Muskelverletzungen - gezerrt, geprellt, gerissen
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Muskelverletzungen - gezerrt, geprellt, gerissen

Bild: Foto: LeFagnard, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Schlag auf den Oberschenkel, ein Tritt in die Wade: Im Fußball betrifft jede dritte Verletzung den Muskel. Betrachtet man die Gesamtzahl aller sportbedingten Muskelverletzungen, werden die Fußballer nur von den Leichtathleten übertroffen. Sie ziehen sich 16 Prozent dieser Verletzungen zu. "Viele Sportler machen den Fehler, die Schmerzen in der Muskulatur lange zu ignorieren", sagt Thomas Vogl von der Goethe-Universität Frankfurt am Main. "So kann sich eine kleinere Verletzung verschlimmern und den Sportler für Wochen oder gar Monate außer Gefecht setzen."

Ein Schlag auf den Oberschenkel, ein Tritt in die Wade: Im Fußball betrifft jede dritte Verletzung den Muskel. Betrachtet man die Gesamtzahl aller sportbedingten Muskelverletzungen, werden die Fußballer nur von den Leichtathleten übertroffen. Sie ziehen sich 16 Prozent dieser Verletzungen zu. "Viele Sportler machen den Fehler, die Schmerzen in der Muskulatur lange zu ignorieren", sagt Thomas Vogl von der Goethe-Universität Frankfurt am Main. "So kann sich eine kleinere Verletzung verschlimmern und den Sportler für Wochen oder gar Monate außer Gefecht setzen."

Auch wer seine Muskeln regelmäßig überbelastet oder alte Verletzungen nicht richtig auskuriert, riskiert nachhaltige Schäden. Schon ein Muskelkater sollte Anlass sein, die Belastung bei der nächsten Trainingseinheit etwas zu verringern, betont Ingo Marzi von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie: "Die Schmerzen sind ein Zeichen, dass der Muskel sich noch erholt: Wer zwischen den Trainingseinheiten nicht ausreichend pausiert, erhöht sein Risiko auf eine Zerrung oder sogar einen Muskelfaserriss."

Zerrung, Faserriss und Co

Eine Zerrung ist eine eher leichte Verletzung. Sie entsteht, wenn die kleinsten funktionellen Einheiten des Muskels, die sogenannten Sarkomere, über das normale Maß hinaus gedehnt und dadurch in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Bei einem Faserriss hingegen wird der Muskel nicht nur überdehnt: Wie der Name schon sagt, reißen bei dieser Verletzung eine oder mehrere Muskelfasern. Anders als bei der Zerrung können Mediziner in diesem Fall deutliche Strukturveränderungen des Muskelgewebes feststellen. Muskelzellen werden zerstört und es kommt zu Einblutungen.

Die unschöne Steigerung ist der Muskelriss. Hierbei ist ein komplettes Muskelbündel betroffen – eine funktionelle Einheit, die aus mehreren Muskelfasern besteht. Reißt ein komplettes Muskelbündel, ist die Funktion des gesamten Muskels stark eingeschränkt. Diese schwere Verletzung tritt häufig bei Sportunfällen auf, bei denen es zu einem Schlag auf den Muskel kommt. Das kann im Fußball zum Beispiel bei einem fiesen Foul passieren, aber durchaus auch ohne Einwirkung des Gegners. Toni Kroos, Bastian Schweinsteiger oder Nuri Sahin: Sie alle hatten bereits einen Muskelriss.

Aufwärmen und nicht übertreiben

Doch nicht nur Spitzensportler sind immer wieder von Muskelverletzungen betroffen. Auch im Breitensport kommen sie gar nicht so selten vor. Dabei können Athleten den Verletzungen durchaus vorbeugen: Um Zerrungen und Co zu vermeiden, sollten die Muskeln grundsätzlich immer warmgehalten werden. Die richtige Bekleidung und ein angemessenes Aufwärmprogramm bringen sie auf Betriebstemperatur und sorgen dafür, dass sie während der Sporteinheit nicht auskühlen.

Je härter das Training, desto größer ist auch die Gefahr für Muskelverletzungen. Gerade Anfänger sollten daher langsam beginnen und ihren Trainingsplan nach dem individuellen Leistungsvermögen richten. Wichtig ist auch, genügend Zeit für Erholungsphasen einzuplanen. Nach Krankheit oder Verletzung gilt das umso mehr. Denn ist der Körper ohnehin angeschlagen, ist er anfälliger für weitere Verletzungen.

Spieler und Gegenspieler

Eine Besonderheit gibt es bei Sportarten wie Fußball oder Joggen zu beachten: Sie beanspruchen die Vorderseite des Oberschenkels stärker als die Rückseite – doch Muskeln wirken immer in Paaren von Spielern und Gegenspielern. Gezielte Kräftigungsübungen können dieses Ungleichgewicht kompensieren. Wer zusätzlich die Rumpfmuskulatur trainiert, stabilisiert den ganzen Körper und schützt sich so vor Verletzungen.

Kommt es doch einmal zu Zerrung, Faserriss und Co, sind die Sportmediziner gefragt. Dank bildgebender Diagnostik können sie heute Art und Ausmaß einer Verletzung sehr gut einschätzen und sogar eine Prognose zum Heilungsprozess geben. "Im MRT können wir sogar nachweisen, an welchen Stellen ein Muskel bereits geschädigt oder überlastet ist, bevor der Patient überhaupt Schmerzen hat", sagt Vogl.

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