Kleine Köche ganz groß
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Kleine Köche ganz groß

Bild: Foto: Nevit Dilmen (talk), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

"Was esst ihr am liebsten?" "Pommes." "Nudeln." "Pizza." Eltern haben es oft schwer, wenn es darum geht, für eine ausgewogene Ernährung ihrer Kinder zu sorgen. Obst, Gemüse und Fisch wollen die Kinder häufig nicht einmal probieren. Mehr noch: Viele Nahrungsmittel kennen sie oft gar nicht. Um Abhilfe zu schaffen hat der "aid Infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e.V." einen Ernährungsführerschein für Grundschüler ins Leben gerufen. Selber machen ist dabei angesagt, um so die Neugier der Kinder zu wecken und ein Bewusstsein für die Vielfalt an Lebensmitteln und eine gesunde Ernährung zu schaffen.

Rund zehn Prozent der Kinder in Deutschland sind am Tag ihrer Einschulung bereits übergewichtig oder adipös. Mangel an Bewegung und unausgewogene Ernährung – das sind die Hauptursachen dafür. Übergewicht kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen: Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Schlafapnoe, um nur einige zu nennen, können durch dauerhaftes Übergewicht ausgelöst werden. Eine gesunde Ernährung kann Abhilfe schaffen. Doch wie gelingt es uns, den Kindern Lust auf gesunde Lebensmittel zu machen? Ganz einfach, meint der aid Infodienst: Wir holen die Kinder mit ins Boot.

Die Neugier der Kinder wecken

Kinder sind von Natur aus neugierig. Sie wollen wissen, lernen und verstehen. Da reicht es nicht zu sagen: "Frisches Gemüse ist gesund". Sinnvoller ist es, die Kinder mit einzubeziehen. Welche Gemüse- und Obstsorten gibt es? Wie werden sie zubereitet? Welche Küchengeräte kann ich dafür verwenden? All diese Fragen wecken den natürlichen Entdeckergeist der Kinder. Ganz nach dem Motto "Fit für die Küche" hat der aid Infodienst ein Unterrichtskonzept für Drittklässler entwickelt, dass Grundschülern vermittelt: Eine gesunde Ernährung ist nicht nur wichtig für die Gesundheit, sondern Rezepte ausprobieren, Schnippeln, Abschmecken, Anrichten, das alles ist spannend und macht Spaß.

Frische Salate, fruchtige Quarkspeisen und andere leckere kleine Gerichte bereiten die angehenden Profis in sechs bis sieben Doppelstunden zu. Dabei gehen sie mit echten Lebensmitteln um und schneiden, rühren und reiben wie die Profiköche. Das Abschmecken ist dabei das A und O für ein gutes Gelingen. Fehlt noch Salz? Und schon haben die Kinder etwas probiert, was durch gutes Zureden vorher so schwer zu erreichen war. Auch die Vielzahl an Gewürzen lernen die kleinen Köche so spielerisch kennen. Am Ende bekommen sie einen Ernährungsführerschein verliehen, was sie zu stolzen kleinen Küchenprofis macht, die ihrer Mama und ihrem Papa vielleicht sogar noch etwas beibringen können.

Für eine gesunde Ernährung braucht es aber noch mehr: Ausgewogenheit. Was esse ich? Wann esse ich? Wie groß ist eine Portion? Diesen Fragen können die Kinder spielerisch mit der Ernährungspyramide begegnen. Als Poster an der Wand im Klassenzimmer platziert, regt sie die Schüler stets dazu an, ihre Essgewohnheiten nicht aus dem Auge zu verlieren. Nicht einfach nur Essen, sondern bewusst Essen – Das erreicht das Arbeiten mit der Ernährungspyramide.

Lehrer unterstützen

Doch so einfach, wie das klingt ist das Begeistern der Kinder dann doch nicht. Eines der Probleme sind die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Grundschüler. Auf Anregung vieler Lehrkräfte hat aid das Konzept des Ernährungsführerscheins weiterentwickelt. Memospiele und Lieder sowie vereinfachte Rezeptdarstellungen in verschiedenen Niveaustufen erleichtern den Lehrern den Zugang zu allen Kindern. Außerdem vermittelt ein Begleitheft den Lehrkräften das notwendige fachliche Know-how. Denn nur Profis können die kleinen Küchenentdecker zu Profis ausbilden.

Auf der Website des aid Infodienstes finden Sie weitere Informationen und erfahren, wie auch Sie zur Ernährungsführerschein-Zulassungsstelle werden können.

Weiterlesen:

Obst und Gemüse im Juni: gesunde Vielfalt erntefrisch auf den Tisch

Kaffee & Toast am Morgen

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