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Phänomen Zweisprachigkeit
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Lernen & Familie

Phänomen Zweisprachigkeit

Wie weit dieser Effekt reicht, zeigt sich besonders deutlich bei Menschen, die zweisprachig aufwachsen. So verarbeiten Zweisprachige die Laute der verschiedenen Sprachen in zwei komplett getrennten Bereichen, zwischen denen sie flexibel wechseln können. Dadurch nehmen sie Klänge und Silben jeweils leicht…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Lernen & Familie
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thinkstock.com, Giii

Wie weit dieser Effekt reicht, zeigt sich besonders deutlich bei Menschen, die zweisprachig aufwachsen. So verarbeiten Zweisprachige die Laute der verschiedenen Sprachen in zwei komplett getrennten Bereichen, zwischen denen sie flexibel wechseln können. Dadurch nehmen sie Klänge und Silben jeweils leicht unterschiedlich wahr - je nach dem, welche Sprache sie gerade erwarten zu hören.

Zweisprachige Jongleure

Dieses ständige Umschalten zwischen zwei Lautsystemen gleicht einem Akrobatikakt: "Zweisprachige Menschen sind natürliche Jongleure", sagt Nina Kraus von der Northwestern University in Evanston. Ihr Gehirn jongliere ständig mit verschiedenen sprachlichen Reizen und entwickele dabei automatisch eine größere Aufmerksamkeit für relevante gegenüber nicht relevanten Klängen.

Tatsächlich ist das Denkorgan Zweisprachiger besser darin, den Klang menschlicher Sprache von Störgeräuschen zu unterscheiden. Während einsprachige Teenager sich schwer damit tun, eine bestimmte Silbe aus einem Gewirr von Lauten herauszuhören, fällt das bilingualen Jugendlichen deutlich leichter. Forscher glauben, dass diese Fähigkeit auf einer effektiveren Verarbeitung von Lauten im Hirnstamm herrührt. Erstaunlich dabei: Solche tiefgreifenden Anpassungen sind sonst nur von Profimusikern bekannt.

Artikelbild

pixabay.com, Geralt

Doch nicht nur das Gehör wird durch den Umgang mit unterschiedlichen Sprachen geschult. Auch auf die Denkleistung kann er sich positiv auswirken. Denn zum einen lernt das Gehirn bei Zweisprachigen irrelevante Informationen generell effektiver auszublenden. Zum anderen ist das Denkorgan bei ihnen womöglich nicht nur in Sachen Sprache überdurchschnittlich flexibel und dadurch zu mehr Kreativität fähig.

So zeigen Experimente zum Beispiel: Bilingual aufgewachsene Menschen sind in Assoziationstests einfallsreicher als einsprachige Mitstreiter und kommen häufiger auf kreative Analogien - ein Hinweis darauf, dass Zweisprachige eher abseits des Mainstreams denken.

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