Lügen ist menschlich
Wer sagt denn, dass Erwachsene immer ehrlich sind? Das ist gelogen! Mentiologen - das sind Lügenforscher - haben herausgefunden, dass ein Mensch am Tag bis zu 200mal flunkert.
Es gibt viele Gründe zum Lügen: Kinder tun es meist aus Angst vor Strafe oder um bei ihren Kumpels gut anzukommen. Erwachsene unterschlagen oft die Wahrheit, um keinen vor den Kopf zu stoßen.
Ab und zu macht es auch einfach Spaß, eine tolle Geschichte zu erfinden.
Sogar Tiere mogeln. So wurden schon schlaue Murmeltiere beobachtet, die ihre Artgenossen mit einem schrillen Alarmpfiff in die Höhle jagten, bevor sie sich in aller Ruhe über einen gefundenen Leckerbissen hermachten.
Meisterlügner
Manche Erwachsene verdienen ihr Geld mit Lügen anstatt mit ehrlicher Arbeit. Solche Leute nennt man Hochstapler oder Scharlatane.
Ein richtiger „Erzschwindler“ trieb sich im 18. Jahrhundert an den europäischen Königshöfen herum. Der geheimnisumwitterte Graf Cagliostro gab sich als mehrere hundert Jahre alter ägyptischer Gelehrter aus.
In Wahrheit war der falsche Graf ein armer italienischer Junge, der den Menschen als Wunderheiler und Geisterbeschwörer den Kopf verdrehte.
Der „sechste“ Sinn
Eins ist sicher: Als der berühmte Lügenbaron von Münchhausen seine haarsträubenden Geschichten von fliegenden Kanonenkugeln und halben Pferden ausspann, war seine Mama nicht in der Nähe.
Denn Mütter und Väter haben den sechsten Sinn. Nur einmal kurz in die Keksdose gegriffen - und ihr fühlt euch unter ihren musternden Blicken, als ob eine riesige Pinocchio-Nase in eurem Gesicht sprießen würde.
Eltern sind eben Spezialisten für Botschaften ohne Worte.
Denn als ihr ganz kleine Babys wart und noch nicht sprechen konntet, mussten sie verstehen, wonach euch zumute war: Spielen, Schlafen, Essen, ... Das schlossen sie aus eurer Körperhaltung, eurem Gesichtsausdruck, dem Klang eurer Stimme.
So ähnlich ist es noch heute. Die Sprache eures Körpers verrät, wenn ihr schwindelt.
Verräterische Signale
Kein Mensch ist so cool, dass er sich beim Lügen ganz unter Kontrolle hat. Selbst ausgekochte Schlitzohren bekommen Herzflattern oder schwitzige Hände.
Bei uns muss man vor Gericht schwören, die Wahrheit zu sagen.
Manche Länder verwenden Lügendetektoren, um Verbrecher zu überführen. Das sind Geräte, die zum Beispiel den Herzschlag oder die Hautfeuchtigkeit messen. Daran erkennt man, ob ein Mensch aufgeregt ist.
Wenn ihr das nächste Mal argwöhnt, dass euch jemand anlügt, schaut ihm doch mal scharf in die Augen. Vielleicht wird derjenige rot, kuckt weg oder stottert „Äh“ und „Öh".



