Schulanfang: Tipps für den rückengerechten Schulranzen
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Schulanfang: Tipps für den rückengerechten Schulranzen

Bild: Foto: Vitavia, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu, der Schulanfang naht. Viele Erstklässler, aber auch ältere Schüler benötigen jetzt noch schnell einen neuen Schulranzen. Aber worauf sollten Eltern beim Kauf des Ranzens achten? Damit der Schulranzen nicht zu Rückenproblemen führt, geben Experten wichtige Tipps zum Ranzenkauf.

Der Schulanfang ist etwas ganz besonders für die Kleinen. Häufig fiebern sie schon lange vorher darauf hin, denn der Schulstart birgt viele neue Abenteuer. Meist wird schon der Kauf des Schulranzens zu einem großen Erlebnis. Einige Läden veranstalten sogar Ranzenpartys, auf denen die aktuellen Modelle den zukünftigen Erstklässlern und ihren Eltern präsentiert werden.

Worauf sollte man achten?

Für die Kinder steht bei der Auswahl ihres neuen Ranzens vor allem eins im Mittelpunkt: das Aussehen der neuen Schultasche. Doch Eltern sollten auch auf einige funktionelle Merkmale und vor allem die Rückenfreundlichkeit achten. Denn der Schulranzen wird fast jeden Tag getragen und ist oft ziemlich schwer. Studien zeigen, dass gerade der Kinderrücken sehr empfindlich auf Überlastung oder Fehlbelastung reagiert.

Sitzt der Schulranzen nicht richtig, können Rückenschmerzen und Fehlhaltungen die Folge sein. Entscheidend dafür sind Belastungsdauer, das Trageverhalten, die Muskulatur und die ergonomische Qualität des Ranzens. Worauf man beim Kauf achten sollte, verraten uns Experten der Aktion Gesunder Rücken.

Gewicht: Nicht mehr als 1,3 Kilo Leergewicht

Bei vielen Eltern herrscht die Vorstellung: Je leichter der Schulranzen, desto besser. Allerdings darf man das nicht pauschalisieren. Oftmals wird bei sehr leichten Ranzen an wichtigen ergonomischen Details gespart, denn irgendwo muss das fehlende Gewicht kompensiert werden. Deswegen sollte das Gesamtpaket stimmen. Das Gewicht allein ist nicht ausschlaggebend.

Früher galt die Merkregel, dass ein vollgepackter Ranzen nicht schwerer sein sollte als zehn bis zwölf Prozent des Körpergewichts des Kindes. Inzwischen haben Studien aber gezeigt, dass gerade bei älteren Schülern selbst 20 Prozent Gewicht nicht automatisch zu Rückenproblemen führen müssen. Gerade bei eher schmächtigen und jüngeren Kinder empfehlen Experten aber, zwölf Prozent des Körpergewichts nicht zu überschreiten. Für den Kauf bedeutet dies: Damit genügend Luft nach oben bleibt, sollte der Schulranzen im leeren Zustand maximal 1,3 Kilogramm wiegen.

Schulrucksäcke sind auch ok

Wenn die Kinder älter werden, sind Schulranzen meist nicht mehr "cool". Jetzt sind eher Rucksäcke gefragt. Aber auch einige Grundschulkinder möchten lieber einen Rucksack. Die gute Nachricht: Auch Rucksäcke können rückenfreundlich sein. Voraussetzung ist es, dass sie ähnlich gut am Rücken sitzen und eng am Körper getragen werden wie der Ranzen.

Achten sollten Eltern daher auf verstellbare und gepolsterte Schultergurte und eine feste Rückseite. Besonders wichtig sind zudem zusätzliche Kordelzüge oder Gurte, mit denen der Rucksackinhalt zusammengepresst und so nah an den Rücken gebracht werden kann. Das verhindert, dass schwere Gegenstände nach außen und unten ziehen und verringert somit die Hebelwirkung auf den Rücken.

Geeignete Fächeraufteilung

Beim Schulranzen kommt es nicht nur darauf an, wie viel Gewicht das Kind mit sich herum trägt, sondern auch, wie dieses verteilt wird. Ähnlich wie beim Tragen von Gegenständen vor dem Körper gilt auch für den Rücken: Je näher am Körper ein schweres Gewicht ist, desto günstiger und gesünder ist dies. Ein rückengerechter Schulranzen sollte daher so aufgeteilt sein, dass beispielsweise größere Bücher besonders nah am Rücken verstaut werden können. Dann zieht der Ranzen nicht nach hinten. Günstig ist beispielweise ein großes Buchfach an der rückenzugewandten Seite.

Schulterriemen und Gurte

Bei den Schulterriemen sind eine gute Polsterung und eine Mindestbreite von vier Zentimetern wichtig, denn auf den Schultern lastet ein Großteil des Gewichts. Außerdem müssen die Schulterträger in ihrer Länge verstellbar sein, um sie individuell anpassen zu können. Die Länge sollte so eingestellt werden, dass der Schulranzen nah an den Schulterblättern getragen wird.

Günstig ist es zudem, wenn der Schulranzen einen verstellbaren Brustgurt besitzt. Dank des Gurts rutschen die geschwungenen, gepolsterten Träger nicht so leicht von den Schultern und er hält so sicherer am Körper. Beim Schulrucksack ist zusätzlich ein abnehmbarer Beckengurt mit weich gepolsterten Seitenteilen empfehlenswert. Denn er verteilt das Gewicht zusätzlich auf die Hüfte und entlastet damit den Rücken.

Rückenkonstruktion: Gute Passform testen!

Die Rückenkonstruktion des Schulranzens ist aus ergonomischer Sicht von großer Bedeutung. Der Ranzenrücken muss einerseits stabil sein, damit Gegenstände im Inneren nicht durchdrücken. Andererseits muss er so geformt sein, dass er sich der natürlichen Form der Wirbelsäule anpasst.

Beim Kauf ist es daher wichtig, den Ranzen anzuprobieren und dabei auf die gute Passform zu achten. Generell sollte der Ranzen möglichst mittig und eng am Rücken getragen werden. Die Polsterung der Rückseite sollte zudem atmungsaktiv sein, damit das Kind am Rücken nicht schwitzt.

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