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Rückenschmerzen: Kann Ernährung helfen?
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Gesundheit

Rückenschmerzen: Kann Ernährung helfen?

Rückenschmerzen sind ein echtes Volksleiden: Weltweit verursachen allein Schmerzen im unteren Rücken mehr Einschränkungen und Behinderungen als jede andere Krankheit. In Deutschland geht jeder Fünfte mindestens einmal im Jahr wegen Rückenschmerzen zum Arzt. Was aber tun, wenn Hexenschuss, Ischias und Co einen fest…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Gesundheit
Artikelbild

GettyImages, ronstik

Rückenschmerzen sind ein echtes Volksleiden: Weltweit verursachen allein Schmerzen im unteren Rücken mehr Einschränkungen und Behinderungen als jede andere Krankheit. In Deutschland geht jeder Fünfte mindestens einmal im Jahr wegen Rückenschmerzen zum Arzt. Was aber tun, wenn Hexenschuss, Ischias und Co einen fest im Griff haben? Meist helfen Physiotherapie und vorübergehende Schmerzmittel, manchmal aber werden die Schmerzen chronisch der kehren immer wieder.

Doch was hat all dies mit der Ernährung zu tun? Eine ganze Menge, denn je nach Zusammensetzung kann unsere Ernährung unserem Rücken das Leben leichter oder wortwörtlich schwerer machen. Denn unsere Knochen und Muskeln benötigen bestimmte Nährstoffe, andere Lebensmittel und Inhaltsstoffe schade dagegen eher. Was wir essen, bestimmt daher mit, wie stabil und belastbar unser Rücken ist und ob sich chronische Entzündungen einnisten können. Hier einige Mythen und Thesen zur rückengerechten Ernährung im Faktencheck.

Können Rückenschmerzen durch Übersäuerung entstehen?

Stimmt. Knochen enthalten viele alkalische - basische - Salze wie Kalzium, Kalium, Natrium und Magnesium. Wenn unser Körper übersäuert, beispielsweise durch einen zu hohen Fleischkonsum, zu viel Süßigkeiten und zu wenig Obst und Gemüse, werden die alkalischen Salze aus dem Knochen entzogen, um die Säuren im Blut zu neutralisieren. Auf Dauer kann eine anhaltende Übersäuerung deshalb dazu führen, dass die Knochen leiden. Zudem kann es auch zu einer Übersäuerung der Knorpelbandstrukturen kommen, was wiederum zu einer Lockerung des Bindegewebes führt. Darin lagert sich die überschüssige Säure ab und es wird starr und unbeweglich. Eine säurearme Ernährung kann also einen Teil zu einem gesunden Bewegungsapparat beitragen.

Ingwer - ein natürliches Schmerzmittel?

Stimmt. Ingwer kann, egal ob roh oder gekocht, als natürliches Schmerzmittel bei Muskel- und Gelenkschmerzen eingesetzt werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Inhaltsstoffe auf ähnliche Weise gegen Entzündungen und Schmerzen helfen wie chemisch hergestellte Schmerzmittel. Dänische Forscher haben herausgefunden, dass sich Arthroseschmerzen durch die Einnahme von Ingwerpräparaten lindern ließen. Natürlich kann eine Schmerzlinderung nur durch die richtige Dosierung der Inhaltsstoffe eintreten, weshalb die Einnahme - ob nun als Präparat oder frisch - immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden sollte.

Artikelbild

Aktion Gesunder Rücken e. V. / Brooke Lark

Kann der Verzehr von Olivenöl Rückenschmerzen lindern?

Falsch. Olivenöl enthält zwar einen Stoff, das sogenannte Oleocanthal, das ähnlich wie das Schmerzmittel Ibuprofen wirkt, doch wegen der eher geringen Wirksamkeit des Olecanthal eignet sich das Öl nicht für akute Schmerzen – man müsste viel zu viel davon zu sich nehmen. Dennoch ist Olivenöl durchaus gesund und gilt als wichtiger Baustein einer ausgewogenen Ernährung.

Unterstützen Kalzium- und vitaminreiche Lebensmittel die Rückengesundheit?

Stimmt. Kalzium ist der wichtigste Grundstoff für den Knochenaufbau und sorgt für Stabilität und Struktur der Knochen. Mindestens 900 bis 1.000 Milligramm Kalzium täglich sollten wir daher aufnehmen, um eine ausgeglichene Balance zu halten. Die besten Quellen sind Milch und Milchprodukte wie Hartkäse, aber auch bestimmte Gemüsesorten wie Brokkoli, Fenchel und Grünkohl sind kalziumreich. Eher als Kalziumräuber wirken dagegen Alkohol, Kaffee, schwarzer Tee und Cola. Denn sie mindern die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung im Darm.

Auch eine ausgewogene Versorgung mit Vitaminen ist für einen starken Rücken wichtig. Vitamin A beeinflusst beispielsweise das Knochenwachstum positiv - ein Mangel würde eine Verzögerung der Wachstumsprozesse hervorrufen. Vitamin K beteiligt sich an der Bildung von Eiweißen, aus denen das Kollagengerüst der Knochen gebildet wird und Vitamin C bildet das Kollagen und nährt damit das Bindegewebe.

Führt Übergewicht zu Rückenschmerzen?

Stimmt. Aufgrund der dauerhaften Über- und Fehlbelastung kann ein zu hohes Körpergewicht zu Rückenbeschwerden führen. Durch den konstanten Druck auf die Wirbelsäule leiden Übergewichtige beispielsweise auch doppelt so häufig an Bandscheibenproblemen wie Normalgewichtige. Durch eine Gewichtsreduktion können sich Ausdauer und Beweglichkeit verbessern und eine Über- und Fehlbelastung vermieden werden.

Frische Muscheln gegen Gelenkerkrankungen?

Falsch. Bestimmten Inhaltsstoffen von Muscheln wird eine anti-entzündliche Wirkung zugesprochen, die gleichzeitig auch als "Gelenkschmiere" dienen. Diese ist in der Frischware jedoch so gering, dass lediglich die Einnahme von Kapseln und Pulvern eine positive Wirkung auf die Gesundheit erzielen kann. Es handelt sich hierbei also ganz klar um einen Mythos.

Lebensmittel für mehr (Rücken-) Wohlbefinden:

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