Welche Möglichkeiten gibt es?
Hinter dem allgemein gebräuchlichen Begriff "Aufbaustudiengänge" verbergen sich eigentlich drei verschiedene Versionen, die aber alle eines gemeinsam haben: Sie dienen dazu, dem Hochschulabsolventen weitere wichtige Qualifikationen zu vermitteln. Sie dauern in der Regel vier Semester.
Das eigentliche Aufbaustudium befasst sich mit der selben Thematik wie das Erststudium. Mit seiner Hilfe sollen Sie Ihr Wissen vertiefen und spezialisieren. Es wird meist von Studenten genutzt, die promovieren wollen.
Zusatzstudiengänge behandeln andere Gebiete als das Erststudium. Ein Mediziner kann sich beispielsweise Kenntnisse über Wirtschaftswissenschaften aneignen und so den Weg zu einer Führungsposition in einer Krankenkasse ebnen.
Die dritte Variante sind die Ergänzungsstudiengänge, mit deren Hilfe Fachhochschulabsolventen das Universitätsdiplom in ihrer Fachrichtung machen können.
Bevor Sie sich für einen solchen zusätzlichen Studiengang entscheiden, sollten Sie sich gut informieren und die Vor- und Nachteile abwägen. Eine Übersicht über die verschiedenen Aufbaustudiengänge und ihre Varianten finden Sie hier.
Informationen sammeln
Die Grundvoraussetzung zum Absolvieren eines Aufbaustudienganges ist ein akademischer Abschluss. Die Universitäten können allerdings noch zusätzliche Bedingungen stellen, wie zum Beispiel Berufserfahrung oder zumindest den Nachweis eines Praktikums. Sie sollten sich im Vorfeld bei der entsprechenden Hochschule genau über die Zulassungsanforderungen, aber auch über die Teilnahmebegrenzungen und über die Gebühren erkundigen.
Darüber hinaus gilt es, zunächst einmal die Vor- und Nachteile eines zusätzlichen Studiums abzuwägen.
Vorteile:
- Haben Sie ein eher allgemeines Studium absolviert, können Sie sich nun auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisieren und auf diese Weise als Experte Anerkennung finden.
- Sie bilden sich weiter und vertiefen Ihre Kenntnisse, die Sie vielleicht schon im Berufsalltag angewandt haben.
- Sie können über den Horizont Ihres Metiers hinausschauen, neue Qualifikationen mit Ihren alten verbinden oder sogar die Branche wechseln.
Ein Aufbaustudium kann Ihnen auf dem Arbeitsmarkt den entscheidenden Wettbewerbsvorteil und bessere Karrierechancen verschaffen.
Nachteile:
- Die Studienzeit wird verlängert, so dass Sie noch einmal zwei Jahre älter sind, bevor Sie in den Beruf eintreten. Bei Arbeitsplätzen mit Altersbeschränkung, zum Beispiel in der höheren Beamtenlaufbahn, könnte das ein Problem werden.
- Die lange Studiendauer wirft das Problem der Finanzierung auf: Können Sie sich weiter mit Jobs über Wasser halten?
- Spezialisieren Sie sich auf ein Fachgebiet, verengen Sie sich gleichzeitig Ihr späteres Einsatzfeld.
Niemand kann Ihnen wirklich garantieren, dass Sie mit einem Zusatzstudium bessere Startchancen bei einer Bewerbung erhalten.
Berufsbegleitendes Studium und Fernstudium
Aufbau-, Zusatz- und Ergänzungsstudiengänge bieten nahezu alle Universitäten an, allerdings nicht in allen Fächern.
Aufbaustudiengänge können auch als berufsbegleitendes Studium absolviert werden. Der Diplomstudiengang Gesundheitsökonomie an der Universität Bayreuth beispielsweise ist mit einer Dauer von acht Semestern angegeben. So können Sie Ihren Abschluss in Abendkursen machen, während Sie tagsüber arbeiten - vorausgesetzt, Sie haben ein gutes Zeitmanagement und die nötige Disziplin.
Eine weitere Form, die vom "normalen" Alltag eines Hochschulabsolventen abweicht, ist das Fernstudium. Statt Vorlesungen zu besuchen, bekommen Sie die Kurseinheiten und Infomaterialien nach Hause geschickt. Dazu zählen auch Computerprogramme und Videokassetten. Sie arbeiten wann und wo Sie wollen. Bestimmte Übungen senden Sie an Ihren Professor, der sie korrigiert. Die Klausuren werden dann gleichzeitig in verschiedenen Städten geschrieben. Sie suchen sich aus, welcher Ort für Sie am leichtesten zu erreichen ist.
Als besonders zukunftsträchtig wird das Fernstudium via Internet betrachtet, das heute schon in einigen Fächern wie Informatik und Mathematik absolviert werden kann. In Chaträumen können Studenten Erfahrungen austauschen, Simulationen helfen beim Lernen und Auswerten. Gerade in Ländern wie beispielsweise Australien, wo zwischen den einzelnen Universitäten Tausende von Kilometern liegen können, ist ein solches Fernstudium sehr nützlich.



