Dort wird es als Gewürz, als Hausmittel und als gesunde Nahrungsergänzung vorgestellt. Was steckt hinter diesem Ruf? Dieser Fachbeitrag ordnet ein, was das Öl tatsächlich kann, was die Forschung dazu sagt und worauf es beim Kauf von Schwarzkümmelöl ankommt.
Was ist eigentlich Schwarzkümmelöl und was steckt drin?
Schwarzkümmelöl wird aus den Samen des Echten Schwarzkümmels gepresst. Die Pflanze heißt botanisch formuliert „Nigella sativa" und ist mit der Butterblume und dem Rittersporn verwandt. Mit Kümmel oder Kreuzkümmel hat sie trotz des Namens nichts zu tun.
Die Hersteller pressen die Samen meist kalt. So bleiben die Inhaltsstoffe erhalten. Das Öl schmeckt pfeffrig und leicht bitter.
Den größten Anteil stellt Linolsäure, eine ungesättigte Fettsäure, dar. Dazu kommt Thymochinon. Dies ist der Inhaltsstoff, der dem Schwarzkümmelöl seinen würzigen Charakter gibt. Der Gehalt an Thymochinon schwankt je nach Herkunft der Samen.
Die ganzen Samen würzen überaus gut in der warmen Küche, etwa auf Fladenbrot. Das Schwarzkümmelöl selbst gibt es im Handel als Speiseöl, in Form von Kapseln und ebenso in Form gewisser Kosmetikprodukte. Kapseln eignen sich für alle, die den kräftigen Geschmack des Öls nicht mögen.
Welche gesundheitlichen Vorteile bietet Schwarzkümmelöl?
Schwarzkümmelöl liefert viele ungesättigte Fettsäuren. Diese gelten in der Ernährung als die gesündere Wahl gegenüber gesättigten Fetten. Damit reiht sich das Öl bei den kaltgepressten Speiseölen ein, die als wertvoller Teil der täglichen Küche gelten.
In der kalten Küche bringt das Öl eine schöne Würze. Ein Teelöffel passt zu Salat, Quark oder Dips. Der pfeffrige Geschmack gibt einfachen Gerichten eine eigene Note.
Studienüberblicke zeigen außerdem Effekte auf die Blutwerte. Mit Schwarzkümmelöl lag der Blutdruck der Teilnehmer leicht niedriger als in Vergleichsgruppen ohne das Öl. Blutzucker und Blutfette fielen dort ebenso leicht besser aus. Beides sind Werte, die für Herz und Kreislauf eine wichtige Rolle spielen.
Was sagt die aktuelle Forschung über die Wirkung von Schwarzkümmelöl?
Die Forschung richtet sich vor allem auf Thymochinon. Dieser Inhaltsstoff steht im Mittelpunkt vieler Untersuchungen zu Schwarzkümmelöl. Er gilt als der Stoff, der das Öl von anderen Speiseölen unterscheidet.
Sigrun Chrubasik-Hausmann von der Uniklinik Freiburg hält Schwarzkümmelöl beim metabolischen Syndrom für sinnvoll. Darunter verstehen Ärzte das Zusammentreffen von erhöhtem Blutdruck, erhöhtem Blutzucker und erhöhten Blutfetten.
Die Tagesmengen lagen dabei meist zwischen 0,5 und 3 Gramm Öl. Diese Mengen lassen sich mit dem Speiseöl ebenso erreichen wie mit Kapseln. In üblichen Mengen gilt Schwarzkümmelöl als sicheres Lebensmittel.
Anhand welcher Merkmale lässt sich hochwertiges Schwarzkümmelöl erkennen?
Gutes Schwarzkümmelöl lässt sich an wenigen Merkmalen erkennen. Das Etikett und die Flasche verraten viel über die Qualität. Folgende Punkte helfen bei der Auswahl:
- Kaltpressung: Starke Hitze zerstört einen Teil der Inhaltsstoffe, kaltgepresstes Öl bewahrt sie jedoch.
- Herkunft und Flasche: Das Etikett nennt das Herkunftsland, eine dunkle Glasflasche schützt das Öl vor Licht.
- Filterung: Gefiltertes Öl ist klar und schmeckt mild, ungefiltertes Öl ist trüb und schmeckt kräftiger.
- Kapseln: Gute Kapseln enthalten reines Schwarzkümmelöl und nennen den Gehalt an Thymochinon sowie eine klare Tagesmenge.
- Lagerung: Kühl und dunkel gelagert bleibt angebrochenes Schwarzkümmelöl lange frisch.
Sein Aroma entfaltet das Öl am besten in der kalten Küche, dies natürlich ohne es zu erhitzen.
Was kostet ein gutes Schwarzkümmelöl in Deutschland?
Eine 250-Milliliter-Flasche kaltgepresstes Schwarzkümmelöl kostet im Handel etwa 12 bis 25 Euro, je nach Herkunft, Filterung und Bio-Qualität. Somit liegt der Preis deutlich über dem von handelsüblichem Sonnenblumenöl. Für die Würze im Alltag reicht ein Teelöffel aus. Eine Flasche reicht somit mehrere Wochen.
Der Aufpreis erklärt sich durch die Würze und die besonderen Inhaltsstoffe. Denn Thymochinon und die anderen Aromastoffe fehlen in günstigen Speiseölen. Kapseln kosten je Gramm Öl mehr als die Flasche. Dafür sind sie geschmacksneutral und einfach zu dosieren.
Ist das beliebte Schwarzkümmelöl wirklich so gesund?
Ja, als Speiseöl mit vielen ungesättigten Fettsäuren ist Schwarzkümmelöl eine gesunde Ergänzung der bewussten Küche. Es bringt eine pfeffrige Note in Salate, Quark und Dips. In Studien zeigten sich zudem leichte gesunde Effekte auf Blutdruck und Blutfette.
Wer in Deutschland Schwarzkümmelöl in üblichen Mengen nutzt, bekommt ein Lebensmittel mit Geschmack und wertvollen Fettsäuren. Ein Teelöffel über dem Salat reicht für die Würze.
Kapseln liefern die gleichen Inhaltsstoffe ohne den üblichen Geschmack. Gegenüber Sonnenblumenöl bringt das Öl mehr Geschmack und zusätzliche Inhaltsstoffe mit.
Der Ruf aus den Videos hat somit einen sachlichen Kern. Schwarzkümmelöl ist in Deutschland wirklich so gesund, wie es ein gutes kaltgepresstes Speiseöl sein kann. Es bringt Würze in die Küche und Studien sprechen für gesunde Effekte auf die Blutwerte.




