Sonnen-Märchen: Mythen und Tipps rund ums Sonnenbaden
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Sonnen-Märchen: Mythen und Tipps rund ums Sonnenbaden

Bild: Foto: Nevit Dilmen (talk), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sommerzeit ist Sonnenzeit, denn jetzt haben viele Urlaub und die Sonne lockt. Beim Abkühlen am Meer, am See oder im Freibad fängt man sich da schnell mal einen cein. Na und? Umso brauner wird man dann hinterher, heißt es dann oft. Und Sonne stärkt außerdem die Knochen. Stimmt das denn? Oder sitzen wir da einem klassischen "Sonnenmärchen" auf?

Auch wenn in Drogerien und Supermärkten ganze Regale voller Sonnenschutz-Produkte stehen – der Sonnenbrand hat bei uns nach wie vor Konjunktur. Erst vor kurzem ergab eine Umfrage, dass vier von zehn Deutschen im vergangenen Jahr mindestens einen Sonnenbrand, bei den unter 29-Jährigen waren es sogar gut 70 Prozent. Aber warum eigentlich? Einer der Gründe: Viele gerade junge Menschen nehmen die UV-Strahlung nicht ernst, für sie gehört der Sonnenbrand eben einfach zum Sommer dazu – er geht ja schließlich von allein wieder weg.

Verstärkt wird dies noch durch eine ganze Reihe von Mythen und Märchen, die es in Bezug auf Sonne, sonnenbaden und Bräune gibt. "Wie hartnäckig sich bestimmte Bilder und Annahmen festgesetzt haben, lesen wir an den Fragen ab, die Jahr für Jahr zum Start der Sommerferien zum richtigen Schutz vor UV-Strahlung auftauchen", erklärt Ina Stelljes vom Bundesamt für Strahlenschutz.

Märchen Nr. 1: Sonnenbrand ist die Vorstufe zur goldbraunen Haut

Falsch. Ein Sonnenbrand hat nichts mit Bräunung zu tun. Die Rötung ist eine akute Hautschädigung, die es zu vermeiden gilt. Sonnenbrände, vor allem in der Kindheit, sind ein nachgewiesener Risikofaktor für Hautkrebs. Neueste Studien sprechen von einer Erhöhung des Risikos um bis zu 80 Prozent, wer als Jugendlicher fünf oder mehr schwere Sonnenbrände erlitten hat.

Märchen Nr. 2: Braune Haut ist gesund

Falsch. Die Rede von „gesunder“ brauner Haut ist ein Mythos. Die Bräunung der Haut ist nichts anderes als ein Schutzmechanismus, eine Reaktion auf Schäden, die die UV-Strahlung bereits in der Haut bewirkt hat. Die Haut bildet dann den dunklen Farbstoff Melanin, der sich schützend um den Zellkern anordnet.

UV-Strahlung schädigt bereits in geringer Dosis das Erbgut in den Hautzellen. Wird mehr geschädigt als die zelleigenen Reparaturmechanismen wieder beseitigen können, bleibt der Erbgutschaden bestehen. Bei der Zellteilung wird er an alle weiteren Tochterzellen weitergegeben – daher der Spruch „Die Haut vergisst nichts.“ So entsteht Hautkrebs.

Märchen Nr. 3: Solange ich eingecremt bin, bin ich vor Sonnenbrand geschützt

Falsch. Die Schutzdauer von Sonnencreme ist abhängig vom Hauttyp, dem Lichtschutzfaktor und davon, ob ausreichend Creme verwendet wurde. Personen mit empfindlicher Haut können bei hohen UV-Intensitäten schon etwa nach 10 Minuten einen Sonnenbrand bekommen. Wer Lichtschutzfaktor 20 wählt, muss die 10 Minuten mit 20 multiplizieren und erhält so einen groben Richtwert für die Schutzdauer, in diesem Fall 200 Minuten, das heißt rund 3 Stunden.

Allerdings kann die beste Sonnencreme nicht lange genug schützen, wenn zu spärliche aufgetragen wird oder nicht regelmäßig nachgecremt wird. Als Faustformel gilt: Ein Erwachsener benötigt pro Eincremen etwa 3 bis 4 Esslöffel voll Sonnencreme für den ganzen Körper. Nachgecremt werden sollte mindestens alle 2 Stunden. Auch nach dem Baden und dem Abtrocknen ist Nachcremen angesagt. Aber Achtung: Das Nachcremen verlängert nicht die Schutzwirkung, es erhält sie nur.

Märchen Nr. 4: Sonnenbaden ist gut für die Knochen

Richtig ist, dass die UV-B-Strahlung der Sonne bewirkt, dass sich körpereigenes Vitamin D bildet. Dieses braucht unser Körper, um unter anderem den Knochen gesund und stabil zu erhalten. Doch dafür sind keine langandauernden Sonnenbäder notwendig. Es reichen maßvolle Aufenthalte in der Sonne, sagen Experten verschiedener Fachrichtungen übereinstimmend.

Konkret bedeutet das: Für den körpereigenen Vitamin-D-Haushalt ist es ausreichend, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche der Sonne auszusetzen, und zwar die Hälfte der Zeit, in der man sonst ungeschützt einen Sonnenbrand bekommen würde. Letzteres ist dabei immer individuell zu betrachten, je nach Hauttyp und Hautdicke.

Märchen Nr. 5: Wer Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor benutzt, wird nicht braun

Falsch. Auch mit Sonnencreme wird die Haut braun, allerdings langsamer, was kein Nachteil ist: So kann sich die Haut besser an die UV-Strahlung gewöhnen. Gerade jetzt im Sommer gilt daher im Zweifelsfall: Creme Marsch!

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