Radon: Versteckte Gefahr
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Radon: Versteckte Gefahr

Bild: Foto: Charismaniac, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Jeden Tag strömen in unserem Umfeld radioaktive Gase wie Radon in die Luft. Das farb-, geruch-, und geschmacklose Edelgas entsteht bei natürlichen Zerfallsprozessen im Boden und kann von dort an die Erdoberfläche gelangen. Vor allem in den Mittelgebirgsregionen und in größeren Bereichen Süddeutschlands leistet Radon auf diese Weise einen erheblichen Beitrag zur natürlichen Strahlenbelastung der Bevölkerung - die Betroffenen wissen häufig gar nichts davon.

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Risikofaktor für Lungenkrebs

Jeden Tag strömen in unserem Umfeld radioaktive Gase wie Radon in die Luft. Das farb-, geruch-, und geschmacklose Edelgas entsteht bei natürlichen Zerfallsprozessen im Boden und kann von dort an die Erdoberfläche gelangen. Vor allem in den Mittelgebirgsregionen und in größeren Bereichen Süddeutschlands leistet Radon auf diese Weise einen erheblichen Beitrag zur natürlichen Strahlenbelastung der Bevölkerung - die Betroffenen wissen häufig gar nichts davon.

Das Problem: Wer über Jahre hinweg immer wieder größere Radonmengen einatmet, kann davon ernsthaft krank werden. Insbesondere die kurzlebigen Zerfallsprodukte des Edelgases sind krebserregend. Sie können sich in den Atemwegen ablagern und dort die Entstehung von Lungenkrebs fördern. Eine erhöhte Radonbelastung gilt nach dem Rauchen als wichtigster Risikofaktor für dieses Leiden. Schätzungen zufolge gehen in Deutschland immerhin 1.900 Lungenkrebstodesfälle pro Jahr auf das Konto des Edelgases.

Belastete Wohnräume

Besonders gefährlich wird Radon, wenn es in Wohnhäuser eindringt. Schon durch kleinste Ritzen und Fugen im Fundament kann das unsichtbare Gas in die Innenräume gelangen und dort hohe Konzentrationen erreichen. In Keller und Erdgeschoss ist die Belastung in solchen Fällen in der Regel am höchsten. Dort steigt sie unter ungünstigen Bedingungen leicht auf mehrere hundert Becquerel pro Kubikmeter.

Im Schnitt liegt der Jahresmittelwert der Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen hierzulande bei rund 50 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mitteilt. Dabei gibt es von Gebäude zu Gebäude sowie von Region zu Region jedoch erhebliche Unterschiede. Denn die mögliche Belastung hängt sowohl vom Radonvorkommen im Boden als auch von der Bauweise und dem Zustand der Immobilie ab.

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Nur mehr lüften - oder sanieren?

Wie hoch die Konzentration im Einzelfall ist, lässt sich leicht mit einem speziellen Messgerät herausfinden. Je nach Schwere reichen manchmal schon einfache Maßnahmen aus, um die Belastung effektiv zu senken. So kann beispielsweise bereits häufigeres Lüften Abhilfe schaffen. Eine weitere Möglichkeit stellt eine Nutzungsänderung dar: Statt als Wohnraum wird ein belastetes Zimmer etwa nur noch als Abstellraum verwendet - dies ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn nicht gerade die gesamte Wohnung betroffen ist.

Ab einer regelmäßigen Radonbelastung von über 100 Becquerel pro Kubikmeter sollten Bewohner zudem über eine Gebäudesanierung nachdenken, so der Rat des BfS. Möglicherweise bringen schon kostengünstige Verfahren wie das Abdichten von Kellertüren und Bodenrissen mit Folien oder Dichtstoffen den gewünschten Erfolg.

Unterschätztes Problem?

Hilft dies nicht, sind aufwändigere Sanierungsmethoden gefragt - diese können von Isolierungsmaßnahmen, über die Verwendung radondichter Baumaterialien bis hin zum Einbau spezieller Zuluft- oder Absauganlagen reichen. So gibt es beispielsweise Vorrichtungen, die die radonhaltige Luft aus dem Baugrund absaugen.

All solche Maßnahmen sind inzwischen gut erforscht und erprobt. Sich in den eigenen vier Wänden einer überdurchschnittlich hohen Radonbelastung auszusetzen, ist somit eigentlich unnötig. Doch um ein Problem zu beheben, muss es erst einmal erkannt werden - und genau das scheint der springende Punkt zu sein: Das Thema Radon werde immer noch zu wenig ernstgenommen, kritisiert etwa die Stiftung Warentest.

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