliche lernen mit Geld richtig umgehen zu können. Und genau dafür kommt das Taschengeld ins Spiel. Denn dieses gibt den Kinder wertvolle Chancen, den Umgang mit Geld zu üben. Sie lernen durch eigene Erfahrung, dass sich nicht alle Wünsche erfüllen lassen – einfach weil das Geld nicht reicht. Aber auch, dass Sparen hilft, um sich dann auch teurere Dinge zu leisten.

Warum ist Taschengeld wichtig?

In unserer Gesellschaft spielt Geld eine wichtige Rolle – ob wir wollen oder nicht. Ob Essen Trinken oder der Gang ins Kino: Alles kostet etwas. Und klar ist auch, dass wir tunlichst versuchen sollten, unsere Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht zu halten. Umso wichtiger ist es daher, dass schon Kinder und Jugendliche lernen mit Geld richtig umgehen zu können. Und genau dafür kommt das Taschengeld ins Spiel. Denn dieses gibt den Kinder wertvolle Chancen, den Umgang mit Geld zu üben. Sie lernen durch eigene Erfahrung, dass sich nicht alle Wünsche erfüllen lassen – einfach weil das Geld nicht reicht. Aber auch, dass Sparen hilft, um sich dann auch teurere Dinge zu leisten.

Aber Taschengeld spielt auch eine Rolle für die Position der Kinder in ihrer Clique: Wenn sie die einzigen sind, die kein Taschengeld bekommen, dann fühlt dies zum Gefühl des Ausgeschlossenseins. Umgekehrt ermöglicht ihnen das Taschengeld,  sich an gemeinsamen Unternehmungen zu beteiligen, ohne immer gleich die Eltern um Geld bitten zu müssen. Das macht selbstständig und stärkt auch das Selbstvertrauen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Kinder frei entscheiden können, was sie mit ihrem Taschengeld anfangen. Eltern sollten die Anschaffungen ihrer Kinder daher nicht bewerten oder sich übermäßig einmischen.

Erstes Taschengeld ab der Einschulung

Ab wann sollte ein Kind Taschengeld erhalten? Unter den Erziehungsexperten herrscht hier weitgehend Einigkeit: Spätestens ab dem Schulalter, also etwa mit sechs Jahren, ist Taschengeld sinnvoll und zu empfehlen. In den ersten Jahren sollten Eltern das Taschengeld dabei wöchentlich auszahlen. Für die Kinder sind diese Zeitabschnitte dann schon gut überschaubar und sie können sich ihr Geld einteilen. Ab etwa neun Jahren kann man dann zu einer monatlichen Auszahlung übergehen.

"Je früher Sie mit dem Taschengeld beginnen, desto natürlicher und spielerischer lernt ihr Kind den Umgang mit Geld. Spätestens im Vorschulalter sind Kinder ‚taschengeldreif‘“, so der Erziehungsexperte Sebastian Bröder.  Kinder im Kindergartenalter finden zwar das Ritual des Bezahlens auch schon spannend, verstehen aber noch nicht das Prinzip dahinter. So kommt ihnen ein Haufen Münzen viel mehr vor als ein Schein von sehr viel höherem Wert. Und viele kleinere Kinder können auch noch nicht zwischen den einzelnen Münzen unterschieden.

Wie viel Taschengeld in welchem Alter?

Im Durchschnitt erhalten Kinder in Deutschland in den ersten Grundschuljahren zwischen einem und fünf Euro Taschengeld pro Woche. Allerdings gilt hier wie bei so vielem: Zu viel ist auch nicht gut. Experten empfehlen daher etwa zwei Euro pro Woche für Erst- und Zweitklässler. Zwischen neun und zwölf Jahren liegt der Durchschnitt bei rund 13 bis 18 Euro, mit 15 bis 17 Jahre dann bei 42 bis 68 Euro. Die langsame Erhöhung sollte dabei in der Familie gemeinsam besprochen und beschlossen werden.  Ist die Taschengeldkasse chronisch knapp und die Kinder kommen mit ihrem Geld nicht mehr aus, dann sollte neu verhandelt werden. Auf diese Weise lernen sie gleich, über Geld zu reden und ihre Bedürfnisse, aber auch das realistisch Machbare einzuschätzen.

Regelmäßigkeit ist wichtig

Damit die Kinder mit dem Geld haushalten können, ist es wichtig, ihnen das Taschengeld regelmäßig und in einer festen Höhe auszuzahlen – beispielsweise immer am Monatsanfang oder -ende. Denn nur dann lernen sie, mit einem solchen festen Budget umzugehen und sammeln erste Erfahrungen darüber, wann und wozu sparen sinnvoll sein kann und was und wie viel sie sich von einer bestimmten Geldmenge leisten können.

Für viele Eltern ist das ein probates Mittel: Wenn das Kind etwas ausgefressen hat oder alles Ermahnen nichts hilft, dann wird als Erziehungsmaßnahme gerne auch mal das Taschengeld gesperrt. Doch Experten raten davon dringend ab: Ein Taschengeldentzug sei keine geeignete Strafmaßnahme und stört zudem die Gelderziehung. Denn nur wenn sich die Kinder darauf verlassen können, dass sie jede Woche oder jeden Monat ein festes Budget erhalten, können sie auch den Umgang mit diesem Geld richtig lernen.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Mehr aus Lernen & Familie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Lernen & Familie.

Alle Lernen & Familie-Artikel
Universität Regensburg: Eine Zusatzmessung halbiert Fehlerrate von Quantenbits
Lernen & Familie

Universität Regensburg: Eine Zusatzmessung halbiert Fehlerrate von Quantenbits

4. November 2026

Forscher aus Regensburg zeigen: Eine einzige zusätzliche Messung vor Rechenoperationen senkt die Fehlerrate von Quantenbits um mehr als die Hälfte – ein möglicher Baustein für künftige Quantencomputer.

Universität Hohenheim und Max-Rubner-Institut suchen Rezeptur mit weniger Nitrit in Wurst
Lernen & Familie

Universität Hohenheim und Max-Rubner-Institut suchen Rezeptur mit weniger Nitrit in Wurst

3. November 2026

Seit Oktober 2025 gelten in der EU strengere Grenzwerte für Nitrit und Nitrat in Wurst und Schinken. Ein deutsch-belgisches Forschungsteam sucht nun Rezepturen, die trotzdem sicher und schmackhaft bleiben.

Bessere Noten in Deutsch: Mit diesen Tipps klappt es Schritt für Schritt
Lernen & Familie

Bessere Noten in Deutsch: Mit diesen Tipps klappt es Schritt für Schritt

21. Oktober 2026

Bessere Noten in Deutsch gelingen, wenn man die eigenen Schwächen genau kennt, regelmäßig übt, Textanalysen strukturiert aufbaut und sich bei Bedarf gezielt Unterstützung holt. Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten…

Medizinstudium in Deutschland: Wie die Studienplatzvergabe wirklich funktioniert
Lernen & Familie

Medizinstudium in Deutschland: Wie die Studienplatzvergabe wirklich funktioniert

14. Oktober 2026

Einen festen Numerus clausus, den man vor der Bewerbung nachschlagen könnte, gibt es für Humanmedizin in Deutschland nicht. Die Grenzwerte, die nach jeder Vergaberunde kursieren, sind das Ergebnis eines mehrstufigen…

← Zurück zu Lernen & FamilieZur Startseite