Operatives Anti-Aging
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Operatives Anti-Aging

Bild: Foto: Bubo, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Werbung gaukelt es uns vor: Man nehme ein spezielles Pflegeprodukt, und schon hebt sich der Grauschleier über welker, müder Haut und lässt sie Jahre jünger aussehen. Ganz so einfach ist es leider nicht! Um die mit der Zeit entstandenen Lachfältchen und sonstigen "Knitterfalten", grobporig gewordene Haut oder rote Äderchen zum Verschwinden bringen zu lassen, galten lange mechanische Hautabschleifungen (Dermabrasion) und chemische Tiefenpeelings (mit mehr oder weniger starken Säuren) als einzig wirksame Mittel. Die fortschreitende Lasertechnologie hat diese recht schmerzhaften Methoden weitgehend verdrängt und eine wahre Wunderwelt der Verjüngungsmöglichkeiten eröffnet. Vorteil des "Laser Skin Resurfacing", wie es im Amerikanischen heißt: Die Behandlung selbst ist sehr viel schonender für die Haut, und es bleiben keine Narben zurück. Und als Ergänzung bei tiefen Falten gibt es ebenfalls interessante neue Möglichkeiten.

Wie funktioniert das "Laser-Skin-Resurfacing"?

Die modernen "kollimierten" Laser, das heißt parallel statt punktuell verlaufenden Lichtstrahlen erfassen eine ganze Hautfläche, so dass keine scharfen Ränder mehr entstehen. Der große Vorteil: Laserstrahlen sind unblutig und ambulant anwendbar. Die ultragepulsten C02-Laser und die noch sanfteren Erbium-YAG-Laser glätten nicht nur feine Fältchen und Pergamenthaut, sondern regen die unteren Hautschichten zur Regeneration und neuen Kollagenbildung an. So kommt nach einigen Wochen eine schönere, rosigere, prallere Haut zum Vorschein, normalerweise ohne Narben oder sichtbare Spuren. Da ständig neue Geräte auf den Markt drängen, sollten Sie sich von Spezialisten in einem Laserzentrum beraten lassen, wo für jeden Eingriff die jeweils optimale Methode angeboten werden kann.

Entfernung von Altersflecken

Die Hände verraten das wahre Alter - dieser Spruch gilt nach wie vor. Während sich Leberflecken im Gesicht mit entsprechendem Make-up gut kaschieren lassen, ist das bei den Händen kaum möglich. Bleichcremes oder Peelings sind meistens unzureichende Maßnahmen. Viele Frauen und Männer wollen sich die störenden braunen Verfärbungen daher dauerhaft entfernen lassen. Dafür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung: Das Vereisen mit flüssigem Stickstoff (Kryochirurgie), Auflösen der dunklen Pigmente mit dem Alexandrit- oder Rubinlaser oder Verdampfen der obersten Hautschicht mit dem Erbium-YAG-Laser. Beste Ergebnisse erzielt auch das schonende Abtragen der Haut mit Cool Ablation, kurz Coblation genannt. Dieses Hochfrequenzgerät arbeitet ähnlich wie ein Laser und hat die gleichen Anwendungsgebiete. Nebenwirkungen wie die Rötung der Haut sollen jedoch auf ein Minimum reduziert sein.
Die ambulante Behandlung kostet je nach Umfang 100 bis 600 €.

Unterfüttern von Falten und Narben

Es gibt altersbedingte Falten, insbesondere tiefe Falten um Mund und Nase, Mimikfalten sowie eingesunkene Narben, die weder nach einem Lifting noch beim Lasern verschwinden. In diesen Fällen bietet sich die gezielte Unterfütterung mit Materialien an, die direkt an diesen Stellen unter die Haut gespritzt beziehungsweise implantiert werden. Das Ergebnis ist eine praller, frischer wirkende Haut - ein wesentlicher Schritt zu einem jünger aussehenden Gesicht.
Vorübergehend kann nach allen Injektionen die Haut etwas geschwollen wirken, die Einstichstelle kann leicht schmerzen und gerötet sein. Das Unterfüttern kostet je nach Material ab 400 €.

Die Materialien

Von Acryl bis Silikon, von GoreTex® bis zu Goldfäden werden ständig neue biologische oder synthetische Materialien zum Unterfüttern erprobt. Ganz nebenbei eignen sich einige davon auch für Implantate an anderen Körperstellen - etwa der Brust - oder zum Auffüllen der Lippenkonturen.

Das aus Hautcremes bekannte Kollagen hat sehr gute Eigenschaften für ein Füllmaterial, da es sich vollkommen in das Hautgewebe integriert. Allerdings wird es wie alle biologischen Stoffe mit der Zeit abgebaut, sodass eine neuerliche Anwendung bereits nach etwa einem Jahr nötig werden kann. Größere Stabilität erreicht mit Plexiglaskügelchen vermischtes Kollagen, das unter dem Namen Artecoll® auf dem Markt ist. Das Plexiglas wird vom Körper weder abgestoßen noch abgebaut.

Vier Wochen vor der Injektion von Kollagen muss am Arm ein Allergietest gemacht werden. Diese Vorsichtsmaßnahme erübrigt sich bei Hylaform®, einem biokompatiblen Implantat aus Hyaluronsäure, das wegen seiner Flexibilität geschätzt wird. Da es sich ebenfalls wieder abbaut, kommen die Falten irgendwann erneut zum Vorschein. Einen langlebigeren Effekt versprechen die Hersteller von Dermalive®, einem Gemisch aus Hylauronsäure und Acrylhydrogel. Bei einer zwei- bis dreimal wiederholten Anwendung soll dieses Material mehrere Jahre halten. New Fill® schließlich ist ein allergenfreies synthetisches Präparat auf Milchsäure-Basis, das sofort positive Resultate zeigt und darüber hinaus die Haut zur Bildung von eigenem neuem Kollagen anregt.

Eigenfett als Alternative

Wer vor synthetischen Implantaten zurückschreckt, auf Kollagen allergisch reagiert oder aus ökologischen Gründen Bedenken dagegen hat (Kollagen wird aus Rinderhaut gewonnen), der kann eine Unterfütterung von tiefen Falten mit Eigenfett in Betracht ziehen. Die Vorteile: Der Körper nimmt das eigene Fett problemlos an, und die Kosten sind geringer als bei den oben beschriebenen Methoden. Außerdem kann man die Behandlung praktischerweise mit einer Fettabsaugung an Bauch, Po oder Oberschenkeln kombinieren. Auf Wunsch wird das abgesaugte Fett für diesen Zweck in der Klinik gelagert. Es gehört allerdings einiges Fingerspitzengefühl auf Seiten des Arztes dazu, die Injektion richtig zu dosieren. Denn Eigenfett wird vom Körper vor allem in den ersten Wochen recht schnell abgebaut - danach verlangsamt sich der Prozess. Eine Wiederholung der Prozedur kann also nötig werden, bis das gewünschte Resultat erzielt ist. Bis zu zwei Jahre hält die Wirkung danach an.

Im Trend: Botox-Injektionen

Seit einigen Jahren wird Botulinumtoxin A, kurz Botox, zur Glättung von Falten angewandt. Es hat sich besonders bei Mimikfalten auf der Stirn und den tiefen "Zornesfalten" an der Nasenwurzel bewährt, denen mit anderen Mitteln schlecht beizukommen ist. Botox ist ein Nervengift, das in hoher Dosis zu Botulismus, einer lebensbedrohlichen Muskelstarre führen kann. In geringen Mengen ist es dagegen unschädlich und wird im Allgemeinen sehr gut vertragen. Einfach, aber verblüffend ist der Effekt: Botox lähmt die Muskelaktivität an der betreffenden Stelle und führt so optisch zu einer deutlichen Entspannung der darüber liegenden Haut. Ein großer Vorteil ist, dass Botox ohne Betäubung ambulant gespritzt werden kann, sozusagen in der Mittagspause, und dass die Wirkung rasch sichtbar wird. Sie hält allerdings nur etwa sechs Monate an, die Anwendung muss dann wiederholt werden. Man sieht nach dem Spritzen höchstens die Einstichstelle, es gibt keine Rötung oder Schwellung.

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