Frühlingsanfang und Rückkehr der Sonne
Endlich ist es soweit: Am 20. März beginnt offiziell der Frühling – es ist Frühlings-Tagundnachtgleiche. Ab diesem Tag kehrt unsere Erde der Sonne wieder die Nordhälfte stärker zu. Dadurch zieht die Sonne am Himmel ihre Bahn wieder diesseits des Himmelsäquators – und unsere Breiten bekommen mehr Licht. In den Regionen oberhalb des Polarkreises erscheint nach dem langen Polarwinter nun erstmals wieder die Sonne über dem Horizont. Bei uns sind ab diesem Tag die Tage wieder länger als die Nacht und der astronomische Frühling beginnt.
Für viele frühe Kulturen hatte dieser "Sieg des Lichts" über die Dunkelheit eine besondere Bedeutung: Die Maya in Mittelamerika konstruierten ihre Sonnenpyramide in Chichen Itza beispielsweise so, dass Schatten und Licht zur Tagundnachtgleiche eine Schlange auf die Pyramide zeichneten. Auch unsere Vorfahren in der Steinzeit richteten einige ihrer Megalith-Monumente so aus, dass ein Schattenwurf oder Lichtstrahl diesen Tag markierte.
Am 25. März beginnt die Sommerzeit
Eine weitere, wenn auch ungeliebte Frühlings-Tradition ist am 25. März zu beachten: In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird die Zeit umgestellt, die Sommerzeit beginnt. Um 02:00 Uhr morgens springen die Uhren um eine Stunde vor auf 03:00 Uhr. Das bedeutet für uns: Wir verlieren eine Stunde Nachtschlaf und müssen am nächsten Morgen gefühlt viel zu früh aufstehen – aber glücklicherweise ist ja Sonntag.
Einen Tag davor, am 24. März, ist der Astronomietag. An diesem Samstag öffnen Sternwarten und Planetarien ihre Tore und laden alle ein, den Sternenhimmel zu erleben und mehr über den Kosmos zu erfahren. Motto ist in diesem Jahr: "Das geheime Leben der Sterne". Welche Veranstaltungen in Ihrer Nähe dazu stattfinden, können Sie auf der Website astronomietag.de nachschauen.
Doppelter Vollmond und eine Planetenreihe am Morgen
Wie schon im Januar leuchtet der Mond im März besonders prachtvoll – denn es gibt gleich zweimal im Monat einen Vollmond. Den ersten konnten wir bereits am 2. März am Himmel bestaunen, der zweite folgt Ende des Monats am 31. März. Einen solchen zweiten Vollmond im Monat nennt man auch "Blue Moon". Ein Blick zum Mond lohnt sich auch am frühen Abend des 18. März: Dann steht die schmale Mondsichel ganz in der Nähe der hellen Venus. Sie leuchtet im März als "Abendstern".
Am Morgen kurz vor Sonnenaufgang hält dagegen der Jupiter Hof, der größte Planet im Sonnensystem. Anfang des Monats bildet er mit Mars und Saturn eine schräg nach links abfallende Linie über den Horizont. Der Jupiter ist dabei kaum zu übersehen – er ist nach dem Mond der hellste Lichtpunkt am Himmel. Zu einem nahen Rendezvous kommt es in der Zeit vom 6. bis 12. März: Der Mond wandert in dieser Zeit von einer Position knapp oberhalb des Jupiters zum Mars und dann bis zum Saturn.
Sternbilder: Zweigeteilter Himmel
Der Wechsel der Jahreszeiten kündigt sich im März auch am Sternenhimmel an. Die auffallenden Wintersternbilder Stier, Orion und Großer Hund sind bereits in die westliche Hälfte des Nachthimmels gerückt und sinken im Laufe des Monats allmählich immer tiefer. Weil die winterlichen Sternbilder die hellsten Sterne in sich vereinen, kommt es jetzt zu einer scheinbaren Zweiteilung des Himmels: Im Westen stehen viele helle Sterne, der Osten erscheint dagegen fast schon dunkel und deutlich leerer. Aber das täuscht, denn im Südosten steigen bereits einige Frühlingssternbilder immer höher, darunter der Bärenhüter (Bootes), die Jungfrau oder der Löwe.
Gegen Mitternacht steht der Löwe nun schon direkt im Süden des Nachthimmels – und ist kaum zu übersehen. Denn mit seinem kastenförmigen Muster heller Sterne als Körper und dem etwas schwächeren sichelförmigen Hals und Kopf kann man ihn kaum verwechseln. Zudem ist dieses Frühlingssternbild relativ groß und umfasst gleich mehrere helle Sterne. Unter ihnen ist der helle Stern Regulus, der die untere Brust des Löwen markiert, und der Doppelstern Algieba am Nacken des Löwen.

