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Schnuller - Fluch oder Segen?
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Gesundheit

Schnuller - Fluch oder Segen?

Diesen Effekt machen sich Eltern schon seit der Antike zunutze. Bereits im Alten Ägypten gab es Beruhigungshilfen in Form kleiner Tontiere. An ihnen konnten die Babys saugen, wenn die Brust der Mutter gerade nicht verfügbar war. In Europa sind frühe Formen von Schnullern mindestens seit dem Mittelalter bekannt.
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Gesundheit
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itock.com, pepifoto

"Natürlich und kiefergerecht"

Diesen Effekt machen sich Eltern schon seit der Antike zunutze. Bereits im Alten Ägypten gab es Beruhigungshilfen in Form kleiner Tontiere. An ihnen konnten die Babys saugen, wenn die Brust der Mutter gerade nicht verfügbar war. In Europa sind frühe Formen von Schnullern mindestens seit dem Mittelalter bekannt.

Der Schnuller, wie wir ihn heute kennen, ist allerdings deutlich jünger: Er wurde 1949 von den Zahnmedizinern Adolf Müller und Wilhelm Balters entwickelt. Ihr "natürlicher und kiefergerechter Beruhigungssauger" war der erste Schnuller, der vorn abgeschrägt und an die Form des Gaumens angepasst war. Die Patente für diesen neuen Schnuller erhielt damals die Firma Mapa – sie kreierte mit dem Warenzeichen "NUK" als Abkürzung für "natürlich und kiefergerecht" die wohl bis heute bekannteste Schnullermarke.

Artikelbild

iStock.com, Orbon Alija

Risiko Saugverwirrung

Mit der Erfindung des Schnullers begann eine inzwischen 70 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte. Doch gleichzeitig gibt es wohl kaum einen Gegenstand der Babyausstattung, der unter Eltern und Experten so umstritten ist wie dieser. Schnuller ja oder nein? Das ist eine immer wieder leidenschaftlich diskutierte Frage.

Das Argument für den Einsatz des Schnullers liegt auf der Hand: Er befriedigt ein angeborenes Bedürfnis und schafft es dadurch oftmals binnen Sekunden, das Baby zu beruhigen. Gegen den Beruhigungssauger spricht dagegen, dass er bei Stillkindern zur sogenannten Saugverwirrung führen kann. Sie saugen dann falsch an der mütterlichen Brust und schaffen es nicht, richtig zu trinken. Aus diesem Grund sollten Stillbabys immer erst dann einen Schnuller bekommen, wenn das Trinken an der Brust selbstverständlich klappt.

Auf die Dosis kommt es an

Vor allem im Dauereinsatz besteht zudem das Risiko, dass der Schnuller Zahnfehlstellungen begünstigt und die Sprachentwicklung beeinträchtigt. Denn mit dem Sauger im Mund können Babys schlechter Laute formen, ein wichtiger Schritt beim Sprechenlernen. Um solche Folgen zu verhindern, sollten Eltern einen möglichst weichen und anpassungsfähigen Schnuller wählen und zudem auf die richtige "Schnuller-Dosis" achten. Das heißt: den Schnuller nur in bestimmten Situationen nutzen und es im Zweifel erst einmal mit anderen Beruhigungsmaßnahmen wie Herumtragen versuchen.

Wer diese Regeln beherzigt, darf seinem Baby ohne schlechtes Gewissen einen Schnuller geben. Doch irgendwann heißt es: Abschied nehmen. Experten empfehlen, Kindern den Sauger nach dem ersten oder zweiten Lebensjahr abzugewöhnen. Aber wie? Wenn der heiß geliebte Schnuller gehen soll, stößt das mitunter auf heftigen Widerstand. Spätestens dann verfluchen viele Eltern, dass sie den Sauger überhaupt erst ins Spiel gebracht haben.

Artikelbild

iStock.com, no_limit_pictures

Abschied nehmen

Das Patentrezept für eine unproblematische Schnullerentwöhnung gibt es wohl nicht. Während manche Kinder den Sauger schnell vergessen, brauchen manche eine langsame Entwöhnung. Oft funktioniert es, den Kindern den Schnuller immer seltener anzubieten oder ihn nur noch für ganz bestimmte Situationen wie das Zubettgehen zu nutzen. Auch kleine Notlügen oder Rituale können den Abschied vom Sauger erleichtern: Neben dem nächtlichen Besuch der Schnullerfee oder dem gemeinsamen Gang zum Schnullerbaum ist auch das Verschenken des Saugers an ein neues Baby aus dem Bekanntenkreis eine bewährte Strategie.

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