Lebensmittel und Medikamente: Vorsicht Wechselwirkung!
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Lebensmittel und Medikamente: Vorsicht Wechselwirkung!

Bild: Foto: Müller, Simon, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Ob Frühstück, Mittag- oder Abendessen: Wer Medikamente einnehmen muss, verleibt sich die Tabletten oft zu den Mahlzeiten ein. Doch Vorsicht: Viele - auch eigentlich sehr gesunde - Lebensmittel verändern die Wirkung von Arzneimitteln. Sie können sie unwirksam machen oder ihren Effekt verstärken und dadurch mitunter sogar gefährliche Nebenwirkungen verursachen.

Ob Frühstück, Mittag- oder Abendessen: Wer Medikamente einnehmen muss, verleibt sich die Tabletten oft zu den Mahlzeiten ein. Doch Vorsicht: Viele - auch eigentlich sehr gesunde - Lebensmittel verändern die Wirkung von Arzneimitteln. Sie können sie unwirksam machen oder ihren Effekt verstärken und dadurch mitunter sogar gefährliche Nebenwirkungen verursachen.

1. Kaffee und Tee

Besonders beim Frühstück ist es verlockend, Tabletten mal eben mit einem Schluck Kaffee oder schwarzen Tee hinunterzuspülen. Doch das ist nicht immer eine gute Idee. Der Grund: Einige Medikamente erhöhen die Wirkung des darin enthaltenen Koffeins, weil sie den Abbau der Substanz behindern. Als Folge können Herzrasen, Schlafstörungen und Unruhe auftreten. Andere Arzneimittel werden in ihrer Wirkung wiederum vom Koffein gehemmt. Antibiotika, insbesondere sogenannte Gyrasehemmer, ebenso wie Schmerz- und Schlafmittel sollten daher nicht zusammen mit koffeinhaltigen Getränken eingenommen werden.

2. Grapefruitsaft

Ebenfalls ein häufiger Gast auf dem Frühstückstisch ist Grapefruitsaft. Bestimmte Inhaltsstoffe dieses Safts verändern den Transport sowie den Abbau von Arzneistoffen im Körper. Unter anderem hemmen sie Enzyme, die in der Leber und in der Darmwand vorkommen und Medikamente normalerweise abbauen. Die Folge: Die Wirkung der Tabletten wird verstärkt. Bei Blutdruckmitteln kann es dadurch zu einem erheblichen Abfall des Blutdrucks kommen, bei Antiallergika zu Herzrhythmusstörungen und bei Schlafmitteln zu rauschähnlichen Zuständen.

Auch bei Arzneimitteln gegen Erektionsstörungen und einigen Cholesterinsenkern ist Vorsicht geboten. Weil der Effekt der Grapefruit mitunter über viele Stunden bestehen bleibt, raten Experten dazu, bei der Einnahme entsprechender Mittel die Frucht, deren Saft und auch die verwandte Pomelo komplett zu meiden.

3. Milchprodukte

Vor allem Antibiotika vertragen sich schlecht mit Milchprodukten: In Verbindung mit Quark, Joghurt, Milch und Co wirken sie deutlich schlechter. Das liegt daran, dass sich die Wirksubstanz von Antibiotika im Darm gerne an das in Milchprodukten enthaltene Kalzium bindet. Dieser Komplex kann nicht gut ins Blut aufgenommen werden. Ein Großteil des Wirkstoffs verbleibt daher im Darm und wird einfach wieder ausgeschieden. Darüber hinaus kann es auch bei Mitteln gegen Osteoporose oder Parkinson zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen.

Achtung: Schon geringe Mengen Milch können die Wirkung der Medikamente beeinflussen. Auch ein kleiner Schluck Milch für den Kaffee ist daher tabu. Mediziner empfehlen, grundsätzlich zwei Stunden Pause zwischen der Einnahme des Arzneimittels und dem Verzehr von Milchprodukten einzulegen.

4. Salami, Brathering, Sojasoße

Käse, Salami, Bohnen und Hefe, Suppenwürfel, Sojasoße und Brathering - all diese Lebensmittel haben eines gemeinsam: Es handelt sich um proteinreiche Produkte, die längere Zeit gelagert werden. Werden solche Lebensmittel beispielsweise durch Trocknen, Pökeln oder andere Prozesse haltbar gemacht, entsteht eine Substanz namens Tyramin.

Sogenannte Monoaminoxidase-Hemmer - zum Beispiel gegen Parkinson oder Depressionen - behindern den Abbau von Tyramin im Körper. Dadurch kann es kann es unter anderem zu einem Anstieg des Blutdrucks, Kopfschmerzen oder Fieber kommen. Im englischsprachigen Raum sprechen Experten vom Cheese-Effekt. Wer entsprechende Mittel einnimmt, sollte tyraminhaltige Lebensmittel am besten nur in geringen Mengen verzehren oder ganz darauf verzichten.

5. Grünes Gemüse

Grünes Gemüse wie Brokkoli, Spinat oder Salat enthält viel Vitamin K. Diesen Stoff braucht der Körper für die Blutgerinnung. Medikamente, die die natürliche Blutgerinnung herabsetzen sollen, machen sich diese Eigenschaft zunutze: Sie blockieren gezielt die Wirkweise des Vitamins und verdünnen auf diese Weise das Blut. Das ist zum Beispiel bei Patienten nötig, die ein hohes Risiko haben, eine Thrombose zu bekommen.

Nehmen Betroffene nun auf einmal größere Mengen an Vitamin K auf als normalerweise, wirken ihre Medikamente nicht mehr so gut wie sonst. Damit die vom Arzt verschriebene Dosis verlässlich wirkt, sollten Patienten grünes Gemüse zwar regelmäßig, aber nur in Maßen verzehren. Wichtig ist vor allem, die aufgenommene Menge halbwegs konstant zu halten.

6. Lakritz

Lakritz schmeckt lecker, kann aber den Blutdruck in die Höhe treiben. Wer ohnehin an Bluthochdruck leidet und blutdrucksenkende Medikamente einnehmen muss, sollte daher nur geringe Mengen von der Süßigkeit naschen. Hinzu kommt: Der in Lakritz enthaltene natürliche Süßstoff Glycyrrhizin entzieht dem Körper Kalium. Ein Defizit kann unter anderem zu Wassereinlagerungen im Gewebe, Muskelschwäche und Müdigkeit führen. Neben Menschen mit Bluthochdruck sollten sich auch Herz-Kreislauf-Patienten, Diabetiker und Schwangere nur gelegentlich eine süße Schnecke gönnen.

7. Alkohol

Alkohol und Arzneimittel: Das ist bekanntermaßen eine ganz schlechte Kombination. Denn Alkohol löst mit Abstand die meisten gefährlichen Wechselwirkungen aus. Die Ursachen dafür sind vielfältig. So ist zum Beispiel bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln, Antidepressiva oder anderen Psychopharmaka mit Problemen zu rechnen, weil diese ähnlich wirken wie der Alkohol selbst: Sie dämpfen das zentrale Nervensystem. Gemeinsam eingenommen kann es daher zu einer gefährlichen Verstärkung dieser Wirkung kommen - und im Extremfall zum Atem- oder Herzstillstand.

Darüber hinaus greift Alkohol grundsätzlich in den Stoffwechsel ein und verlangsamt ihn. Medikamente werden dadurch verzögert abgebaut, Wirkungen und Nebenwirkungen halten länger an. Umgekehrt verlangsamen bestimmte Medikamente auch den Abbau des Alkohols. Dazu gehören unter anderem Antibiotika wie Metronidazol. Schon geringe Alkoholmengen können dann zu heftigen Reaktionen wie Übelkeit oder Herzrasen führen. Besondere Vorsicht gilt zudem bei der Einnahme von Paracetamol: Alkohol verstärkt die leberschädigende Wirkung des Schmerzmittels.

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