Die Haut bedeckt die gesamte äußere Körperoberfläche des Menschen wie eine geschlossene Decke, sie nimmt beim Erwachsenen eine Fläche von ca. 2 m² ein und macht etwa 16% des Körpergewichtes aus. Lediglich an den Körperöffnungen geht die Haut in die Schleimhäute über, welche die inneren Körperoberflächen auskleiden. Die wichtigste Aufgabe der Haut ist der Schutz des Körperinneren vor Strahlen, mechanischen Verletzungen sowie chemischen und thermischen Schäden. Durch die außergewöhnliche Regenerationskraft, mit der die oberste Hautschicht kontinuierlich erneuert wird, und durch die Absonderungen besonderer Drüsen stellt die Haut eine natürliche Barriere für Krankheitserreger dar. Die Sekrete der in der Haut befindlichen Talg- und Schweißdrüsen bilden zusammen einen fettreichen und somit Wasser abweisenden Oberflächenfilm, den Säureschutzmantel (pH 4-6), der das Eindringen von Bakterien weitgehend verhindert und den Körper vor Austrocknung bewahrt.
Auch bei immunbiologischen Vorgängen spielt die Haut eine Rolle. Sie beinhaltet alle Zellarten des Abwehrsystems, insbesondere Lymphocyten und Makrophagen, und kann auf eingedrungene Schadstoffe entsprechend reagieren.
Die Haut als Klimaanlage
Gleichzeitig trägt die Haut bei großer Hitze über die vermehrte Schweißabsonderungzur Abkühlung des Körpers nach dem Verdunstungsprinzip bei. Mit dem Schweiß werden auch Salze, Harnstoff, Harnsäure und Ammoniak ausgeschieden. An der Temperaturregulierung ist aber auch das Gefäßsystem der Haut beteiligt: Wenn die mittlere Hauttemperatur bei sehr kalter Witterung absinkt, bewirkt ein nervös gesteuerter Regulationsmechanismus das Zusammenziehen der Blutgefäße, so dass die Wärme im Körperinneren festgehalten wird. Im umgekehrten Fall hat bei Hitzebelastung eine Gefäßerweiterung den Einstrom von warmem Blut in die Haut zur Folge. Bedingt durch die Wärmeleitfähigkeit des Gewebes und die gesteigerte Durchflussrate des Blutes kann die Wärme nach außen abgegeben werden.
Die Haut als Spiegel der Gedanken und Gefühle
Für die Pigmentierung der Haut sind ebenfalls spezialisierte Zellen verantwortlich, die Melanocyten. Sie bilden den Farbstoff Melanin, der den Organismus vor ultravioletten Strahlen schützt. Die Hautfarbe hängt aber zu einem gewissen Grad auch von der jeweiligen Durchblutung ab und wird zum Teil durch psychische Faktoren beeinflusst. Dabei kann uns das vegetative Nervensystem in bestimmten Situationen "verraten", etwa wenn wir erröten oder vor Schreck erblassen. Der Haut kommt somit auch eine Funktion als Kommunikationsorgan zu, indem sie der Umwelt als Spiegel emotionaler Vorgänge dient. Darüber hinaus besitzt die Haut einen gewissen elektrischen Widerstand, der sich vor allem durch die vermehrte Schweißsekretion bei starker seelischer Anspannung verändert. Dieses Wissen hat man sich bei der Entwicklung des "Lügendetektors" zu Nutze gemacht.Eine wichtige Aufgabe erfüllt die Haut auch als Sinnesorgan. Sie verfügt über zahlreiche Sinneszellen, die sehr empfindlich auf verschiedene äußere Reize wie Wärme, Kälte, Druck, Schmerz und Berührung reagieren. Die Informationen werden über die sensiblen Nervenfasern an Gehirn und Rückenmark weitergeleitet und dort verarbeitet.




