In vielen Kinderstationen kommen heute schon regelmäßig Clowns zu Besuch. Sie gehen in die Krankenzimmer und muntern die kleinen Patienten mit Witzen, kleinen Faxen und freundlichen Gesprächen auf. Dass die Kinder sich über diesen Besuch freuen, ist nicht zu übersehen: Egal wie krank sie sind: Wenn der Clown seine Witze reißt, dann müssen sie einfach lachen. Der Humor im sonst eher beängstigenden und sterilen Klinikablauf hilft den Kindern, für eine Weile Krankheit und Ängste zu vergessen. Und das wiederum hilft ihnen, schneller gesund zu werden.
"Die Kraft von Zuwendung und Zuversicht sind heilsam, aber eben nicht als Tablette, sondern in aufrichtigem menschlichem Kontakt", erklärt Eckart von Hirschhausen. "Und dies ist wissenschaftlich belegbar." Der Arzt zeigt in seinen Büchern, in vielen Fernsehsendungen und als Schirmherr der Stiftung "Humor hilft Heilen" immer wieder, dass die Medizin keine humorfreie Zone sein muss, sondern dass der Humor im Gegenteil wichtiger Bestandteil der Medizin sein kann und sollte.
Die Sache mit dem Kuschelhormon
Aber das ist noch nicht alles, wie nun eine Pilotstudie an der Klinik für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Greifswald belegt: Dass die Clowns den kleinen Patienten guttuen, lässt sich auch an ihrer körperlichen Reaktion messen. Für ihre Studie hatten Forscher 31 Kindern vor und nach dem Besuch eines Klinikclowns eine Speichelprobe entnommen. Sie untersuchten, wie viel von dem "Kuschelhormon" Oxytocin in den Proben vorhanden war.
Der Botenstoff Oxytocin gilt als Kuschelhormon, als Beziehungskitt und Glücklichmacher. Denn er wird immer dann ausgeschüttet, wenn ein Mensch Zuwendung erfährt. Das kann durch die enge Bindung zwischen Mutter und Kind geschehen, aber auch beim zärtlichen Umgang von Liebespaaren. Ist unser Oxytocin-Spiegel hoch, dämpft er Angst und Sorge, macht uns vertrauensvoller und bewirkt ein Gefühl der Zufriedenheit und des Umsorgtwerdens.
Objektives Wohlgefühl
Und genau dieses Gefühl hinterlässt auch der Besuch des Klinikclowns bei kranken Kindern, wie die Studie ergab. Immerhin um 30 Prozent stieg der Spiegel des Kuschelhormons im Speichel der Kinder nach dem Clownsbesuch an. "Die Pilotstudie hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, die heilende Wirksamkeit des Humors auch wissenschaftlich zu belegen", sagt der Greifswalder Mediziner Matthias Nauck. "Das vom Körper selbst gebildete Hormon ist ein wichtiger Indikator für den Erfolg der humorvollen Intervention."
Auch die Eltern der kleinen Patienten berichteten, dass sich ihre Kinder nach dem humorvollen Intermezzo wohler fühlten. Als positiver Nebeneffekt wirkte die Gegenwart des Clowns und das Lachen der Kinder auch auf Väter und Mütter entspannend. Weil sich ihre Stimmung schnell auf das Kind überträgt, trägt dies ebenfalls dazu bei, den Kindern Ängste und Sorgen zu nehmen.
Für die Greifswalder Ärzte ist das Fazit klar: Klinikclowns sind eine wunderbare Methode, um kranken Kindern nicht nur ein Lachen auf das Gesicht zu zaubern, sondern um ihnen auch Ängste zu nehmen und ihre Heilung zu beschleunigen.




