
Auch in den Medien selbst wird Kritik an der Berichterstattung laut. Der Deutsche Presserat, Organ der freiwilligen Selbstverwaltung und Selbstkontrolle der bundesdeutschen Presse, spricht sich nach dem Gladbecker Geiseldrama für eine Neufassung der Richtlinien für die Berichterstattung bei Gewaltverbrechen aus. Die Zeitschrift "journalist" beklagt eine "Besinnungslosigkeit im Journalismus", die ihre Ursache in der von Privatisierung und Pressekonzentration geprägten Medienlandschaft habe. Der scharfe Wettbewerb führe dazu, dass einige Journalisten ethisch-moralische Bedenken zugunsten spektakulärer Berichterstattung beiseiteschieben. Die Verantwortung dafür sei in der Politik zu suchen. Wer die Kommerzialisierung der Medien vorantreibe, dürfe sich über Auswüchse nicht beklagen.




