Allergie
Hierbei handelt es sich um die erworbene, krankmachende Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Stoffen wie bestimmte Nahrungsmittel bzw. deren Bestandteile oder Medikamente. Das Immunsystem reagiert beim Kontakt mit diesen Substanzen (Allergenen oder Antigenen) mit der Bildung von Antikörpern. Bei einem erneuten Kontakt wird eine so genannte Antigen-Antikörper-Reaktion ausgelöst, die zur Freisetzung bestimmter Stoffe wie Histamin führt. Dieses Histamin bewirkt die bekannten Allergiesymptome: Augenjucken, Schnupfen, Husten, juckender Hautausschlag, Atemnot, Asthma usw. Schon die geringste Dosis des allergieauslösenden Stoffs kann zu heftigen körperlichen Reaktionen führen.
Intoleranz
Darunter versteht man eine krankmachende Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Substanzen oder Lebensmitteln, die nicht vom Immunsystem ausgeht. Hier sind also keine Antikörper im Spiel. Die Symptome einer Intoleranz entsprechen denen einer echten Allergie, weswegen die Intoleranz auch oft als „Pseudo-Allergie“ bezeichnet wird. Intoleranzen entstehen z. B. bei Fehlen eines bestimmten Enzyms, wodurch es zu Störungen der Verdauung bestimmter Lebensmittel (z. B. Kuhmilch) mit Magen-Darm-Beschwerden kommt. Die Beschwerden betroffener Menschen sind unterschiedlich schwer; nur wenige müssen gänzlich auf die Einnahme dieses Nahrungsmittels verzichten - aber das oft ein Leben lang.
Nahrungsmittelallergien
Auch bei Nahrungsmittelallergien tragen Veranlagung und Allergenaufnahme dazu bei, dass sich eine allergische Reaktion ausbildet. So fördert bei entsprechender Veranlagung z. B. die Aufnahme von Kuhmilch im frühen Kindes- oder Säuglingsalter die Bildung von Antikörpern.
Nahrungsmittelallergien sind im Vergleich zur weit verbreiteten Pollenallergie - etwa 12 bis 16 Prozent der europäischen Bevölkerung hat darunter zu leiden - eher selten. Tatsächlich leiden nur etwa fünf bis sieben Prozent der Erwachsenen an einer Nahrungsmittelallergie. Etwa drei Prozent dieser Menschen haben derart starke Beschwerden, dass sie deswegen einen Arzt aufsuchen müssen.
Woran erkennen Sie eine Nahrungsmittelallergie?
Folgende Reaktionen können durch Nahrungsmittelallergien ausgelöst werden: sporadischer oder chronischer Schnupfen, Verschleimung der Luftwege und Husten, Atemnot und Asthma bronchiale, Ekzeme (Hautausschläge, oft im Gesicht), Nesselfieber, Schwellungen am Körper, geschwollene Augen und Bindehautentzündung, Kopfschmerzen oder gar Migräne, Gelenkschwellungen und -schmerzen, Ganzkörperausschlag sowie Schleimhautreaktionen im Mund- und Rachenraum. Beachten Sie jedoch, dass jede dieser Reaktionen auch auf eine andere Krankheit hinweisen kann, die entsprechend behandelt werden muss. Sie sollten sich daher bei Auftreten dieser Symptome an Ihren Arzt wenden, der die Ursache Ihrer Beschwerden feststellen wird.
Diagnose
Um eine Nahrungsmittelallergie festzustellen, geht man in mehreren Schritten vor. Zuerst wird der Arzt eine Anamnese machen, d. h. er wird Sie genauestens zu Ihrer Krankengeschichte - mit Schwerpunkt Allergien - befragen. Anschließend wird er Sie einem Hauttest mit verschiedenen Nahrungsmittel-Allergenen unterziehen. Diese können sowohl kleine Stücke frischer Lebensmittel sein oder aber speziell für diesen Test aufbereitete Substanzen. Parallel hierzu wird Blut abgenommen, um eine Antikörperbestimmung durchzuführen.
Hinterlassen diese Verfahren nach wie vor Zweifel, kann zusätzlich eine sogenannte Eliminations- oder Auslassdiät durchgeführt werden. Der Patient wird hierbei aufgefordert, die bekannten allergieauslösenden Stoffe einige Zeit aus seinem Ernährungsplan zu streichen und darüber Protokoll zu führen. Verschwinden die allergischen Symptome, bestätigt das die bereits vermutete Allergie. Schließlich gibt es noch den Provokationstest, wobei dem Patienten unter ärztlicher Aufsicht in immer konzentrierteren Mengen die allergieverdächtige Substanz verabreicht wird. Die daraus entstehenden Reaktionen, z. B. Asthma, werden protokolliert.
Behandlung
Die wichtigste Therapie einer Nahrungsmittelallergie besteht wie bei so vielen Allergien darin, den allergieauslösenden Stoff zu meiden. Da dies nicht bei allen Lebensmitteln möglich ist - schließlich benötigen wir bestimmte Stoffe für unsere Fett-, Eiweiß-, Kohlenhydrat-, Vitamin- und Spurenelementeversorgung - werden häufig allergiehemmende Medikamente (Antiallergika) verschrieben. Bekannt sind Ihnen vermutlich Antihistaminika, die auch gegen Pollenallergien eingesetzt werden. Besonders starke Allergiker sollten außerdem stets ein vom Arzt verschriebenes Notfallset mit sich führen. Dieses besteht in der Regel aus einem Asthmaspray, einem Antihistaminikum und einem „Adrenalin-Pen“, eine Spritze, die sich der Allergiker selbst oder eine andere Person in einem akuten Fall geben kann.
Kreuzallergien
Heute wissen wir, dass die meisten Pollenallergiker auch unter einer Nahrungsmittelallergie leiden. Oft entstehen im Erwachsenenalter Allergien gegen pflanzliche Nahrungsmittel wie Nüsse, Früchte, Gemüse, Getreide, Kräuter und Gewürze. Ob sich Nahrungsmittelallergie und Pollenallergie gleichzeitig manifestieren oder ob die Nahrungsmittelallergie auf eine frühere Pollenallergie zurückzuführen ist, spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist einzig und allein die Neigung zur Pollenallergie.
Wer reagiert mit wem?
Bestimmte Pollenallergien lösen bestimmte Kreuzreaktionen mit ganz bestimmten Lebensmitteln aus. Hier einige Beispiele:
| Pollen | Allergien gegen |
| Baumpollen | Diverse Früchte, Nüsse, Kräuter und Gewürze, Sellerie |
| Gras- und Getreidepollen | Verschiedene Getreidearten, Hülsenfrüchte, bestimmte Gewürze, Paprika |
| Kräuterpollen | Diverse Gemüsearten, Kräuter und Gewürze |
Diese Kreuzreaktionen erklären sich dadurch, dass die Pollen bestimmter Pflanzen gleiche oder sehr ähnliche Allergene aufweisen wie die aus den Pflanzen abstammenden Nahrungsmittel (z. B. Apfelblütenpollen und Apfel). Birkenpollen sind das stärkste Allergen bei Bäumen. Wer auf Birkenpollen allergisch reagiert, ist meist auch gegen Äpfel und Nüsse allergisch. Baumpollenallergiker sind auch oftmals gegen rohe Kartoffeln allergisch - sie reagieren beim Schälen mit Hautausschlag.
Wer auf Getreide allergisch reagiert, sollte sich vom Arzt testen lassen, auf welche Sorten er anspricht. Denn oft können die Betroffenen dann auf Dinkel, Reis und Hirse ausweichen - Getreidesorten, für die in unseren Breiten kaum allergische Reaktionen beobachtet werden.
Nüsse sind in aller Regel sehr hitzestabil: Sie wirken auch in gekochter Form - z. B. in Kuchen oder Nusscreme - nach wie vor allergieauslösend.
Besondere Tipps für Allergiker gegen Baum-, Kräuter- und Graspollen
Baum- und Kräuterpollenallergiker sollten sich vor (rohem) Sellerie hüten - er ist für die Betroffenen ein äußerst starkes Allergen. Außerdem ist er zum Teil hitzestabil und kann daher auch in gekochter Form oder als Gewürz allergische Reaktionen hervorrufen.
Baumpollenallergiker leiden überdurchschnittlich häufig an einer starken Kiwi-Allergie. In den letzten Jahren nimmt bei dieser Allergikergruppe auch die Anzahl an Bananenallergien stetig zu. Gerade letztere ist außerdem meist mit der Latex-Allergie verbunden. Es handelt sich hierbei um natürliches Latex, das ähnliche Allergene enthält wie Bananen, Avocados, Feigen, Kiwis, Esskastanien und Papayas.
Gras- und Getreidepollenallergiker sollten besonders bei Getreide (auch bei Malz, der aus Gerste gewonnen wird), Erdnüssen und Hülsenfrüchten (besonders Soja) aufpassen - sie sind teilweise ebenfalls hitzestabil.




