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Psychosoziale Folgen der erektilen Dysfunktion
Bildquelle nicht angegeben
Gesundheit

Psychosoziale Folgen der erektilen Dysfunktion

Viele Männer leiden unter Erektionsstörungen und sexuellen Dysfunktionen. Aufgrund der weitreichenden Auswirkungen und der nach wie vor bestehenden Tabuisierung des Themas sind sexuelle Störungen ein bedeutsames Gesundheitsproblem. Wissenschaftlichen Studien zufolge liegt die Prävalenzrate in Deutschland bei rund 10…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Gesundheit

Vor allem Männer über 40 Jahre sind betroffen. Aber auch bei jüngeren wird die erektile Dysfunktion immer häufiger diagnostiziert. Dabei korreliert die Inzidenz sowohl mit dem Lebensalter, als auch mit verschiedenen körperlichen und psychosozialen Risikofaktoren wie koronare Herzkrankheiten, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Bluthochdruck, Depressionen und Stress.

Artikelbild

Yuriy Rudyy - shutterstock.com

Begriffsdefinition erektile Dysfunktion

Es handelt sich um eine erektile Dysfunktion, wenn der Penis des Mannes für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten keine gewünschte Erektion erreicht oder einen solche nicht länger aufrecht erhalten werden kann und somit ein befriedigender Geschlechtsverkehr nicht möglich ist.

Die Gründe der Impotenz (Erektionsstörungen) können physischer oder psychischer Natur sein. So führt in vielen Fällen eine Diabetes Erkrankung zur sexuellen Störung. Ebenso kann eine Verkalkung der zuführenden Blutgefäße ausschlaggebend für eine Erektionsstörung sein. Häufig werden auch psychische Auslöser wie Stress und Beziehungsprobleme diagnostiziert.

Psychosomatische Aspekte bei der Erektionsstörung gewinnen an Bedeutung

Während früher psychologische Aspekte der Impotenz nur am Rande beachtet wurden, geht die Wissenschaft heute davon aus, dass nur ein Zusammenwirken von somatischer und psychologischer Medizin dem Patienten gerecht wird. Somit spielen sowohl psychische beziehungsweise partnerschaftliche, als auch organische Aspekte bei der sexuellen Dysfunktion eine entscheidende Rolle.

Insbesondere der Stellenwert psychosozialer Faktoren ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen. Bei den meisten Fällen von Impotenz beeinflussen und limitieren psychosomatische Aspekte die Effektivität der Behandlungsansätze.

Auswirkungen der erektilen Dysfunktion

Aus psychologischer Sicht untergraben Erektionsstörungen das Selbstwertgefühl des Mannes und beeinträchtigt dessen Lebensqualität erheblich (Quelle: Netdoktor.de). In der Regel entwickelt der Betroffene dann Rückzugs-und Vermeidungstendenzen, die zu einer Herabsetzung der eigenen Selbstachtung und des Identitätsgefühls führen. Soziale oder berufliche Probleme sind die Folge.

Auch schwere psychische und psychosomatische Störungen können nicht ausgeschlossen werden. Vor allem eine klinisch relevante Depression wird häufig als Ursache einer Erektionsstörung diagnostiziert. In den meisten Fällen hat die sexuellen Störungen extreme Auswirkungen. Fast immer kommt es zu einer erheblichen Störung der partnerschaftlichen Sexualität.

Klinische Forschungen haben ergeben, dass Erektionsstörungen durch psychosoziale Aspekte erheblich geprägt werden. So spielen sie bei der Genese der erektilen Dysfunktion eine wesentliche Rolle. Zudem konnten Auswirkungen auf die Lebensqualität, das psychische Wohlbefinden, Partnerschaft, diagnostische Evaluation sowie bei der Wahl der Therapieoptionen festgestellt werden.

Erektionsstörungen und Partnerschaft

Die Auswirkungen der erektilen Dysfunktion machen sich insbesondere in der Partnerschaft bemerkbar. Die Beziehung und vor allem die partnerschaftliche Sexualität wird nachhaltig belastet. In der Regel ist auch der nicht sexuelle Bereich der Partnerschaft zum Beispiel durch Kommunikationsbeeinträchtigungen betroffen.

Sexualität spielt im Leben des Menschen eine wichtige Rolle. Sie steht im untrennbaren Konsens zur Partnerschaft, Paarbindung und Paardynamik. Daher darf das Problem der sexuellen Störung nicht getrennt von der Partnerschaft gesehen werden.

Dies gilt verstärkt, wenn der Auslöser der Störung eventuell in der Beziehung selbst zu suchen ist. Somit ist es besonders wichtig, partnerschaftliche Faktoren in der Diagnostik und Therapie der Erektionsstörung mit einzubeziehen. Diagnostisch sind dabei folgende Aspekte zu berücksichtigen:

Klinische Erfahrungen haben ergeben, dass die Einbeziehung der Partnerin in die Diagnostik meist von Vorteil ist, da sie die Sexualanamnese maßgeblich komplettieren oder korrigieren kann.

Optionen der Sexualtherapie

Nicht immer ist bei einer psychogen bedingten Erektionsstörung eine Sexualtherapie notwendig, da leichte Probleme meist schon durch Beratungsgespräche gelöst werden können. Während der Sexualtherapie werden, nach einer eingehenden Diagnostik, zunächst unmittelbar wirkende Faktoren wie negative Erfahrungen, Versagensängste und Leistungsdruck bearbeitet.

In den meisten Fällen der Sexualstörungen kann hier bereits eine weitgehende Verbesserung erzielt werden. Vor allem Paartherapien wirken sich positiv auf die therapeutische Gesamtstrategie aus. Dabei beschränkt sich das Therapieziel nicht nur auf die Erektionsfähigkeit, sondern auch auf die sexuelle Zufriedenheit.

Dies wird durch eine Kombination von somatomedizinischen, sexualmedizinischen und sexualetherapeutischen Behandlungen möglich. Wobei die Grenzen durch oral wirksame Medikamente wie Sildenafil (Viagra) zunehmend verwischen.

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