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Medikamentenwirkung - Getrennte Medizinschränke für sie und ihn?
Bildquelle nicht angegeben
Gesundheit

Medikamentenwirkung - Getrennte Medizinschränke für sie und ihn?

Immer stärker im Blick haben Forscher seit einigen Jahren auch einen weiteren Aspekt: die Gesundheit. So mehren sich die Hinweise darauf, dass Männer und Frauen für viele Erkrankungen eine unterschiedliche Anfälligkeit haben. "Wir wissen etwa, dass entzündliche Erkrankungen wie Asthma, Psoriasis oder Rheumatoide…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Gesundheit
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Jan-Peter Kasper / FSU

Immer stärker im Blick haben Forscher seit einigen Jahren auch einen weiteren Aspekt: die Gesundheit. So mehren sich die Hinweise darauf, dass Männer und Frauen für viele Erkrankungen eine unterschiedliche Anfälligkeit haben. "Wir wissen etwa, dass entzündliche Erkrankungen wie Asthma, Psoriasis oder Rheumatoide Arthritis bei Frauen sehr viel häufiger vorkommen als bei Männern", sagt Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.

Artikelbild

thinkstock.com, designer491

Ein möglicher Grund dafür könnte das männliche Sexualhormon Testosteron sein. Zahlreiche Untersuchungen legen nahe, dass der Botenstoff vor Entzündungskrankheiten schützen kann. Welche Mechanismen hinter diesem Phänomen stecken, war bislang jedoch unklar. Werz und seine Kollegen haben dies nun genauer untersucht - und Erstaunliches festgestellt.

Denn in ihren Versuchen offenbarte sich nicht nur, dass das Testosteron unmittelbar in die Biosynthese von Entzündungssubstanzen eingreift – es scheint darüber hinaus auch die Wirksamkeit von entzündungshemmenden Medikamenten zu verändern. Im entscheidenden Experiment hatten die Forscher zunächst untersucht, ob sich die Wirkung von Entzündungshemmern in männlichen und weiblichen Immunzellen unterscheidet.

Verminderte Wirkung

Dabei zeigte sich: In den weiblichen Zellproben war die Wirkung der untersuchten Substanzen größer als bei männlichen. Das hatten die Wissenschaftler erwartet. Die einfache Erklärung: Die Mittel wirken bei diesen Zellen stärker, weil bei ihnen geschlechtsbedingt auch das Entzündungsgeschehen deutlicher ausgeprägt ist. "Diese Unterschiede lassen sich aber durch die Gabe von Testosteron komplett ausgleichen", berichtet Mitautorin Simona Pace. Das heißt: Unter Hormoneinfluss war die Wirksamkeit der Medikamente in den weiblichen Zellen deutlich vermindert.

Mit diesem Ergebnis liefern die Forscher einmal mehr konkrete Anhaltspunkte für die Notwendigkeit einer geschlechtsspezifischen Medizin. "Entzündungshemmende Wirkstoffe, die für Frauen geeignet wären, zeigen bei Männern unter Umständen nur eine geringe Wirkung und umgekehrt", konstatiert Werz.

Der Griff in den Medizinschrank könne also zu ganz unterschiedlichen Behandlungserfolgen führen. Eine Tatsache, der in der Entwicklung neuer Medikamente – insbesondere zur Behandlung von Entzündungserkrankungen – künftig deutlich stärker Rechnung getragen werden müsse. Künftig könnte das vielleicht sogar in getrennten Medizinschränken für "sie" und "ihn" münden

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